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Die Christen am Weg das Land zu erobern...

Christliche Werte sind in der österreichischen Politik nicht vertreten und so machen sich "Die Christen" unter Obmann Dr. Alfons Adam auf, solche raschest in der Parteienlandschaft einzubringen. Dass andere vor ihm daran scheiterten, macht ihm nichts.

Es steht schlimm um die österreichische Parteienlandschaft. Die Werte der Kirche scheinen über die Jahre verloren gegangen zu sein. Nächstenliebe, Gottvertrauen, Antidiskriminierung, Moral, usw. – solche Kriterien zählen in der Politik augenscheinlich nicht mehr, zumindest wenn es nach Dr. Alfons Adam, Parteiobmann der Christen, geht. Dass es aber wie in der Kirche eine Diskrepanz zwischen Wertvorstellungen und Handlungsweise gibt, stört sie nicht weiter. So fordert man die Rücknahme aller bestehenden Rechte für Homosexuelle und die Einschränkung der Aufklärung an den Schulen. Andere christliche Parteien und Gruppierungen, die ins selbe Horn blasen, haben gewisse Forderungen schon vor Jahren gestellt. Untergegangen sind sie allesamt.

So hat die Christlich Soziale Allianz (CSA) unter Spitzenkandidat Karl Habsburg 1999 zum großen Sturm auf das EU-Parlament aufgerufen. Bei der Europawahl wolle man antreten und somit das Christentum stärker in der Politik verankern. Magere 1,53 Prozent waren schließlich für die CSA drin. Verankern konnte man letzen Endes nichts, denn seit der Niederlage von 1999 verlor sich die Spur der Partei im politischen Sand.

Die Christliche Wählergemeinschaft (CWG), die selbst ernannte Dachorganisation aller christlichen Gruppierungen mit politischem Interesse, ist hingegen immer noch aktiv, der politische Erfolg allerdings enden wollend. Das beste Ergebnis bei einer Wahl lag bei ernüchternden 0,1 Prozent bei der Nationalratswahlwahl im Jahr 1994. Acht Jahre später, nämlich bei der Nationalratswahl 2002, konnte man mit 0,04 Prozent nur mehr einen Bruchteil der Stimmen aus 1994 auf sich vereinen. Heute ist man ein geschlossenes Grüppchen voller Kirchenidealisten mit christlichen Wertvorstellungen, welches sich gegen alles Kirchenfremde vehement ausspricht. Der politische Einfluss blieb allerdings derselbe und neigt sich gen Null.

Christliche Parteien und Gruppierungen sind in Österreich bis dato vor allem von einem geprägt, nämlich chronischer Erfolglosigkeit. Die CSA und CWG konnten weder ins Europaparlament, noch in den Nationalrat, in einen der neun Landtage sowie in den zahlreichen Gemeinderäten einziehen. Kurzfristig hat Österreich mit den Christen eine neue Partei gewonnen, mittelfristig kann man mit dem laufenden Kinder- und Familienvolksbegehren einen Erfolg verbuchen. Nimmt man sich allerdings den bisherigen Werdegang anderer Gesinnungsgruppen zu Herzen, schaut es langfristig weniger rosig aus. Wo „Die Christen“ allerdings in zehn Jahren zu finden sein werden, wird der politische Überlebenswille und die Lust der Bevölkerung auf ein christliches Utopia zeigen.

Sandra Maier und Jürgen Hirschmann trafen Parteiobmann Dr. Alfons Adam zum Interview und hinterfragen das Konzept kritisch.

FM5: Im Oktober 2005 gab es bereits die Arbeitskonferenz mit dem Ziel eine fundamental christliche Partei zu gründen, im Jänner 2006 wurde man vom Bundesministerium für Inneres als Partei anerkannt. 2008 tritt man das erste Mal bei einer Wahl an – wieso erst zwei Jahre nach Erlangung des Parteienstatus?


Das ist nicht leicht zu sagen. Es geht ja nicht darum zu welchem Zeitpunkt man eine Partei wird, sondern es geht darum wann man die nötigen Unterstützungserklärungen hat. Und das ist gerade in Niederösterreich mit 21 Wahlbezirken und 50 benötigten Unterstützungserklärungen pro Wahlbezirk schwierig. Das ist eine Hürde, die für einen Neuling schwer zu nehmen ist.

