Am Donnerstag kommt der Simpsons-Film in die österreichischen Kinos. FM5 hat den Film vorab gesehen und bringt euch hier die Rezension.
Die Simpsons nun also als Film. Kann das gut gehen? Die Atmosphäre bei Österreichs einziger Pressevorführung stimmte jedenfalls schon mal: es gab Donuts. Gleich die ersten Bilder auf der Leinwand erinnern an das Paradoxe der Serie. Trompeten erschallen - das pathetische Intro von 20th Century Fox. Die gesellschaftskritischen Simpsons werden vom Medienmogul Rupert Murdoch produziert. Doch wer die Simpsons und ihre Macher kennt, weiß, dass die fiesen Brötchengeber in der Serie selten gut wegkommen. Und auch diesmal: das bitterernste Fox-Intro wird vom Deppen Ralph gestört. Ha-Ha.
Humor und Kritik
Die Simpsons sind für Subversion und kritische Satire bekannt. In den neuen Folgen hat die Serie jedoch viel von ihrer Bissigkeit verloren und driftet oft in den seichten Slapstick-Humor ab. Die große Frage, die sich angesichts des Kinofilms stellte, war folglich, welcher der beiden Traditionen der Film folgen würde. Dem anspruchsvollen-kritischen oder dem reinen Slapstick Humor? Die Antwort: beiden. Doch zunächst zur Handlung.
Die Handlung
Lake Springfield – der normalerweise ein Schattendasein in der Serie fristet – steht kurz vor dem Ökokollaps. Die Verschmutzung ist so stark, ein Papieschnipsel mehr im Wasser könnte zur Katastrophe führen. Wenig überraschend ist dies die Stunde von Homer Simpson, der einmal mehr alle Warnungen in den Wind schlägt und den Mist seines Schweins im Wasser entsorgt. Auf Anraten seines Umweltministers lässt der Präsident der Vereinigten Staaten, Arnold Schwarzenegger, daraufhin die ganze Stadt unter einer riesigen Glaskuppel einsperren. Vor einem aufgebrachten Mob, der mit den üblichen Fackeln und Mistgabeln Jagd auf Homer macht, flüchten die Simpsons nach Alaska. Als die Regierung Springfield zerstören will, kehren sie zurück, um die Stadt zu retten.
Die Serie als Film
Viele Fans bezweifelten, ob sich das Konzept der Serie auf einen Kinofilm übertragen lässt. Immerhin dauert Die Simpsons – Der Film drei Mal solange wie eine normale Episode. Diese Aufgabe ist jedoch gut gelungen; die Handlung ist ansprechend, spannend und wie gewohnt äußerst abwechslungsreich wenn auch zu konventionell. Ein kleiner Minuspunkt ist die Tatsache, dass im Film ausschließlich die Kernfamilie der Simpsons im Zentrum steht. Die zahlreichen Nebenfiguren haben zwar ihre kleinen Auftritte – darunter einige Highlights des Films – bleiben sonst aber im Hintergrund.
Konventioneller Aufbau
Der Gang ins Kino verlangte vom Serienkonzept Opfer. Der klassische Plot eines Hollywood-Films wurde haargenau übernommen. Es gibt die Bösewichte, eine kleine Liebesgeschichte, den Showdown am Ende und das erlösende Ablachen am Schluss. Rund um dieses Handlungsskelett haben die Filmmacher einige gute Gags und Szenen eingebaut, der Gesamtentwurf bleibt feig. Im Laufe des Film wird deutlich, wie sehr Matt Groening und sein Team sich im Korsett des Spielfilms eingeengt haben. Für Subversivität, satirische Kritik und groteske Komik bleibt gegen Ende kaum mehr Zeit, wenn es gilt das Happy End abzuhandeln.
Resümee und Fortsetzung
Das war zu erwarten. Und: Es hätte schlimmer sein können. Man merkt dem Film an, dass die Menschen dahinter lange daran gefeilt haben. Einige Szenen und Meldungen können durchaus mit den besten Episoden mithalten. Vielleicht hinkt die deutsche Version auch einmal mehr dem Original nach. Präsident Schwarzenegger ist in der englischen Fassung des Films sicher besser.
Zusammenfassend: Ein netter Film, ganz gut gelungen und stellenweise wirklich witzig. Gesellschaftskritik und Satire kommen auch nicht zu kurz, lediglich die Handlungsfolge ist zu konventionell. Ein Showdown, der nie wirklich spannend ist, und das beinahe biedere Vater-Sohn Happy End hätten wir uns gern erspart.
Fortsetzung gerne, aber bitte wieder etwas unkonventioneller.
Ich mag mein Studium (Politikwissenschaft), Tiere, die Wiener Außenbezirke und gutes Essen (Tiere). Mitglied des FM5-Kletterteams.
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feuert den Kritiker!
Studiere Politikwissenschaft, lese Spiegel und Das Kapital, trinke Wein aber kein Bier, würde gerne für TITANIC schreiben. Bis dahin bei FM5.
Oh mein Gott - geht es NOCH spiessiger ????????????
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feuert den Kritiker!
Spiegel lesen Leute die gute Zeitschriften nicht verstehen. Den Simpsons Film versteht man(n) dann übrigens auch nicht - wie eindrucksvoll in der Rezension beweisen. Für Titanic muss man(n) wohl noch etwas üben.
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Check ich net
Deinen absoluten Anspruch auf "verstehen" versteh ich nicht ;-)
Was heißt das, Zeitschriften oder Filme "zu verstehen"?
Wie auch immer, ich les den Spiegel ganz gern. Wer will kann mir daraus einen Strick drehen.
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so ein kommentar..
.. ist aber auch keine ernsthafte kritik!!
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so ein kommentar..
War auch nicht also eine solche gedacht, sondern lediglich als POLEMISCHE Kritk.
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Feuern?
Hehe, feuern wird schwierig. Dafür müsste ich ja angestellt sein ;-)
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Feuern?
na und, wir können dich immer noch rauswählen :)
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