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kreatives

Drawing Restraint.

2008-03-31 05:15:05

  • Wien matthew barney
  • matthew barney björk
  • barney drawing restraint

Geschmolzenes Plastik ist das neue Fett.

restraint - Zurückhaltung f; Beschränkung f; Zwang m.

Matthew Barneys Ausstellung Drawing Restraint in der Kunsthalle im Wiener Museumsquartier hinterlässt bei den Besuchern die verschiedensten Gemütszustände. Von ausschweifender Begeisterung bis zu völliger Verwirrung ist in den Gesichtern der Menschen alles zu lesen, was sich der Künstler wohl erhofft hat.

Zwischen Video-Installationen, riesigen Skulpturen, die mit weißem, geschmolzenem Plastik überzogen sind und einzelnen Bleistift-Zeichnungen, bewegt man sich durch die Gänge und begreift zunächst nicht viel.

Der eigene Körper als Kunstobjekt.


Wenn man Barneys Werke aber schon längere Zeit verfolgt hat, läuft man beim Betreten der Ausstellung wenigstens nicht Gefahr überrascht zu sein. Barney, der mit der ebenso exzentrischen Künstlerin Björk verheiratet ist, macht es ihr gleich und erklärt sich selbst zum Kunstwerk. Seinen Körper vor allem. Sport und die dabei erbrachte körperliche Leistung sieht er als Kunstform an. Er besteigt riesige Kletterwände, hebt Gewichte, wälzt sich am Boden, lässt sich bei all dem filmen und ernennt es zu Kunst.

Die Kraft des eigenen Leibes und den Kampf gegen dessen Grenzen möchte Matthew Barney darstellen. Er verformt sich und seinen Körper immer wieder zu seltsamen Fabelwesen, verkleidet sich und ist doch immer er selbst. Der Mensch ist aus dem Wal entstanden, sagt eine alte shintoistische Sage, die sich Barney zu Herzen genommen hat. Er setzt alles daran um den Menschen wieder dorthin zurück zu führen.

Mensch soll wieder Wal sein.


Darum geht es auch in seinem letzten Film Drawing Restraint 9, in welchem er zusammen mit Björk, die Walwerdung und somit die Verwandlung in einen ozeanischen Seinszustand zelebriert. Den Film kann man parallel zur Ausstellung im Wiener TopKino sehen.

Während man die weißen Räume der Halle 2 der Kunsthalle abschreitet, begreift man, dass man es hier mit einem Mann zu tun hat, der Zeichnung, Fotografie, Video-Installation, Skulptur und Performance zu einem Ganzen vereint. Und es ist wohl auch das Kopf-Schütteln und das ungläubige Kichern der Besucher, welches ins Gesamtkunstwerk miteingeplant worden ist. Denn erst das kollektive Erlebnis macht diese Kunst so unbegreiflich faszinierend.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Juni 2008 zu sehen.

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AutorInnen

Christian Pausch

Christian Pausch

...und ich wär' hier so gerne zu hause,

denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.

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