Aus unzähligen Parteiprojekten in den vergangenen Jahren weiß man, dass ein Einzug beim ersten Antreten beinahe unmöglich ist. Welches Ziel haben Sie sich für die Landtagswahl in Niederösterreich gesetzt?

Naja, ein Traum wäre hineinzukommen und die Hürde von vier Prozent zu überschreiten.

Ist das ihrer Meinung nach realistisch?

Das weiß ich selber nicht.

Auf Ihrer Homepage ist folgendes zu lesen: "Das Müttergehalt ist die wirksamste 'flankierende Maßnahme' zur so genannten Fristenlösung, weil dadurch keine Frau mehr einen Grund hat, ihr ungeborenes Kind aus wirtschaftlichen oder finanziellen Gründen abtreiben zu lassen." – Das klingt, als würden "Die Christen" einen Preis für ungeborenes Leben aussetzen!

Das sehe ich nicht so. Ich mein, es wird immer wieder gesagt, dass Frauen aus einer Notlage heraus bzw. aus finanziellen Gründen zur Abtreibung gezwungen werden… das ist immer das Hauptargument. In Bezug auf den Papstbesuch denke ich daher, dass das Gehalt für die Mütter wirklich die wichtigste Maßnahme ist.

Papst Benedikt hat bei seinem Besuch in Österreich auch bekräftigt, dass Abtreibung kein Menschenrecht sei. Gäbe es für Sie dennoch einen Grund, wo Abtreibung vertretbar wäre?

Naja, es gibt in moralischer Hinsicht nur einen Grund von unserem Standpunkt heraus: Abwägung Leben gegen Leben, d.h. wenn das Leben der Mutter ernsthaft in Gefahr wäre.

Laut den Christen müsste also ein 14jähriges Mädchen, welches vom eigenen Vater vergewaltigt wurde, das Kind austragen?

Vergewaltigung ist an und für sich kein Grund für eine Abtreibung, weil das Kind auf jeden Fall unschuldig ist. Das ist eine Sache des Gesichtspunktes. Wenn ich davon ausgehe, dass das ungeborene Kind genauso ein Mensch ist wie sie und ich, dann muss ich zu diesem Ergebnis kommen. Man sollte aber bedenken, dass wir nicht Politik für den Einzelfall, sondern Politik für allgemeine Grundsätze machen.

Solche Einzelfälle gibt es aber leider! Tatsache ist, dass die Mutter im vorher genannten Beispiel selber noch ein Kind ist und wenn sie es austrägt, ständig an die Vergewaltigung erinnert wird.

Das ist uns klar, dass das eine Zumutung ist, aber es gibt ja auch die Adoption.

In Ihrem Magazin war zu lesen, dass geschichtlich nachgewiesene Ereignisse wie die Inquisition oder Kreuzzüge, sowie die Wissenschaftsfeindlichkeit der Kirche nur "Totschlagworte ohne realen Hintergrund" seien. Wie ist das zu verstehen?

Naja, ich könnte das wieder nur beispielsweise sagen. Da könnte man lange darüber sprechen, aber es ist mir bekannt, dass die spanische Inquisition in 100 Jahren allein im 16. Jahrhundert weniger Todesurteile gefällt hat, als die französische Revolution an einem Tag. Also so schlimm kann es nicht gewesen sein…

Laut Schätzungen hat es immerhin ca. 22 Millionen Tote allein bei den Kreuzzügen gegeben.

Das halte ich für einen Blödsinn…

Das ist die Schätzung von anerkannten Historikern.

Nein, es ist ja auch immer von 6 Mio. Hexen, die verbrannt worden sind, die Rede! Kompletter Unsinn…

Wie kann man jetzt die Aussage "Totschlagworte ohne realen geschichtlichen Hintergrund" konkret verstehen?

Dass es keinen realen Hintergrund dafür gibt! Die Christen haben doch keinen Grund sich für die Inquisition zu genieren - oder für die Kreuzzüge. Es gibt Historiker ohne christliche Prägung die meinen, dass die Kreuzzüge Europa vor dem Islam gerettet und somit die europäische Zivilisation, Menschenrechte  und die europäische Kultur erst möglich gemacht hätten. Das ist ein Aspekt. Ein zweiter wäre, dass die Kreuzzüge eine Art Nothilfe waren. Bevor der Orient mit Feuer und Schwert islamisiert wurde, war er ja christlich. Das vergisst man auch immer. Dass bei den Kreuzzügen nicht alles gut war ist klar, zumindest weil Menschen beteiligt waren.

