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musik

Der Horror kommt nach Österreich

2007-04-02 00:12:08

Wenn andere Bands gerade mal für einen schnellen Gig ein- und wieder ausgeflogen werden, beehrt uns die schwedische Formation The Horror The Horror gleich mit einer einwöchigen Österreichtour - mit im Gepäck haben sie natürlich ihr frischgebackenes Debütalbum.

„The Horror, The Horror" - so lauten die finalen Worte von Marlon Brando alias durchgeknallter Colonel Kurtz in Francis Ford Coppola´s düsterem Kriegsdrama "Apocalypse Now". Dieses klingende Filmzitat dient nun als Namensspender einer jungen Band aus Schweden, deren Musik alles andere als horrormäßig klingt. Würde man hinter dem Bandnamen eher eine Deathmetaltruppe erwarten, schleudern uns The Horror The Horror unkomplizierten, melodischen und sehr sympathischen Gitarrenpop entgegen.

The Horror The Horror beim diesjährigen FM4=11 Fest

Ihre musikalische Heimat haben die fünf aus der Gegend von Uppsala, Nähe Stockholm, stammenden Musiker beim Hamburger Label Tapete Records gefunden, aus deren Zusammenarbeit das selbstbetitelte Debütalbum fruchtete. Was wir darauf zu hören bekommen ist leichtfüssiger, gitarrendominierter Indiepop Marke The Strokes, allerdings ohne deren Crazyness. Und das ist es vielleicht, was den sympathischen Jungs (noch) fehlt, nämlich eine Portion jugendlichen Ungestüms. Das war auch bei ihrer Liveperformance beim diesjährigen FM4=11-Fests spürbar. Wenn auch etwas ungezähmter und druckvoller als auf Platte, wirkte der Auftritt als gesamtes zwar ungemein sympathisch, andererseits auch ein wenig brav und unspektakulär - was allerdings auch an den Rahmenbedingungen eines Winter-Open-Airs gelegen sein mag, denn im Daunenanorak lässt sich´s nun mal nicht allzu gut rocken.

Sänger Joel Lindström

Abgesehen davon sind es aber auch die Songs, die nicht durchgängig zünden. Es gibt zahlreiche gute Ansätze und griffige Melodien, trotzdem fehlt letztendlich das „gewisse Etwas" und - trotz zweier Gitarristen - der nötige Druck. Einer dieser guten Ansätze zeigt sich im Song „All I Can Do", der abwechselnd von der sanften Stimme des Gitarristen und dem etwas kräftigeren Organ von Sänger Joel Lindström getragen wird und dabei Momente der einstigen Indierocklieblinge Ride heraufbeschwört. Auch mit eingängigen Songs wie „Sound Of Sirens" und „Blame The Sun" verstehen es die Schweden den Hörer charmant einzuwickeln. Alles in allem täte ein wenig „Horrorshow" und Crazyness und eine etwas weniger slicke Produktion der Musik von The Horror The Horror nicht schaden - aber das kann bei einer so jungen Band ja durchaus noch wachsen.
Wer The Horror The Horror live auch mal ohne Daunenjacke bewundern will, bekommt nun bei ihrer einwöchigen Österreichtour Gelegenheit dazu - hier die Termine:

03.04.06 Innsbruck - PMK Bögen
04.04.06 Klagenfurt - Universität
05.04.06 Wien - Flex
06.04.06 Salzburg - Rockhouse
08.04.06 Aflenz - Sublime



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