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Der Teufel trägt Prada

2007-04-02 00:12:39

Meryl Streep und Anne Hathaway spielen sich im neuen David Frankel Film "Der Teufel trägt Prada" durch die diabolische Welt der Haute Couture.

Miranda Priestly (Meryl Streep) ist der personifizierten Teufel und gleichzeitig der Gott der Modewelt. Sie ist Chefredakteurin von „Runway“. Im gleichnamigen Buch der Autorin Lauren Weisberger soll das Magazin „Runway“ für die "US-Vogue" und Miranda Priestly für Anna Wintour stehen.

Der Roman

Weisbergers Roman erregte bereits in seinem Erscheinungsjahr 2003 großes Aufsehen. „The devil wears Prada“ sollte eine Abrechnung der ehemaligen Assistentin Wintours mit der Vogue-Chefin sein. Dieses Gerücht kurbelt die Verkaufszahlen – und somit den Erfolg des Buches – an. Natürlich leugnet Weisberger mögliche Gemeinsamkeiten Wintours mit ihrer Figur der Miranda Priestly.

Dennoch zeigt der Roman autobiografische Ähnlichkeiten der Autorin mit der Protagonist Andy Sachs (Anne Hathaway) auf. Die Ähnlichkeit zwischen Lauren Weisberg und Schauspielerin Anne Hathaway ist gering, dennoch lässt der Film von David Frankel erahnen, wie sich Weisberger in ihrer Zeit bei der US-Vogue gefühlt haben muss.

Kleines Mädchen in der großen Stadt

Andrea Sachs kommt aus einer Kleinstadt nach New York City. Mit wunderbaren Bildern erzählt Regisseur David Frankel Andys Weg zu ihrem Vorstellungsgespräch bei „Runway“. Kleine Zeitungsartikel, sorgfältig ausgeschnitten, sind auf schwarzem Karton verewigt. Andy kauft sich einen Frühstücksbagel. Eine Stärkung. Dieser Bagel ist für die folgenden zehn Monate ihr letzter. Denn wer bei „Runway“ arbeitet, muss immer am neusten Stand sein- nicht nur was Mode angeht-, frei nach dem Motto „Je dünner, desto besser.“

Wie durch ein Wunder stellt Miranda Priestly, brillant gespielt von Meryl Streep, Andy als persönliche Assistentin ein. Doch nicht nur die „Runway“ Chefin, sondern auch Kollegin – und erste Assistentin Mirandas – Emily (Emily Blunt) machen der Neojournalistin klar, dass „Runway“ großen Wert auf Stil und Style legt.

Aus der Raupe wird ein Schmetterling

Andys Gefahr in Fettnäpfchen zu treten wird mit der Zeit immer geringer. Bereits beim ersten Telefonat bringt sich Andy mit: „Can you spell Gabbana?“ in eine für das Publikum ungewollt komische Situation. Doch mit Hilfe von Modeexperten Nigel (Stanley Tucci) verwandelt sich Andrea schnell in einen Fashion-Victim. Die Beziehung zu Miranda wird durch das Geschick der Assistentin enger. Andy darf "das Buch“ – mit allen Geheimnissen der nächsten „Runway“ Ausgabe – in Mirandas Stadthaus bringen. Schlussendlich gelingt es ihr sogar mit Miranda zur Modewoche nach Paris zu fahren.

Ende gut, alles gut!?

Wer ein typisches Hollywoodende mit Andrea Sachs als neue „Runway“-Chefin erwartet, der irrt. Genau wie in der Romanvorlage erkennt die junge Frau auch im Film, dass die Modewelt zu diabolisch für sie ist und beschließt heimwärts zu ziehen. Dennoch hat die große Welt Hollywoods ihre Finger im Spiel.
Im Roman verlässt Andy Paris, um ihrer kranken Freundin Lilly – eine Figur die im Roman sehr stark, im Film unscheinbar agiert – beizustehen. Miranda, die ihr die Heimfahrt verbietet, wird mit den Worten: „Fuck you, Miranda. Fuck you“ abgespeist und nie wieder gesehen.

Anders wird der Abgang im Film dargestellt. Andy hält Mirandas Hinterhältigkeit nicht mehr aus und verlässt diese beim Betreten einer Modenschau. Um ganz mit dem „Teufel“ abzuschließen, wirft sie ihr klingelndes Handy in einen Brunnen. In einer späteren Szene stehen sich die beiden Frauen gegenüber. Durch Mirandas Mimik wird sofort klar, dass diese sehr wohl viel von Andrea hält, trotz der Kälte, die sie ihr in den letzten Monaten entgegen brachte.

Die Besetzung

Meryl Streep brillierte bereits in so vielen Filmen, dass nicht mehr viel über sie gesagt werden muss. Auch in „Der Teufel trägt Prada“ gelingt es ihr die Figur der Miranda Priestly ausdrucksstark zu verkörpern. Ihre hauchende Stimme und ihre gekonnte Mimik unterstreichen ihr Desinteresse; á la: der eigentlich Mittelpunkt ist Miranda.

Neben einem Star wie Streep zu spielen ist nicht einfach. Anne Hathaway, bekannt aus den „Plötzlich Prinzessin“- Filmen, mimt die Rolle der Andrea Sachs mit viel Eifer. Die Metamorphose vom College-Girl zur Fashion-Kennerin gelingt Hathaway ohne Umschweife. Unterstrichen wird diese durch die Kostüme von Patricia Field, die bereits bei der Serie „Sex and the City“ Carrie und co passend einkleidete.

Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Emily Blunt als Mirandas erste Assistentin Emily und Britin, zeigt nach anfänglicher Kälte doch noch ihre wahren Gefühle. Stanley Tucci spielt Modekenner Nigel und offenbart, dass Männer (in der Modewelt) die besseren Kumpel sind. „The Guardian“ Simon Baker als böser Charmeur – so eine Figur darf eben in keinem Hollywoodstreifen fehlen.

Fazit

„Der Teufel trägt Prada“ ist ein Film für alle, die an der Modewelt teilhaben wollen, für alle, die einen netten und komischen Film genießen wollen und für alle, die einfach nur eine wunderbare Meryl Streep sehen wollen. Die englische Originalfassung ist wärmstens zu empfehlen!

ab 13. Oktober im Kino

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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