In ihren Standpunkten argumentieren Sie gerne mit den Paragraphen der Europäischen Menschenrechtkonvention. Allerdings konnten wir interessanterweise bei ihnen lesen, dass all jene Politiker, die sich dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden, unter "Realitätsverlust" leiden. Jetzt müssten doch gerade Sie als Anwalt wissen, dass sie damit beispielsweise gegen den Nichtdiskriminierungsgrundsatz verstoßen. Dieser besagt, dass Diskriminierung u.a. wegen der sexuellen Ausrichtung verboten ist.

Naja, das weiß ich schon, ich halte diese Entwicklung aber für grundsätzlich falsch. Wir sind nicht der Meinung, dass Homosexuelle derzeit diskriminiert werden bzw. dass sie diskriminiert werden sollen. Sie sollen alle Menschenrechte genießen, die in der UNO-Charta oder in der Menschenrechtskonvention zu finden sind.

Wenn auf ihrer Homepage geschrieben steht, dass diese Menschen "Unzuchtspartner" sind, dann geht das aber eher in Richtung Beleidigung und nicht in Gleichschritt mit der Menschenrechtskonvention.

Es ist unserer Meinung nach ja auch Unzucht!

Es geht auch ohne den Begriff der "Unzucht" in Richtung Diskriminierung. So auch, wenn Sie vorschlagen die wenigen Weichenstellungen und Rechte, die es gibt, rückgängig zu machen!

Ja welche Rechte sollen sie denn bitte nicht haben? Sie haben ja alle Rechte, die jeder andere Mensch auch hat!?

Es gibt u.a. Hürden bei der Adoption, eingetragenen Partnerschaft, Ehe, u.s.w.

Aber die Ehe ist zweifellos privilegiert weil eben vom Gemeinwohl her ein Interesse besteht, dass ein Volk weiterlebt und dass es Kinder gibt, die gesund aufwachsen. All das kann eine homosexuelle Lebensweise nicht gewährleisten. Homosexualität ist -  nachdem was ich gelesen hab - ein neurotisches Fehlverhalten, es wird seit Jahrzehnten ein Gen gesucht, welches die Homosexualität bewirken soll. Ich hab gelesen von einem holländischen Psychiater der in Amerika auch als Lehrer tätig ist. Er sagt, er habe schon unzählige Homosexuelle geheilt. Es ist einfach ein krankhaftes Fehlverhalten.

Und sie glauben das kann man heilen?

Ja, in dem man das neurotische Fehlverhalten heilt, wie eben andere psychisch bedingte Krankheiten auch.

Dass "Die Christen" eine der wenigen Randgruppen sind, die diese Ansicht vertreten, wissen Sie?

Ich glaube, dass das bei uns noch nie diskutiert worden ist. Es gibt ja auch nur Fehlinformationen darüber. Die Menschen wissen nicht, was Homosexualität wirklich bedeutet!

Und was bedeutet es?

Ich habe die Lebensgeschichte eines Homosexuellen gelesen, der mit sieben Jahren von seinem Pflegevater missbraucht wurde und eben in diese Situation gekommen ist, weil er von sonst niemanden Liebe bekommen hat. Der hat dann beschrieben, dass er Jahrzehnte lang jede Nacht unterwegs war um einen neuen Partner zu suchen und irgendwann ist er an jemanden gekommen, der ihm gesagt hat "so nicht". Heute ist er ganz normal verheiratet und erzählt was damals passiert ist. Ich hab auch mit Hautärzten gesprochen und Ärzte für Geschlechtskrankheiten. Die haben mir erzählt, was es da für schreckliche Dinge gibt und welche Krankheiten damit unmittelbar zusammenhängen.
Das sind ja alles Sachen, über die nicht gesprochen wird und über die wir keine Informationen erhalten. Geschlechtskrankheiten betreffen ja in gesteigertem Maße solche Menschen. Ist ja ganz klar wenn ich ein Organ, welches nicht dafür bestimmt ist, für solche Zwecke missbrauche. Das können Sie von jedem Hautarzt hören, der ehrlich ist. Aber es ist halt nicht so im Trend der Zeit, dass man sich seine Vorurteile durch Fakten zerstören lässt – typische Ideologie der Linken. Außerdem bin ich gläubiger Katholik, ich habe meine eindeutigen Vorgaben!

