2007-04-02 00:10:54
Die aus Portland/Oregon stammende Band The Thermals veröffentlichen dieser Tage ihr drittes Album namens „The Body The Blood The Machine“ und tun sich mit der darauf praktizierten (US-) Regierungskritik deutlich schwer.
Terroristen“ nennt der US-amerikanische Präsident George W. Bush – den die Band The Thermals auf ihrem neuen Album „The Body The Blood The Machine“ hauptsächlich kritisiert – seine (angeblichen) Feinde.
Here `s your future“, so der Eingangstitel des Albums, ist bereits typisch für die Kritik(un)fähigkeit dieses aus Portland/Oregon stammenden Trios.
Eben dieses Lied („Here `s your future“) beinhaltet eine die Apokalypse direkt an die Wand malende Textzeile: „Bend your knees/bow your heads/save your babies/here `s your future“. Aber Hallo!
Thermal bedeutet „Thermik“ – laut englischem Wörterbuch.
Hauchdünn etwas zu kritisieren ist jedoch ein Weg auf einer hohen Klippe, der nur von einigen wenigen Künstlern bzw. Bands erfolgreich getätigt wird.
Es ist zwingend, ein das Bush-Regime kritisierendes Album zu machen; allerdings muss in diesem Fall bei der Umsetzung noch gearbeitet werden.
Reichlich vorhanden auf diesem Album ist die sich anfangs zwar wunderschön präsentierende, nach kurzer Zeit aber als unangenehm wirkende Helium-Stimme des Sängers, Bassisten und Gitarristen Hutch Harris.
Mitglieder der Band, nach Abgang des Schlagzeugers Jordan Hudson im Jahre 2005 und des Gitarristen Ben Barnett anno 2003: Hutch Harris, Kathy Foster (Bass) und Lorin Coleman (Schlagzeug).
A Pillar of Salt“, dieser eine Song, stellt gemäß Pressetext eine „daring escape“ dar.
Laut Wikipedia: „Anfang 2006 wurde bekannt, dass den Thermals für die Verwendung des Songs It's Trivia in einem Werbespot für Hummer-Geländewagen 50.000 $ angeboten worden waren. Die Band lehnte das Angebot ab. General Motors, die Firma, die den Hummer herstellt, steht auf Grund ihrer Verbindungen zum Militär und der Herstellung extrem umweltschädlicher Autos in der Kritik.“ Dafür gebührt dieser Band der allergrößte Respekt! Und noch einmal: Respekt!
Sub Pop ist jenes in Seattle beheimatete Label, das durchaus gute Alben wie (z. B. von Bands wie Mudhoney, Soundgarden, L7 usw.) Pilze aus dem Boden schießen lässt.
Hallo? Liest noch jemand diese unendliche Geschichte? Gut, dann können wir ja fortfahren!
Außerdem wurde das Album in den Supernatural Sound Studios in Oregon City produziert.
Behutsam nennen sie ihren Sound „Post-Pop-Punk“ und man muss es ihnen wohl glauben.
Envision the United States as governed by a fascist Christian state, and then focus on the need (and means) to escape. The Thermals did just that and out came The Body The Blood The Machine. If you `re not invited to the party, you `d better start your own” steht ebenfalls im beigelegten Pressetext.
Natürlich sind die zehn Songs nicht das Gelbe vom Ei und schon gar nicht die (Neu-) Erfindung des Kreises, jedoch merkt man dieser Band – auch dank der Stimme von Harris – eine gewisse Eigenständigkeit, die man bei so manch anderen sich als Band versuchenden Pseudo-Formationen zu vermissen mag, an.
Trotzdem verhält es sich mit diesem Album wie mit einer stumpfen Messerschneide: die bringt keinen mehr um!
Auch müsste sich die Band in Zukunft deutlich mehr um Abwechslung kümmern, denn bei zehn gleich wirkenden Liedern ist die Monotonie sehr nah.
Lyrisches Ich ist bei „I Might Need to Kill You“ und „I Hold the Sound” nicht eingesetzt worden...oder doch?
Erraten, der Produzent des Albums ist kein Geringerer als der ehemalige Fugazi-Schlagzeuger Brendan Canty!
Noch und nöcher werden die nach vorne preschenden Gitarren und das vorantreibende Schlagzeug eingesetzt.
Talent? Die haben Talent? Ja, meint der Schreiber dieser Zeilen – ganz bestimmt! Trotz des aktuellen gut gemeinten, aber eher schlecht umgesetzten Albums…
Das Album The Body The Blood The Machine ist bereits via Trost auf dem US-amerikanischen Label Sub Pop erschienen.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
Newsfeed von Johannes Rausch abonnieren