2009-04-25 13:26:56
Das Donaufestival bleibt das Donaufestival bleibt das Donaufestival - weil hier jedes Jahr das Beste an musikalischen Elektro/Pop/Rock-Genüssen geboten wird. Alles andere wirkt ein bisschen eigentümlich.
Wer das Donaufestival in Krems besucht, sollte sich die Acts in der Minoritenkirche nicht entgehen lassen. Die verrückten Chrome Hoof mit ihrem Glitzerkostüm-Disko-Metal und einer ebenso imposanten Leadsängerin, deren Attitüde an Grace Jones im Bond-Schinken Im Angesicht des Todes erinnert, haben wir leider dennoch verpasst.
Ein Spaziergang nach Stein, vorbei an der Justizanstalt und hin zum Minoritenplatz empfiehlt sich jedoch auch ohne einem Besuch der Minoritenkirche und ein Besuch im Klosterstüberl sorgt für eine gute Unterlage für einen langen Abend.
Der lange Abend beginnt mit Sunset Rubdown. Musikalisch scheint die Band auf der Suche nach dem "Animal Collective - Sound" zusein. Ihre eigene Originalität scheint dabei auf der Strecke zu bleiben. Interessant wird es bei The Cesarians in der kleinen Halle. Die Akustik wirkt hier besser als in der großen Halle. Das kommt nicht nur der eindringlichen Stimme von Sänger Charlie Finke samt seiner theatralischen Gestik zugute, auch der Folklore-Punk der Posaunistinnen und Klarinettistinnen ertönt wunderbar klar. Das hätte sogar dem Vater meiner ersten Freundin S. gefallen (sorry P.).
Höhepunkt des Abends und eine abschließende Frage
Als quasi-Headliner vereinten Spiritualized, unterstützt von zwei Backgroundsängerinnen, den psychedelisch angehauchten Gospel und Garage-Rock neuerer Alben mit licht- wie soundtechnisch intensiven Exkursionen, die vielleicht gar nicht so weit von Konzerten der Vorgängerband Spacemen 3 entfernt waren. Was mit einer neblig und sanft dröhnenden Version von "Amazing Grace" begann, endete beeindruckend mit Jason Pierce' laut-repetitivem Frühwerk "Take Me To The Other Side"; dieses war zuvor aus dem Outro eines der bekannteren Lieder der Band, "Come Together", herausgewachsen - einer von vielen Momenten, die das Talent der Band für Dynamik und Konzertdramaturgie zeigten. Einfach wunderbar.
Als würdigen Abschluss und Einladung an rythmisch schwingende Körperteile konnten die Synthie-Pop-Rocker We Have Band verstanden werden. Wir sind gespannt auf das Debüt-Album, besonders genau werden wir darauf schauen, ob vielleicht noch die eine oder andere eckige Kante eingebaut werden wird.
Seit jeher und auch heute veranlasste das Donaufestival zu folgender Frage: "Woher kommt nur das ganze Geld für diese geile Musik?" Heuer kam noch eine zweite Frage hinzu: "Handelte es sich bei der Überwachungskamera links oberhalb der Bühne in der großen Halle um den Versuch von Fake Reality?"
sad french lion pantomime
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Several odd moments prior to lunch.
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