Und das halten Sie für zeitgemäß?

Also bitte sehr, ich halte das immer für zeitgemäß!

Tun Sie sich mit einem Staatsoberhaupt, der bekennender Agnostiker ist, schwer?

Nicht weil er bekennender Agnostiker ist…

Trennung von Kirche und Staat?


Kein Problem!

Was haben dann christliche Werte in der Politik zu suchen?

Ja meine Gegenfrage wäre: warum nicht? Denn wenn alle ihre Vorstellung in die öffentliche Diskussion einbringen können, warum sollen dann die Christen dieses Recht nicht haben?

Sie haben sich als Autor der Webseite kreuz.net über die Barkeeperschule beklagt, weil diese in ihrem Werbekurzfilm eine Priester zeigen, der den Messwein wie ein Barkeeper herumschleudert und haben auch mit Strafanzeige gedroht?

Ich? Das ist glaube ich schon länger her, aber ich kann mich gar nicht mehr so genau daran erinnern.

Das war am 26. März 2007. Wissen Sie vielleicht noch, was sich in diesem Fall getan hat?

Ehrlich gesagt, ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Ich mache schon lange keine Strafanzeigen mehr wegen sowas, weil es sinnlos ist.

Gegen eine Künstlerin in der Sendung "Kreuz und Quer" im ORF hat es ja auch eine Strafanzeige gegeben.


Da kann ich mich erinnern, das läuft auch noch beim Verwaltungsgerichtshof. Es gibt aber nichts neues zu berichten...

Weiters wurde der Aufklärungsbus in Niederösterreich von Ihnen kritisiert. Jetzt kristallisiert sich hier möglicherweise folgendes Bild heraus: Die Christen kümmern sich um christliche Themen. Aus aktuellen Gesellschaftsthemen wie dem Unizugang, Türkeibeitritt zur EU, Diskriminierung im Asylverfahren etc. hält man sich aber raus. Gibt es in diesem Bereich ernstzunehmende Ansätze? Denn wenn man Aufklärung bei Schülern verhindern will, erinnert das eher an schon lange nicht mehr da gewesene Strukturen.

Also, bei diesem Love-Tour-Programm geht es nicht um Aufklärung soweit ich informiert bin. Ich habe die Texte bekommen, worum es dabei geht. Das ist meiner Meinung nach Verführung Minderjähriger. Das hat nichts mit Aufklärung zu tun!

Der Lovebus fährt von Schule zu Schule und klärt Schüler im Beisein einer Lehrkraft auf.

Ich finde eigentlich, dass das eine Sache der Eltern wäre. Mich hat eine Mutter angerufen und die Geschichte von ihrem 12jährigen Sohn erzählt. Der hat da halt mitgemacht, damit er nicht ausgelacht wird und hat sich die Ohren zugehalten, weil er gefunden hat, dass das Ganze Blödsinn ist. Dieser Love-Tour-Bus hat ja nur den Sinn die Mitsprache der Eltern bei der Sexualaufklärung zu verhindern.

Können Sie sich vorstellen, dass es Jugendliche beschämt, wenn sie gezwungen sind mit den Eltern über das Thema zu sprechen?

Ja, es geht aber immer um die Tendenz und für uns stimmt die Tendenz nicht.

Die Tendenz geht wohl dahin, dass Jugendliche immer frühreifer werden, zwar wissen wie der Geschlechtsakt funktioniert, von Verhütung aber tatsächlich keine Ahnung haben.

Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, dass sie früher heiraten. Wir wollen nicht moralisierende Politik machen, aber wir wollen ein Klima schaffen, wo man auch über Glaubensgrundsätze reden kann, nämlich dass es auch möglich ist, ohne Sexualität auszukommen. Dass es Jahre geben kann, wo man "sauber" lebt und es auch wieder in die öffentliche Diskussion einbringt. Es geht nicht darum, Gesetze zu schaffen damit Menschen bestraft werden, wenn sie zu früh miteinander ins Bett gehen, Ehebruch passiert oder was auch immer. Wir möchten nur über eine christliche Lebensweise reden und diese auch den Menschen anbieten, sonst gar nichts, so einfach ist das!

Wen wollen Sie damit ansprechen?

