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musik

Disko-Punks in der Chorprobe

2007-04-02 00:11:15

Mit den Futureheads versucht nun eine weitere The-Band die Weltherrschaft an sich zu reißen.

The Futureheads heißt das neue Ding aus England. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum erschien in Österreich (wie gewohnt) mit der üblichen Verspätung – und somit am 31. Mai.
Gehypt (neben dem aktuellen Wort "Jetset" ein Anwärter für DAS Wort des 21. Jahrhunderts) wird das Ganze natürlich nach dem überschwänglichen und alt bewährten Schema: DIESE Band ist das Beste, das man seit langem gehört hat.

Vorurteile über Bord - betrachten wir die Sache einmal nüchtern:

Die Gründerväter der Band – Barry (vocals/guitar), Pete (drums) und Jaff (vocals/bass) – lernten sich in Sunderland bei einem Projekt kennen, welches Jugendliche von der Straße holen sollte. Sie waren aber nicht die Problemfälle, sondern die Leiter der guten Sache. Danach gesellte sich Ross (vocals/guitar) zur Band. Pete stieg kurz darauf wieder aus und übergab die Schlagzeugsticks an Barrys kleinen Bruder Dave.

Die Zukunft liegt in der Vergangenheit begraben

Eine musikalische Innovation verbirgt sich hinter dem Debütalbum der Futurheads auf keinen Fall. Denn die Einflüsse liegen nicht im JETZT, sondern, wie es zurzeit sehr modern, ist in den Punk/New Wave-Zeiten der frühen 80er Jahre begraben. Einer Zeit, in der Bands namens Gang Of Four oder XTC für gehöriges Aufsehen sorgten.

Neben dem üblichen Abhängen in schick-hippen Pubs, könnte die nächtliche Freizeitgestaltung der Futurheads ungefähr so aussehen: Am Freitagabend trifft man sich in der Pfarrhalle der St. Peters Church zur wöchentlichen Probe des städtischen Gesangvereins. Dort wird dann mit Klavierbegleitung im mehrstimmigen Gesang musiziert.
Diese (vage) Vermutung hat natürlich auch einen Grund: Das Album der vier "Jungtenöre“ ist durchzogen mit "Do-Do-Do"- und "Ah-Oh-Oh“-Kanongesang. Abseits des Gejammers, welches stechende Schmerzen in der Magengegend evoziert, strotzt das Debüt vor zappeligen Gitarren und einer ständig im 4/4-Takt befindlichen Basedrum, die dem Ganzen Nachdruck verleihen soll. Ein aufdringliches, melodiöses Bassgeratter und der im rotzigen Sprechgesang hyperventilierender Sänger besorgen den Rest.

Summa summarum wirkt die Musik der Anzugrocker ein wenig sperrig, jedoch werden zusätzlich zu "Decent Days and Nights" ein paar weitere Songs, wie zum Beispiel das Kate Bush-Cover "Hounds Of Love" oder "Meantime“, die Tanzflächen der Indie-Clubs erobern – und das ist doch schon immerhin etwas. Zumindest für den Anfang.

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AutorInnen

Marco Weise

Marco Weise

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