2007-04-02 00:10:48
Österreich steht politisch im heurigen Jahr zumindest für ein paar Monate im Rampenlicht. So darf jedoch nicht nur mit Mozarts Antlitz hausieren gegangen werden, sondern muss auch die Kronen Zeitung, Österreichs intellektuelle Postille schlechthin, einer näheren Betrachtung standhalten: Im Folgenden eine lyrische Spiegelung des Blattes für den kleinen Mann.
Die Krone, die Krone –
Geht’s auch ohne?
Was dem Kaffee die Bohne,
ist dem Ösi die Krone.
Inhalt sind ein paar Nullen,
lassen wir uns doch einlullen.
Themenwahl radikal beschränkt,
egal solang` man nicht denkt.
Die Krone, die Krone –
Geht’s auch ohne?
Ausländer raus, Ehre dem kleinen Mann,
des Dichters hohe Künste sind bei der Krone richtig dran.
Sätze kurz, Schrift groß,
Österreich, was ist hier los?
Bezüglich Niveau sehr asketisch,
fühlt sich wer danach bestätigt?
Die Krone, die Krone –
Geht’s auch ohne?
Wer sich will hier informieren,
muss bildungstechnisch krepieren.
Sagt KHG zur Fiona: „Oh, du mein Schatz!",
findet das in der Krone auch seinen Platz.
Und ist in China ein Reissack umgefallen,
muss man sich die Krone krallen.
Die Krone, die Krone –
Geht’s auch ohne?
In der Fachsprache heißt `s Boulevard,
die Krone lässt an niemanden ein gutes Haar.
Wie buchstabiert man Kultur?
„Heast, loß mi in Ruah`!"
Und die Moral der Geschichte:
Stehlet die Krone und machet Lichte!
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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