Das wissen wir noch nicht. Es gibt heute schon 35-40 Prozent Nichtwähler. Wir haben Grund zur Annahme, dass sich darunter viele enttäuschte ÖVP-Wähler befinden. Mich hat auch ein Wähler angeschrieben. Der wählt immer grün, weil sie beim Umweltschutz ganz gut sind, aber wenn wir antreten, wählt er uns. Aber das ist nur ein Einzelfall.

Interessant fanden wir auch, dass Sie das BZÖ bzw. die FPÖ als zu weit links bezeichnet haben.

In einem gewissen Sinn für uns schon, aber das ist so eine Sache mit "links" und "rechts". Dann zu sagen, wir sind rechts von der FPÖ, was soll das heißen? Ich mein, ich weiß, dass es in der FPÖ noch immer einen Flügel gibt, der – na, wie sagt man so schön – so eine gewisse Mentalität hat. Das passt für uns sicher nicht. Ich weiß noch, wie Schweizer Freunde erstaunt waren, als sie mich gefragt haben wer mein Wunschkandidat bei der letzten Papstwahl sei. Ich hab zuerst gesagt der Ratzinger, aber der wird’s nicht. Dann habe ich gemeint, meine zweite Wahl wäre Kardinal Arinze (Anmerkung der Redaktion: schwarzer Kurienkardinal im Vatikan). Wer denn das wäre, haben sie dann gemeint und ich habe gesagt, dass das der Nigerianer sei. Daraufhin waren sie völlig verwundert. "Was? Die Katholiken sind gar keine Rassisten?", haben sie gefragt. Natürlich nicht, bei uns hat es immer schon alles gegeben!

Pro oder Contra Türkeibeitritt?

Contra! Die Türkei gehört nicht zu Europa!

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Michael Auer (Gastautor)


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Kommentare




 

07.11.2007
cpausch

Es ist...

...traurig zu sehen, dass es solche Ansichtsweisen in dieser ausgeprägten Form immer noch gibt. Und das so ein Mensch, dann auch noch eine ganze Organisation hinter sich stehen hat und durch diese bestärkt wird ist das aller schlimmste.

Danke für dieses Interview.

Großartig zu lesen, auch wenn ich aufgrund der Antworten öfters einen überdimensionalen Brechreiz verspürt habe.

Ich fasse zusammen: Contra Abtreibung. Contra Türkei. Contra Homosexualität. - Eine wunderbare Grundhaltung. (Achtung: Ironie meinerseits!)

mfg.

[antworten]




 

07.11.2007
JüH

Danke

für den lieben Comment!
Sandra und ich haben uns glaub ich sehr Mühe gegeben mit dem Artikel. Gestern entstand noch die Diskussion ob wir ihn in dieser Länge erscheinen lassen. Wir wissen zwar, dass er sehr lang ist, aber wollten und konnten einfach nichts weglassen...
Stimmt, hier geht es sehr oft um Ablehnung. Wir hoffen, es ist uns gelungen, das Konzept der Partei ausreichend kritisch zu hinterfragen!
Danke für das "großartig zu lesen" ;-)

LG

[antworten]




 

07.11.2007
david [info]

Danke

Nein, die Länge passt schon. Ging ganz schnell den zu lesen.

War sehr interessant zu lesen.

[antworten]




 

07.11.2007
caro

wenn ich sowas les

dann wird ma schlecht... und man kann nicht mal sagen, welche von den grauslichen aussagen schlimmer ist...
man mag nur hoffen, dass die möglichst wenige anhänger finden... jede stimme die diese partei bekommt, ist eine stimme zuviel

[antworten]




 

07.11.2007
XtopherR

Zugleich köstlich und zum kotzen…

1. Schon wieder die alte Leier … Sex/Liebe/usw. verdammen, während man es mit getöteten Ungläubigen/Gegnern nicht so genau nimmt, und es gar nicht schlimm finden würde, Schulkindern gegenüber die Kreuzzüge (=Gewalt) zu verherrlichen, während selbige vorm sexuellem Verderben um jeden Preis geschützt werden müssen (wo soll da der Unterschied zum radikalen Islam sein?) … wie ekelhaft, wie nervtötend…

