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Die fabelhafte Welt der Odette

2007-11-02 14:23:36

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Eric-Emmanuel Schmitts erste Regiearbeit zeigt dem Zuseher die wunderbare Odette Toulemonde. Eine ganz normale belgische Frau, die ihr Leben auf eine besondere Weise lebt.

Odette Toulemonde hat es nicht leicht. In der Kosmetikabteilung im Kaufhaus hilft sie misshandelten Frauen mit Abdeckstiften und guten Ratschlägen. Die Tochter ist arbeitslos und mit einem ungustiösen Anti-Schwiegersohn zusammen. Der geliebte Ehemann ist vor zehn Jahren gestorben, was Odette in eine schwere Depression getrieben hat. Einzig Balthazar Balsans Bücher haben die Frau vor dem suizidalen Ausscheiden aus dem Leben bewahrt. Doch jetzt braucht Balsan Hilfe. Oder noch besser eine Frau, die ihn liebt.

Vom Autor zum Filmemacher

Eric-Emmanuel Schmitt zählt zu den bekanntesten frankophonen Autoren unserer Zeit. Der Roman Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran wurde 2003 von François Dupeyron mit Omar Scharif verfilmt. Der Autor der kleinen Leute ist den meisten Lesern mit seinen Werken wie Die Schule der Egoisten, Mein Leben mit Mozart oder Der Besucher, das Sigmund Freuds Leben in Wien während des Nationalsozialismus behandelt, bekannt.

Odette Toulemonde lässt autobiografische Einflüsse vermuten. Schmitt ist wie Balthazar Balsan selbst Autor. Der Umgang mit den weiblichen Fans und lästige Autogrammstunden werden im Film thematisiert. Sowie ein Leben mit dem Erfolg, das auch Schattenseiten hat.
 
Marry Poppins aus Wallonien

Catherine Frot zeigt eine stets fröhliche und hilfsbereite Odette Toulemonde. Immer wenn der Alltag sie aufzufressen droht, fallen ihr Dinge ein, die das Leben aufmuntern. Gesangseinlagen, die sogar Gegenstände zum Tanzen bringen, stehen mehrmals im Film auf dem Programm. Manchmal gelingt es Odette sogar, sich vom irdischen Dasein zu lösen. Wenn sie in Gedanken an die Begegnung mit Balthazar Balsan versinkt, oder in seinem neuesten Roman schmökert, schwebt Odette federleicht davon, fast so wie Marry Poppins.

Odettes Wohnung erinnert ein wenig an die eines Anwärters von Elizabeth T. Spiras Liebesg’schichten und Heiratssachen. Kitsch ohne Ende an den Wänden, ein Regal voller Puppen und überall Federn. Das Handwerk hat die Protagonistin bereits von ihrer Mutter geerbt, denn „von einem Kaufhausgehalt kann man nicht leben.“

Mit dem Auftreten Balsans (geistreich verkörpert von Albert Dupontel) verändert sich Odettes Leben. Der Schriftsteller ist dank schlechter Kritiken verlacht und auf dem besten Weg zu scheitern. Nach einem Selbstmordversuch findet er Odettes Fanbrief in seiner Jackentasche und ist verzaubert. Er macht sie ausfindig, auf der Suche nach einem Menschen, der gewillt ist, ihn zu lieben. Und in Odette findet er die Richtige - wenn auch nicht gleich.

Eine Ode(tte) an die Liebe

Langsam bahnt sich etwas zwischen der einfachen Verkäuferin und dem französischen Intellektuellen, der auf den Literaturnobelpreis hofft, an. Von der ersten Begegnung, in der Odette vor Aufregung ihren Namen nicht herausbringt und eine Widmung „pour Dette“ bekommt, bis zum Kauf eines kleinen Häuschens an der Nordsee vergeht viel Zeit.

Wunderbare Szenen zwischen den Protagonisten begleiten durch den ganzen Film. So meint Odette bei der zweiten Begegnung, dass sich die Menschen nur dann ihren Namen merken könnten, wenn sie mit einem diamantbesetzten Hundehalsband durch die Gegend rennen würde. Schließlich gäbe es ja nur Pudel, die Odette hießen.

Obwohl der Film in den ersten Minuten ein wenig an Jean-Pierre Jeunets Die fabelhafte Welt der Amélie erinnert, zieht einen Odette schnell in ihren Bann. Und zum Schluss möchte man selbst glücklich auf der Mondsichel sitzen und auf das Meer herunterblicken.

F
ilmstart in Österreich: 1. November 2007

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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