2008-07-14 16:18:09
Alexander Georgiev, geboren 1972, ist seit den 90er Jahren in der Modebranche tätig und betreibt derzeit ein Atelier in der Kettenbrückengasse.
FM5: Wie würdest du deine Kundschaft beschreiben?
Alexander Georgiev: Zu mir kommen Menschen, die den persönlichen Kontakt und die Handarbeit schätzen. Sie schauen sich mein Atelier an und woran ich gerade arbeite. Das ist heutzutage mehr wert, als die riesengroßen Geschäfte, wo man abgefertigt wird.
Kommen hauptsächlich reiche Menschen zu dir?
Zu mir kommen teilweise Leute, die normal verdienen, aber nicht etwas von einer großen Kette tragen wollen, sondern sich bei mir einige Stücke gönnen. Ich habe auch sehr reiche Kundinnen, die zu mir kommen, weil sie gut gearbeitete Einzelstücke haben wollen und den persönlichen Kontakt schätzen. Es gibt aber auch reiche Leute, die nur zu mir kommen, um sagen zu können, dass sie ein Designerstück tragen.
Kann man vom Reichtum auf den Modegeschmack schließen?
Ich würde sagen, die reichen Menschen verlangen eher nach pompöseren Sachen, während die Normalverdiener einen eher schlichten Geschmack haben.
Unterscheiden sich Reiche und Normalverdiener im Umgang?
Es gibt reiche Leute, die sehr locker im Umgang sind. Es gibt aber auch solche, die technisch unmögliche Dinge von mir verlangen. Sie haben eine Vorstellung, die nicht umzusetzen ist. Dann geht alles schief und ich muss ständig etwas ändern, im Endeffekt sind alle unzufrieden und das Stück misslingt. Die Normalverdiener sind da einfacher im Umgang.
Kannst du sagen, ob du lieber mit Reichen oder Normalverdienern arbeitest oder kommt es letztlich nur auf die Persönlichkeit der einzelnen Kunden an?
Die reichen Menschen können sich super Materialien leisten, was bei der Fertigung eines Kleides sehr wichtig ist. Man muss es ausnutzen, wenn man mit hochwertigen Stoffen arbeiten kann. Leute, die einmal im Leben etwas bei einem Designer bestellen, haben nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung, da läuft man Gefahr, dass der Stoff nicht gut wirkt. Am besten ist ein Mittelweg, also Leute, die in einen guten Stoff investieren und sich für einen schlichten Schnitt entscheiden. Da gibt es das beste Endergebnis.
Vielen Dank für das Gespräch.
Unfähig sich selbst zu beschreiben...
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