2. Ich hätte so gern gewusst, wie hoch der Zynismus-Anteil bei dem denn ist. Bei manchen Exponenten liegt es ja auf der Hand, dass sie den Blödsinn, den sie bzw. ihre Umfelder verzapfen, unmöglich selber glauben können … man denke an Dick Cheney (Bush-Vize und Republikaner, gleichzeitig aber mit einer lesbischen Tochter, die er—zwar etwas verschämt aber doch sichtbar—liebt und fördert), oder auch schon Andreas Kohl oder Jörg Haider. Solche sind relativ leicht bloßzustellen. Dann gibt’s andere, die dumpfer und auch konsequenter sind … beispielsweise jene überaus gebärfreudige NR-Abgeordnete aus Niederösterreich mit dem gottgefälligen Nachnamen, welche zumindest in punkto Sexualverhalten als tatkräftige Heldin ihrer Ideologie anzusehen ist. Adam argumentiert zwar zynisch, macht es aber mit viel weniger Witz als so manche seiner ideologischen Artgenossen. Kein Augenzwinkern weit und breit. Hmm…

3. In wiefern werden hierzulande Christen daran gehindert, ihre Meinung zu äußern? Verbotsgesetze gibt es zwar, sie richten sich allerdings gegen wen anderen. „Hmm“ die 2te.

4. Um das offensichtliche auch mal ganz plump und offen anzusprechen: sind die „6 Mio. Hexen“, die nicht „verbrannt“ wurden, lediglich ein Platzhalter für etwas anderes? Haben wir es hier mit einem verkappten Holocaust-Leugner zu tun? Welcher die „gewisse Mentalität“, von der er sich scheinbar distanziert, lieber nicht spezifizieren möchte? Brrrr … was würde wohl eine noch detailliertere Recherche zu dieser Person ans Tageslicht fördern?

5. Die Aussage bzgl. der Kreuzzüge und der europäischen Kultur weiß vermutlich jedes aufmerksamere Schulkind richtig zu stellen—schlicht und einfach beleidigend ist das.

[antworten]




 

07.11.2007
XtopherR

Zugleich köstlich und zum kotzen…

Ad 4: Das ist einer der Nachteile der in Europa üblichen Verbotsgesetze: Ich möchte den Typen so gern als Nazi beschimpfen, aber der Spaß bleibt mir verwehrt, wenn einer nur die „Verbrennung“ von „6 Millionen Hexen“ leugnet. Beschimpfe ich ihn als krypto-Nazi, setze ich mich wahrscheinlich dem Risiko einer Verleumdungsklage aus, weil die eigentliche Aussage, die ich ihm damit andichten wollen würde, ja strafbar wäre … er ließe das sicherlich nur ungern auf sich sitzen. Aber bitte, vielleicht glaubt der honorige Herr wirklich, dass allgemein behauptet wird, es wären ausgerechnet 6 Millionen Hexen verbrannt worden … hmm. Ich hab nach dem Begriff „6 Millionen Hexen“ gegooglt, es gab einen Hit, ein in der Tat sehr „komischer“ Blog … aber im Großen und Ganzen scheint dieser fürchterliche Massenmord an den Hexen der Welt relativ verborgen geblieben zu sein. Wenn ich hingegen nach „6 Millionen Juden“ suche, komme ich auf ca. 17.900 Hits… tja, das mit den Hexen wird dem Verfassungsschutz wahrscheinlich nicht reichen, aber stinken tut’s trotzdem…

[antworten]




 

08.11.2007
JüH

Das Problem ist... (@ XtopherR)

dass die Zeit, als Frauen - als Hexen beschimpft - verbrannt wurden, sehr lange zurückliegt, ebenso wie die Inquisition oder die Kreuzzüge. Das ist also nicht mehr im Gedächtnis der Menschen. Ganz anders verhält es sich mit dem zweiten Weltkrieg und dem Massenmord an Juden. Das existiert sehr wohl noch in den Köpfen der Menschen, darüber wird heute noch gesprochen und auch ein Verbotsgesetz gibt es, während die Tatsache mit den Hexenverbrennungen teilweise (leider) nur als billiges Argument herhalten muss, wenn jemand seine Kirchensteuer nicht zahlen möchte.
Wäre man zu der Zeit auch so rechtspolitisch forgeschritten gewesen, dann gäbe es vl. auch ein Verbot gegen die Leugnung der grauenhaften Frauenmorde. Leider (!) gibt es das nicht. Deswegen wird es auch in Zukunft möglich sein die Inquisition, die Hexenverbrennungen und die Kreuzzüge als "Totschlagworte ohne realen Hintergrund" zu bezeichnen. Es bleibt leider ohne offiziellen Tadel...

