2007-04-02 00:11:13
Josh Homme und seine Queens Of The Stone Age legen mit "Lullabies To Paralyze" ein Album vor, an dem sich wieder zahlreiche Rockmusiker die Zähne ausbeißen werden.
Es ist Mittagszeit, die Sonne steht am Zenit und erwärmt den ständig vom Wind verfrachteten Wüstensand auf rund 80 Grad Celsius. Kein rettender Schatten weit und breit in Sicht und kaum ein Lebewesen ist auszumachen, außer einem Rudel Geier. Dieses reißt die letzten Eingeweide aus einem nahezu völlig verwesten Brustkorbs eines Tiers, dessen Ursprung nur mehr schwer zu deuten ist…
So würde wohl die visuelle Umsetzung des neuen Queens Of The Stone Age-Albums namens „Lullabies to Paralyze“ aussehen.
Will I burn in Hell? & cast in the well
The mob it cries for blood
Into fire wood
With a little lie
Until the fire dies
Like the truth, away
I will never say...

Der Tag des Jüngsten Gerichts
QOTSA setzen sich derzeit aus Josh Homme, Mark Lanegen, Troy Van Leeuwen, Joey Castillo und Alain Johannes (der Ersatz für den ehemaligen Bassisten Nick Olivieri) zusammen. Die Stone-Rocker legten mit ihrem Vorgängeralbum „Songs for the Deaf“ im Jahre 2002 ein wahres Meisterwerk vor, an dem sich bislang schon zahlreiche andere Bands die Zähne ausgebissen haben. Nun gehen Josh und seine Kumpanen bei ihrem bislang vierten Werk „Lullabies to Paralyze“ anfangs ein wenig zurückhaltender zu Werke:
Das zeigt sich vor allem beim Opener „This Lullbaby“. Dabei übernimmt Mark Lanegan gekonnt den Part vor dem Mikro. Unterstützt wird er dabei von einer akustischen Gitarre, die Josh Homme lieblich zupft und sanft streichelt. Dieser Song wirkt wie wenn Nick Cave, selbst ernannter Fürst der Finsternis, seine Hände im Spiel gehabt hätte, und dient wohl als kurzer Zeitaufschub vor dem darauf folgenden, emotionsgeladenen Höllenritt.
This Blood is Love
Die anschließenden Stücke verkörpern allesamt den gewohnten QOTSA-Song der vergangen Alben: Die Gitarren krachen, bröseln und kommen druckvoll aus dem auf „Zerstörung“ eingestellten Verstärker. Sie surren wie nach Blut lechzende Gelsen, die in einer lauen Sommernacht um einen warmen, verschwitzten Körper schwirren.
Schlagkräftig unterstützt wird das Ganze von Joey Castillo, der den Fellen mit druckvollen Hieben eine überzieht. Den melodiösen Teil der Musik übernimmt wie gewohnt Josh Homme. Der Queen schlechthin - der nicht nur Feuer auf seinem Haupt, sondern auch unter seiner Brust trägt - singt in gewohnt dekadenter, hymnenartiger Manier.
Die zentralen Bollwerke auf dieser neuen Platte sind einerseits das brachiale, sich über sieben Minuten erstreckende „Someone’s In The Wolf“ und andererseits „This Blood Is Love“, welches wie ein Schauermärchen über den Hörer herein bricht.
Die 15 Songs auf „Lullabies To Paralyze“ dauern knapp über eine Stunde und knüpfen am erfolgreichen Weg der vergangen Jahre an. Die Band rund um Josh Homme überzeugt dabei durch abwechslungsreiche Arrangements, die ganz der Finsternis verschrieben sind.
Somit bleibt, was war: Die Queens Of The Stone Age sind die innovativste Rockband der heutigen Zeit. Daran gibt’s noch immer Nichts zu rütteln.
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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