2007-04-02 00:11:16
Die fünf Jungs von "The Departure" widmen sich auf ihrem Debütalbum "Dirty Words" den 80er Jahren. Dass sie zu dieser Zeit aber noch im Gitterbett herumstrampelten, ist nicht weiter tragisch.
Den ersten Kontakt mit The Departure machte ich anlässlich ihres Support-Daseins vor dem Hot Hot Heat-Konzert im Flex am 16. Mai dieses Jahres. Kurz darauf fischte ich das Debütalbum "Dirty Words" aus meinem Postkasten und nun schreibe ich hier an dieser Stelle einen Artikel über die fünf Retro-Rocker aus Norhampton, England.
Indie-Orden
Was mir bereits bei ihrem Auftritt durch den Kopf ging, wird beim ersten Durchhören von „Dirty Words“ wieder aktuell: Das 80er Jahre Revival ist nicht und nicht klein zu kriegen. Noch immer schießen massenhaft neue Bands, die sich dieser Zeit bedienen, von den Bühnen kleiner Clubs diverser Städte direkt an die Spitze der Charts. Jede(r), der/die bei diesen zahlreichen Bands noch den Überblick bewahrt, darf sich einen Indie-Orden basteln und ihn sich danach an ein Kleidungsstück seiner /ihrer Wahl heften.
Dass Langeweile im Leben oftmals auch ein gewisser Antrieb für etwas sein kann, beweisen die fünf Jungs von The Daparture erneut: „Wir waren gelangweilt und wollten etwas in unserem Leben machen. Und was gibt es in diesem Fall besseres, als Songs zu schreiben und in einer Band zu spielen?! Es ist der aufregendste und leidenschaftlichste Weg, sich selbst auszudrücken.“

The Departure: Tolle Frisuren, tolle Musik! © EMI Music
Der Weg ist das Ziel
Dieser Weg machte sich auch bezahlt. Bereits ein Jahr nach ihrer Bandgründung können David Jones (vocals), Sam Harvey (lead guitar), Lee Irons (guitar/backing vocals), Ben Winton (bass) and Andy Hobson (drums) auf ein Debütalbum verweisen, welches den Namen „Dirty Words“ trägt. Darauf finden sich verhallte, ineinander verstrickte Gitarren und ein druckvoller, Melodie angebender Bass. Auf dieser Unterlage basierend, schmiert der Sänger David Jones mit ausgeprägt britischem Akzent ordentlich viel sinistren Schmalz in das Mikro. Besonders wohltuend klingt diese Mischung bei „Just Like TV“ und „Only Human“. Den Höhepunkt des Albums stellt jedoch „All Mapped Out“ dar. Denn da bricht der eher zurückhaltende Sänger einmal aus seiner Haut heraus, vergisst sowohl den Schmerz als auch all die Ängste um ihn herum und bittet zum Tanze:
We dance together you got me for tonight
Forget we ever made it in daylight
I only told you, you got it all mapped out
It's too much too soon
Let's dance just for tonight.
(All Mapped Out)
In der Plattensammlung der Bandmitglieder von The Departure, die sich allesamt um das 20. Lebensjahr herum bewegen, kommen wohl folgende Bands am häufigsten vor: The Cure, Echo & The Bunnyman und Joy Division.
Der Einfluss dieser legendären Formationen auf die fünf Jungspunde von The Departure lässt sich nur schwer leugnen. Das ist auch gar nicht nötig, denn auch zum Klauen braucht man ein gewisses Talent – und das haben sie. The Departure werden sich wohl mit Dirty Words einen Namen machen. Wie lange dieser aber in unseren Köpfen haften bleibt, ist bei der momentan vorherrschenden Schnelllebigkeit innerhalb der Musikbranche jedoch fraglich.
["Dirty Words" von The Departure ist bereits bei EMI Music erschienen].
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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