[antworten]




 

14.11.2007
XtopherR

Lauter Probleme... (@ JüH)

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.” – Voltaire

„Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein der Klugheit.“ – auch Voltaire. Altbekanntes Dilemma, ehschowissen.

Was vom Herrn Adam evtl. wirklich gemeinte Hexenverbrennungen angeht, da stimm ich Dir zu—dass der Holocaust als Stellvertreter herhalten muss für viele andere große Kollektivverbrechen, welche für uns heute aus diversen Gründen weniger klar erkennbar sind und deshalb untergehen (bzw. auf die man gern vergisst, weil man zwar nicht der NSDAP angehört, dafür aber einer Kirche). Klar, also, dass die Nachkommen der Nazis und ihrer Verbündeten keinesfalls die einzigen sind, die eine grausame und beschämende Vergangenheit oder meinetwegen Gegenwart aufzuarbeiten hätten. (Als Verharmlosung meine ich das natürlich nicht!)

Und das Holocaust wird eben, wie Du sagst, auch deshalb etwas einzigartiges sein, weil die meisten Nazi-Gegner damals, aus welchen Gründen auch immer, relativ geschlossen die Chance ergriffen, sich für etwas besseres zu halten und danach u.a. Verbotsgesetze schufen—und heute sind wir immer noch besonders darauf sensibilisiert. Ich eben auch. Im konkreten Fall störte mich seine—bestenfalls unglückliche und geschmacklose—Wortwahl ("6 Millionen...", wieso unbedingt dieser kaum noch unterschwellige Vergleich, mal vorausgesetzt, es war als Vergleich und nicht als Metapher gemeint? Von ausgerechnet „6 Mio.“ _Hexen_ wird bitte kaum „immer die Rede“ sein!). Das ließ mich denken: noch so einer dieser Tarn-Nazis, die die aufgrund von Verbotsgesetzen notwendigen Anspielungen schon längst zur Kunst erhoben haben. Oder einer, der einfach nur ein paar Duftmarken setzt, um die Unterstützung dieser Szene zu bekommen. Kann gut sein, dass er gar kein solcher ist, aber angesichts mancher militanter Abtreibungsgegner bzw. des Rosenkranz-Milieus hab ich so meine Zweifel … bzw. da fällt’s mir schwer, die personellen und qualitativen Unterschiede zwischen Neonazis und manchen Erz-Christfundi-Kreisen auszumachen…

Offizieller Tadel: Ja, her damit! Aber wenn dieser als weitere Einschränkung der Redefreiheit daherkommt, frage ich mich (als Linker, nicht als Rechter), wo hört sich das auf? NS-Verbots-/Wiederbetätigungsgesetze sind zweifellos gut gemeint und auch heute noch sinnvoll. Aber im Grunde ist es doch um jede Einschränkung (sogar was Schwachsinn und Lügen betrifft) schade, weil dadurch das Prinzip der Redefreiheit geschwächt wird. Außerdem werden rechte Idioten daran gehindert, ihre Dinge beim Namen zu nennen, und bieten somit weniger Angriffsfläche. Also lieber gleich gar keine öffentlichen Redeverbote, Verbotsgesetze, Tabus, etc. Wäre zwar riskanter, ließe die Diskussion aber vielleicht durchsichtiger werden (siehe Holocaust, Hexenverbrennungen und meinetwegen auch Hilmar Kabas’ alte „HumpDumpLump“-Klestil-Beleidigung). Es kommt eh schon oft genug vor, dass Politiker/etc. ein Thema bemühen, wobei es ihnen in Wirklichkeit um etwas ganz anderes geht. Jede Zensur verstärkt diese Tendenz noch zusätzlich, was die Feststellung der eigentlichen Haltung umso schwieriger macht...

