Am 20.Jänner beehrten die dänischen Newcomer Choir Of Young Believers zum ersten Mal Österreich. Im Haus der Musik lieferten die hierzulande noch nicht allzu bekannten Herrschaften eine äußerst eindringliche Performance ab.
Kaum ein freier Sessel war im 4.Stock im Haus der Musik gesichtet, als das Kopenhagener Bandprojekt Choir Of Young Believers,
welches sich rund um Sänger, Gitarrist und Mastermind Jannis Noya
Makrigiannis tummelt, relativ zurückhaltend die Bühne betrat.
Nun ja, einen allzu großen Raum hatte sich die Band für ihr erstes Österreich-Konzert auch nicht ausgesucht. Das Haus der Musik ist bekanntermaßen nicht gerade das Gasometer, doch dorthin hätte das Konzert auch gar nicht gepasst.
Sounds Good
Auf der Bühne fanden sich sieben MusikantInnen ein, eine Größenordnung, welche gar an Arcade Fire erinnert und die auch für den Choir eher als Ausnahme anzusehen ist,
tritt Makrigiannis doch oft sogar nur alleine mit der Cellistin Ceciele
Trier auf.
Die DänInnen waren jedenfalls gut beraten auf einen vollen,
breit gefächerten Sound zu setzen. Wenn auch ein wenig bombastisch
klingend war das Publikum von Beginn an von der kraftvollen
Instrumentation und dem schönen, teilweise nach Widerhall klingenden
Gesang von Makrigiannis angetan.
Der Sänger, selbst sehr schüchtern wirkend, sprach nicht oft zum Publikum. Entertainer sind COYB wenn, dann nur als Musiker, nicht aber als Redner.
Playback?
Der Sound der Band klang teilweise so perfekt, dass mir
nach den ersten Songs kurz die Frage durch den Kopf ging, ob hier vielleicht Playback gespielt wird. Sie taten es nicht.
Je länger das Konzert dauerte, desto ruhigere Momente wurden eingestreut. Wer sich das Debütalbum der Band This Is For The White In Your Eyes zulegen möchte, dem sei gesagt, dass die Band auf Tonträgern grundsätzlich auf viele ruhige Passagen setzt.
Dabei machen sich die Herrschaften beim exzessiveren Performen sehr gut, wobei selbst der Bühnenexzess beim Choir Of Young Believers geplant wirkt.
Kommt bitte schnell wieder....
Am Ende des Konzerts waren die Zuschauer durch die Bank
begeistert. Der Choir "musste" zwei Zugaben spielen und Makrigiannis
entschuldigte sich in seiner schüchternen Manier sogar dafür, dass die
Band nicht noch mehr Songs spielen konnte, da sie nicht mehr geprobt
hatte.
Ich muss gestehen, dass ich noch kaum eine Band gesehen habe, die ein derart perfektes Live-Set gespielt hat.
Wenn irgendetwas auszusetzen war, dann nur, dass die Band teilweise
sogar zu "brav" agiert, wobei das wohl einfach dem Naturell von
Makrigiannis und seinem Choir entspricht.
Leider konnten die DänInnen für meinen Geschmack den tollen Live-Sound
nicht zu hundert Prozent auf das Album umsetzen, was ich schade finde.
Die "Jungen Gläubigen" reisen nun weiter durch Europa und werden
bei ihrem nächsten Österreich-Aufenthalt mit großer Wahrscheinlichkeit
in einer größeren Location ihre Musik zum Besten geben dürfen.
Silence is Violence,
so words seem to be the cure,
but they are just little crutches,
they won't get us half way through
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