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Der Weihnachtsgroll

2007-04-02 00:10:57

Es ist jedes Jahr dasselbe Bild: zur Weihnachtszeit jagt eine Spendenaktion die andere – Pure Bigotterie oder kollektives Gutmenscheln? Ein Kommentar.

Schwere Entscheidungen prägen das tägliche Leben: Greenpeace, WWF, Amnesty International, 4Pfoten und andere Organisationen, auch „NGOs“ genannt, prüfen das ganze Jahr über die ohnehin überstrapazierten Geldbörsen der Passanten. Aber: für wen soll man sich jetzt entscheiden? Wem sein hart verdientes und/oder zusammengespartes Geld anvertrauen?

Hat der aus diesem Kanon auswählende Mensch so schon genug Schwierigkeiten, sich eine für ihn am sympathischsten wirkende Organisation auszusuchen, so erschwert sich die Situation zur Weihnachtszeit noch einmal. Denn zu dieser Zeit wollen alle wissen, wie viel Saft die Finanzen der Menschheit hergeben. So erweitert sich die Liste um bekannte Spenden-Aktionen wie „Licht ins Dunkel“ oder „Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (Hilfswerk)“.

Aber die Sinnhaftigkeit des Spendens generell soll an dieser Stelle gar nicht diskutiert werden, vielmehr ist eine Frage, der eine zweite wie auf Kommando folgt, interessant: Wieso, verdammt, sind wahrscheinlich 90% der sich in der Weihnachtszeit den Titel „Gutmensch“ umhängenden Spender bzw. für Spenden Werbende ab dem 24. Dezember wieder dieselben reaktionären und kein Geld für essentielle Institutionen locker lassende Spießer? Glauben die ernsthaft, dass zwischen dem 24. und 1. Dezember – im darauf folgenden Jahr – keine Armut existiert?

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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