Dass ich da eher utopisch drauf bin, und dass sich manche Rechtsextreme einer ähnlich klingenden Argumentation bedienen, ist mir bewusst … ach, es ist alles so verdammt doppelbödig! Die Freiheit is a Hund…

[antworten]




 

07.11.2007
july

Traurig

...aber leider wahr, dass es solche Ansichten heutzutage noch gibt.
Ich glaubte ich lese nicht richtig- Menschen die Homosexualität als eine Kranheit bezeichnen, leiden selbst an einer schwerwiegenden Krankheit, namens "unheilbarer Intoleranz".
Eigentlich können sie einem wiederum leid tun, denn diese Menschen gehen mit Scheuklappen durch das Leben und es fehlt Ihnen jeglicher Weitblick.
Sorry für die etwas aggressive Schreibweise- aber bin auch der Meinung dass jede Stimme für diese Partei eine zuviel wäre.
Der Herr kommt glaub ich aus dem Mittelalter.

Aber eines möcht ich nicht vergessen- Gratulation für den Artikel/Interview an euch und Hochachtung,dass ihr so sachlich berichten konntet.

LG

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07.11.2007
elvis

Traurig

So ein Trottel

[antworten]




 

07.11.2007
Abraham

hmm

hallo Adam, wahrscheinlich kannst du dich nicht mehr an mich erinnern, aber ich kann unsere gemeinsame nacht nicht vergessen, ich hoffe du meldest dich bald, so wie du es mir damals versprochen hast und ziehst nicht die selbe nummer ab, wie mit Moses damals.

Kisses Abraham!

[antworten]




 

11.11.2007
stefan

schade

irgendwie find ich das schade, dass sich solche leute immer als "die christen" hinstellen, obwohl sie (hoffentlich) wissen, dass sie nur der äußerst rechte rand der christlichen gesinnungsgemeinschaft sind. es gibt genug christen - und dazu zähl ich mich auch - die sich zum christlichen glauben bekennen, damit auch kein problem haben, aber solche ansichten schlichtweg schwachsinnig und zum teil menschenverachtend finden.

schade find ich aber auch, dass ihr von fm5 (dessen artikel ich übrigens immer wieder gern und zustimmend lese) das auch irgendwie so darstellt. als wären diese freaks repräsentativ für alle christen - und demzufolge alle so wahnsinnig...

schönen abend an alle. st.

[antworten]




 

12.11.2007
Caroline.K [info]

und fällt dir auch auf

dass du mit "ihr von fm5" nun genau das selbe machst, wie das, was du an diesem artikel kritisierst ;)
und dafür, dass sich diese partei "die christen" nennen, können "wir" herzlich wenig....

[antworten]




 

12.11.2007
Lukas

tja..

also ich würde ja nicht alles unterschreiben, was in dem Interview gesagt wird, aber grundsätzlich stimme ich doch in einigen Punkten überein, wenn ich auch sagen muss das ich die Ausdrucksweise nicht umbedingt als geglückt bezeichnen möchte.

[antworten]




 

12.11.2007
Bsiqu

traurig

Ich finde es wirklich sehr traurig, dass solche - wie sagt man so schön - Idioten, immer wieder auf die Bildfläche treten und eine Gruppe vertreten, in diesem Falle »die Christen«, ohne wirklich deren Werte zu vertreten oder eine Ahnung davon zu haben.
Dieses »Parteiprogramm« hat eindeutig nichts mit christlichen Werten zu tun. Ich bin 20 jähriger Österreicher und gläubiger Christ (sowas solls auch noch geben), aber was die meisten Leute einfach nicht wissen oder bedenken, ist, dass es möglich ist, Christ zu sein und gleichzeitig wirklich »normal zeitgerechte jugendliche« Wertvorstellungen zu haben. Aber es passiert dann halt leider immer wieder, dass wegen solchen Hansln »die Christen« die Gschissenen sind.
Traurig...wirklich traurig.

[antworten]




 

15.11.2007
bartenberger.m [info]

Re: traurig

Ich kann dein Problem nachvollziehen. Als Linker geht es mir oft genauso, mit dem Realsozialismus der UdSSR in einen Topf geworfen zu werden.

ABER:
Man darf es sich nicht zu leicht machen, indem man einfach sagt: "Die missbrauchen das, dass sind keine richtigen Christen/Linken/usw." Vielmehr muss man sich einer schwierigen Frage stellen: Gibt es in dem an was ich glaube Elemente und Aspekte die für so einen Bldösinn anfällig sind? Es ist ja kein völliger Zufall, dass sich die Leute auf sowas berufen können. Es is daher wichtig sich mit den problematischen Aspekten seiner Überzeugung auseinaderzusetzen, bzw. mit den Schlüssen die diese Überzeugungen auch rechtfertigen.

[antworten]




 

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