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musik

Der erste Tag am Nova Rock: Eine Schlammschlacht um die Pannonia Fields

2007-04-02 00:11:15

Regen, Regen und noch einmal Regen. Beim ersten Tag am Nova Rock Festival im Burgenland blieb nichts trocken. Eine schlammige Diaschau!

Eine Schlammschlacht um die Pannonia Fields

Am ersten Tag des Nova Rock Festivals im Burgenland wurde – wie man so schön sagt – die Spreu vom Weizen getrennt, oder anders formuliert: Die "Weicheier" trennten sich von denen mit Durchhaltevermögen.

Der Grund für dieses menschliche Phänomen war ein Tiefdruckgebiet, welches sich in Ungarn festkrallte und einen Dauerregen zur Folge hatte. Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich das Festivalgelände in eine Moorlandschaft verwandelte. Hinzu kam eine bereits seit geraumer Zeit anhaltende "Schafskälte" und ein polarer Wind, der einem den letzten Spaß raubte.

Somit hielt sich auch der Andrang auf das Festivalgelände in Grenzen, denn nur wenige waren gewillt, sich aus ihren Schutzhütten zu begeben und sich danach den A**** abfrieren zu lassen. "It´s fucking freezing" sollte zu späterer Stunde Chris Cornell, Sänger von Audioslave, noch von der Bühne brüllen.


Eine Festivalbesucherin ruft den Sonnengott. Erhört wurde sie aber leider nicht.


Nur vereinzelte Schneemänner und Schneefrauen fanden sich bei La Vela Puerca vor der Festivalbühne ein.

Der Sänger von der uruquayischen Formation La Vela Puerca zeigte sich von den eisigen Temperaturen sichtlich unbeeindruckt. Ein Geheimtipp in Sachen Ska, wie mich eine Freundin vor dem Konzert wissen ließ. Und ja, sie hatte Recht.

 


Trotz des schlammigen Bodens wurde fleißig das Tanzbein geschwungen. Respekt!


Schlamm soll ja angeblich sehr gut für die Haut sein...?!

Die Beatsteaks sind momentan wohl einer der besten Festivalbands aus dem deutschsprachigen Raum. Das wussten auch die Festivalbesucher und strömten zahlreich in Richtung Bühne. Nun kam zum ersten Mal so etwas wie Stimmung auf.


"I don't care as long as you sing and I don't care as long as we swing." Das "Rotkäppchen" von den Beatsteaks: Arnim Teutoburg.


"Nicht klatschen, singen!"


Judith Holofernes beschwerte sich über kalte Finger. Damit war sie nicht die Einzige.

Solidarisch zeigten sich danach Wir sind Helden. Bis auf den Schlagzeuger, der immerhin etwas mehr Bewegungsfreiheit benötigt, hüllten sich alle Helden in einen gelben Regenmantel. Das hatte aber auch Auswirkungen auf den Auftritt. Denn so steif und lahm habe ich Wir sind Helden bei einem Konzert noch nie gesehen. Die neuen Songs funktionieren live nur stellenweise. Mitschuld war sicherlich auch der Sound vor der Bühne, der sich anscheinend den vorherrschenden Bodenverhältnissen anpasste – nämlich schwammig.

Vorweg: Bei den darauf folgenden Bands Audioslave und System Of A Down, die beide am Nova Rock ihr Österreich-Debüt gaben, mussten wir leider unsere Kamera in der Tasche lassen... Wir bitten euch um Verständnis.

Nichtsdestotrotz ließen es sich Audioslave nicht nehmen, es einmal richtig krachen zu lassen. Die vom ehemaligen Soundgarden Sänger angeführte Truppe schüttelte handfesten Rock von der Bühne und bestach durch das unglaubliche Gitarrenspiel von Tom Morello. Im Gegensatz zu Los Angeles – wo in einer TV-Show der alte Rage Against The Machine-Hit "Killing In The Name Of" eine Massenschlägerei auslöste – zeigte sich das Publikum in Burgenland eher angetan. Zum Glück.

Dann kam die Band, auf die wohl die Mehrheit an diesem Abend gewartet hatte: System Of A Down. Aber die Crossover-Pioniere aus Amerika enttäuschten. Nicht hauptsächlich aus musikalischer Sicht. Es happerte offensichtlich eher an der Einstellung. Wie schlapp die Songs vorgetragen wurden, war nahezu eine Verhöhnung. Wo blieb die gewohnte Energie, die Leidenschaft?! Die wurde wohl zuvor unter den Schlammmassen begraben.

Ich bin schon gespannt, was mich heute erwartet. Der Blick aus dem Fenster lässt nichts Gutes vermuten. Gatsch – ich komme!

Der zweite Tag am Nova Rock

Der vierte Tag am Nova Rock

Fotos: Florian Wieser & Marco Weise

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AutorInnen

Marco Weise

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