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kreatives

Der Sprache auf der Spur (2)

2009-03-05 16:34:50

  • 02 many letters here
  • 03 many here leetters

Teil zwei der Serie, die einer ruralen Sprache auf den Grund geht. Dieses Mal: „I hob ma denkt…“.

Klassische und häufig verwendete Phrase in der oberösterreichischen Provinz: „I hob ma denkt…“. Abgesehen von grammatikalischen Gesichtspunkten – entweder „I hob ma docht“, also „Ich habe mir gedacht“ (Perfekt-Form) oder „I docht ma“, also „Ich dachte mir“ (Imperfekt-Version) – wirkt es ebenfalls in Anbetracht des Wortklangs, der Aussprache, leicht „hopatatschig“, wie es hier so schön heißt.

Ich stelle mir, wenn ich sprachliche, äh, Missgeburten wie diese höre immer die Frage, wie wenig Sprachgefühl man haben kann, um so etwas durchgehen zu lassen. Gibt das Hirn hier keine Blockade vor? Merkt das Denkorgan solche misslichen Verbalausstoße nicht? Aber gleichzeitig kann ich mir die Antwort schon ausmalen, vor allem bei Miteinbeziehen des Charakters jener Person, die sich dieser Sprache bedient: Es ist ja eh wurscht!

Welchen Stellenwert hat schon Sprache in einem gewissen geistigen Milieu, in dem schnell Sätze wie „Jo, jo, da Hitler hod scho recht ghobt irgendwie!“ entweichen?! Eben. Sind ja „nur“ Worte. Außerdem: Wozu Worte, wenn ich Fäuste habe? Vorsicht, es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass ein akademisches, belesenes Grüppchen fern von einem simpel anmutenden Sprachgebrauch sei. Aber eben auch nicht das Gegenteil.

Vielleicht befinde ich mich mit der folgenden Annahme bereits im semi-philosophischen Nirvana und neu ist dieser Gedanke bestimmt nicht, dennoch: Kann es vielleicht sein, dass man an der Sprache, die ein Mensch benützt, deutlich mehr ablesen(!) kann, als einem lieb und recht ist?

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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