Von 2.-10. Mai zeigen die chinesischen Mönche des Shaolin in der Wiener Stadthalle ihr Können. FM5 hat sich die Vorstellung angesehen und gestaunt. Mit Fotos und Video.
Geschichte
Das Shaolin-Hauptkloster liegt in der chinesischen Provinz Henan und hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Einer der einen Teil dieser Geschichte hautnah miterlebt hat ist der über 80jährige Shi Wanheng, der auch in der Stadthalle auftritt. Er ist der letzte noch lebende jener vier Mönche, die auch während der Kulturrevolution im Klöster blieben.
Auch heute ist die Shaolin-Gemeinschaft nicht vor internen Machtkämpfen und politischer Einflussnahme gefeit. Die Beurteilung was nun „richtiges“ Shaolin Kung-Fu ist fällt dem Laien schwer, die Truppe aus der Stadthalle hat sich jedoch nach Selbstbeschreibung dem „traditionellen“ Shaolin Kung-Fu verschrieben.
Spektakuläre Bilder
Bei der Show interessieren aber hauptsächlich die spektakulären Bilder. Man kann im Publikum förmlich das Verlangen nach den üblichen Stereotypen spüren; erleichtert geklatscht wird erst wenn ein Mönch eine Kette pfeilschnell durch die Luft sausen lässt oder sich ein paar Eisenstangen am Kopf zerschlägt. Der Show ist dagegen jedoch zu Gute zu halten, dass sie dem Publikum die Langsamkeit und neben der reinen Form auch den Inhalt zumutet. Natürlich stockt einem in manchen Momenten der Atem: weil zu befürchten ist dass einer der Mönche von einer Lanze aufgespießt wird oder sich den Schädel einschlägt, die eindringlichen Bilder liefern jedoch andere. Zum Beispiel bereits erwähnter Sho Wanheng der ständig von zwei Kindern gestützt plötzlich sein tägliches Programm mit unglaublicher Präzision und Langsamkeit vorführt. Oder die Informationen des "Moderators" der die Geschichte des Shaolin erklärt und dessen Friedfertigkeit betont. Auch das das Leben im Kloster hart und entbehrungsreich ist wird dem Zuschauer nicht vorenthalten. Ob damit die Zahl der Halbwüchsigen die sich nach dem Abend den Kopf rasieren und ins Kloster wollen reduziert werden kan, bleibt fraglich.
Die gesamte Vorführung besticht mit einer gelungenen Mischung aus Alter und Jugend, Ruhe und Dynamik, Kampf und Meditation. Auch die Interaktion mit dem Publikum, entweder bei gemeinsamen Atemübungen oder wenn nach der Show Blumen ans Publikum verteilt werden, machen die Show sympathisch. Das alles garantiert einen rundum unterhaltsamen Abend.
Video "Die Nadel"
Ein Shaolin-Mönch durchschlägt mit einer Nadel (!) die Glasscheibe eines Aquariums:
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Weitere Vorstellungen:
Sonntag, 7. Mai - 18.00 Uhr
Dienstag, 9. Mai - 20.00 Uhr
Mittwoch, 10. Mai - 20.00 Uhr