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2010-07-05 17:33:09
Fussballweltmeister, Europameister, vier Mal Ligameister, 1455 erzielte Tore in 1204 Spielen. Messi, Ronaldo, Maradona oder Pelé? Nein. Es ist die "deutsche Bombe". - Von Gianluca Catta.
Er heißt Gerd Müller, der beste deutsche Fussballspieler aller Zeiten - besser
bekannt als "Bomber der Nation". Seine
Karriere fing in den 1960er Jahren bei
seinem Heimatverein TSV 1861 Nördlingen an, ging beim F.C. Bayern
München weiter und endete in den USA.
In
der bayerischen Hauptstadt wird er mehrere Male Torschützenkönig
und bester Spieler des Jahres, er holt sich je vier Ligatitel sowie den
DFB-Pokal. Außerdem gewinnt er den Europapokal der Landesmeister
(heute Champions League) drei Mal in Folge und wird
Weltpokalsieger (Vereinsfußball).
Seine ausgezeichnete Technik, die
blitzschnelle Drehung auf engstem Raum mit überraschendem Torschuss
– sogar aus schlechter Position – das sind seine Merkmale, mit denen er berühmt wurde.
Er war bekannt dafür, dass er mit seinen Dribblings jede
Abwehr ablenken konnte. Berühmt ist die Zusammemarbeit mit Franz "Der Kaiser" Beckenbauer,
dem er viele Traumpässe verdankt.
Beide seiner Auftritte - der erste im
sogenannten Jahrhundertspiel gegen Italien während der WM 1970 und später im WM-Finale von 1974 - sind weltberühmt und unvergesslich. Wegen
seines Talentes und seines Torriechers stellten fast alle
Mannschaften gleich zwei Verteidiger zu seiner Manndeckung ab.
Müllers Traumkarriere
Seine
Karriere in der Nationalmannschaft begann am 12. Oktober 1966 in
Ankara gegen die Türkei. Der erste Höhepunkt seiner
Länderspielkarriere war das Halbfinale der WM 1970 in Mexiko gegen
den ewigen Gegner Italien, in dem er zwei Tore in der Nachspielzeit
schoss (Endstand 3:4).
Die Länderspielkarriere endete am 7. Juli
1974 mit dem Sieg bei der Weltmeisterschaft in seinem Lieblingststadion
in München, wo er im Finale gegen die Nachbarn aus den Niederlanden
das Siegtor zum 2:1 schoss. Sein Rekord von insgesamt 14 erzielten
Treffern bei Weltmeisterschaften hielt sogar 32 Jahre.
Vor
einigen Jahre behauptete Gerd Müller, dass
das Halbfinale für immer in seinem Herzen bleiben werde – mehr
als das Finale im Jahr 1974, bei dem er und die deutsche Mannschaft
als Weltmeister gekrönt wurden.
Alkoholprobleme und Depressionen
Anfang
der 1980er Jahre wechselte er zu den Fort
Lauderale Strikers, einer US-amerikanischen Mannschaft. Nachdem seine
Träume als Fussballspieler in Erfüllung gegangen waren, entschloss er sich, seine Fussballkarriere zu beenden.
Aber trotz
seiner außergewöhnlichen Karriere und seiner Erfolge bekam Müller ernsthafte Alkoholprobleme und hatte Depressionen. In wenigen Jahren verlor er sein ganzes Vermögen. Der Star am deutschen Fussballhimmel verblasste langsam und vegetierte dahin,
ohne dass die Öffentlichkeit Notiz davon nahm.
Dank Franz Beckenbauer
und Uli Hoeneß arbeitet Gerd Müller heute als Co-Trainer der
zweiten Mannschaft des F.C. Bayern München und leidet nicht mehr
unter Depressionen. Fest steht, dass ohne die Hilfe eines Freundes diese Legende in Vergessenheit
geraten wäre - oder sogar an seiner Sucht zu Grund gegangen wäre. Heute kann sich die "Bombe" glücklich schätzen, als
Trainer sein Wissen an die nächste Generation weitergeben zu können.
Muttersprache Spanisch, aber germanophil: Studierende der Universität Salamanca (Germanistik/Übersetzung) haben sich unter der Koordination der OeAD-Lektorin Romana Radlwimmer und der DAAD-Lektorin Alma Dreyer zu einer FM5-Auslandskorrespondez-Stelle zusammengeschlossen, um aus spanischer Perspektive über Aktuelles und Universelles zu berichten.
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