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musik

Der Fleischer lässt's krachen.

2008-11-07 10:08:19

  • 02 Vöcklabruck Mauracher
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Die österreichische Pop-Institution Mauracher gastierte mit wohlwollenden Klängen im Vöcklabrucker Foyer des Arts.

Vöcklabruck, Herbst 2008: Irgendwo im Nirgendwo ist Herr Kulturkonsument angetan sein Lebenskonzept zu überdenken. Gedanken werden geordnet, Synapsen in der unbarmherzigen Natur erfrischt, Geist und Körper auf den drohenden Winterschlaf eingestellt: Es ist eiskalt, Baby! Das, sich als Mensch tarnende, Nervenbündel mutiert zum Nervenwrack, weil: Zu viel grübeln drückt auf den Denkapparat. Die fiese Mischung von schlechtem Wetter plus Provinz-Ödnis, sie ist schwer zu verdauen. Ganz nebenbei zieht eine ökonomische Krise nach der anderen an der Haustür vorbei, die USA sind ready for change, eine gewisse Republik Bärental holt kurz vor Faschingsbeginn (Lei, Lei, Leiwand!) zum Rundumschlag gegen die westliche Welt aus. Good ol' Austria wird sich wieder einmal seines rechten Gedankenguts bewusst und überhaupt. Ihre Sorgen, wir möchten sie gerne haben. Österreich, lebst du noch?

Yes,…


Um der guten Sache letztendlich nicht überdrüssig zu werden, muss der Herbstdepression mit einem Konzert vorgebeugt werden, dessen Rahmenbedingungen geradezu symptomatischen Charakter aufweisen: Mauracher gastierten im Vöcklabrucker Foyer des Arts. Den Vorstand Hubert Mauracher darf man ohne schlechtes Gewissen einen kleinen Visionär nennen. Als der in Tirol geborene Schlagzeuger in den 90ern nach Wien zog und dort folgerichtig musikalisch tätig war, veränderte er die heimische Musiklandschaft nachhaltig. Auf dem 2003 erschienenen, verspielt und groovy wirkenden Debütalbum 29 Degrees findet sich zum Beispiel der großartige Schoko-Bananen-Song "Meilenstein", ein catchy tune, der sich bereits erfolgreich in jedes Ohr verkrochen hat.

…we…


Auch das darauf folgende, zweite Werk Kissing My Grandma enthält mit der Single "Hello" eine stilprägende, eher dem Rock verpflichtete Nummer, die die außerordentliche Wandlungsfähigkeit dieses Mannes demonstriert. Das aktuelle Album Loving Custodians, auf dem großteils brachial-erdige, aber eindeutig unter dem Titel 'Netter Pop' fallende Songs zu finden sind, schließt die Trilogie ab. Dem fachkundigen Beobachter fällt es auf: Mauracher, das steht auch für sanften - sprich: subtil ausgeprägten Veränderungswillen. Motto: Nur nichts überstürzen! Aber immerhin unterscheidet sich jedes Werk voneinander – eine Tatsache, die man nicht jeder Band zuschreiben kann.

…can!


Das Konzert stand dann freilich hauptsächlich im Zeichen der Präsentation ihres neuen, im berühmten Weilheimer Uphon-Studio von Master Mario Thaler (The Notwist, Console) produzierten Albums Loving Custodians, aus dem munter rezitiert wurde: "Rosary Girls", "Anytime", "Butcher Boy" – ein wuchtiges Stück, das auf ironische Art den Fakt, dass Hubert in einer Metzgerfamilie aufgewachsen ist, erörtert, aber auch die erwähnte Single aus dem Jahr 2005 "Hello" wurde geboten. Hubert am Keyboard und die mit einer wundervollen Stimme gesegnete Sängerin Maja Racki wussten mit ihrem Dargebotenen zu überzeugen. Ein wichtiger Abend, ein pathetischer Abend, ein schöner Abend. Der zumindest kurz das Ödland um sich herum negieren lässt. Und Hoffnung spendet.

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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