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musik

Die irdischen Freuden von Maximo Park

2007-04-05 15:27:02

  • 2 maximo park

Es scheint, als wäre mit den ersten sprießenden Frühlingsknospen auch die Zeit der berühmt-berüchtigten Zweitalben eingezogen. Nach Bloc Party und den Kaiser Chiefs steht nun die die nächste britische Hypeband an der Startlinie.

Es scheint, als wäre mit den ersten sprießenden Frühlingsknospen auch die Zeit der berühmt-berüchtigten Zweitalben eingezogen. Im Monatsabstand schmissen kürzlich Bloc Party und die Kaiser Chiefs ihr jeweils zweites Album auf den Markt, nun steht die nächste britische Hypeband an der Startlinie...und auch Maximo Park enttäuschen nicht.
  
Gleich die beiden ersten Tracks „Girls Who Play Guitars“ und „Our Velocity“ tönen frisch und verspielt wie das vor zwei Jahren erschienene Debüt. Und Maximo Park fachen das damals entzündete Feuer sogar noch etwas mehr an, denn als gesamtes fällt „Our Earthly Pleasures“ druckvoller und härter aus. Was wohl nicht zuletzt der Handschrift des neuen Produzenten Gil Norton (u.a. Foo Fighters, Pixies) zu verdanken ist, der den Sound sehr kompakt und erdig gestaltet hat.
 
Trotz der neu generierten Rockpower fehlt es den Kompositionen aber nie an Melodien. Im Gegenteil, „Russian Literature“ etwa bolzt kraftvoll dahin und löst sich in einem umwerfenden Refrain auf, bei dem Paul Smith seine gesanglichen Fähigkeiten voll ausspielen kann. Er - und sein unverkennbarer nordenglischer Dialekt - ist sicher das Kernstück der aus Newcastle stammenden Band – man denke auch an seine rekordreife Luftakrobatik während ihrer Liveshows (Stichwort „Scherensprünge“).
 
Trotz ihres auffällig charismatischen Frontman ist es bei Maximo Park dennoch die Summe der einzelnen Teile: die vertrackten Beats und häufigen Rhythmuswechsel von Tom English, untermauert von Archis Tiku´s melodischen Bassläufen, die fiepsenden 80er-Jahre Synthies von Lukas Wooller und last but not least die knackigen Riffs und perlenden Gitarrenläufe von Duncan Lloyd.
 
Neben dem Mehr an Härte kommen diesmal auch die leiseren Töne besser zur Geltung. „Books From Boxes“ klingt so umwerfend charmant wie eine gute The Smiths Nummer, während sich durch „Sandblastet And Free“ ein unaufdringlich schönes Streicherarrangement schlängelt. Hübsch auch der Kontrast zwischen den dezent schwebenden Klaviertupfern in „Your Urge“ und dem monumentalen Breitwand-Arrangement in „By The Monument“.
 
Mit einer der schönsten Nummern „Parisian Skies“, die – wie die Mehrzahl der Songs – auf den sehr persönlichen Texten von Paul Smith beruht, lassen Maximo Park ihr neues, äußerst gelungenes Stück britischer Rockmusik ausklingen. Nach Bloc Party´s Zweitschlag servieren Maximo Park damit den nächsten Anwärter zum Album des Jahres 2007. 
 
Maximo Park gastieren am 13. April live im (leider schon lange ausverkauften) Wiener WUK.

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