2009-02-26 20:39:40
Der Brenner geht in die dritte Runde. In Der Knochenmann ermittelt Josef Hader wieder einmal widerwillig.
Nach Komm süßer Tod und Silentium hat es ein dritter Roman aus der Brenner-Reihe von Autor Wolf Haas auf die Leinwand geschafft. In Der Knochenmann arbeitet das Erfolgstrio bestehend aus Regisseur Wolfgang Murnberger, Wolf Haas und Josef Hader zum dritten Mal zusammen. Diesmal hat es den Brenner hinaus aufs Land verschlagen, auf Verbrecherjagd wollte der ja eigentlich nicht gehen.
Von Backhendln und losen Fingern
Der Brenner (Josef Hader) hat einen neuen Job. Nach 19 Jahren Kriminalpolizei treibt er für seinen alten Freund Berti (Simon Schwarz) Leasingraten und delogierte Wagen ein. Der ungeliebte Job, der mehr Freundschaftsdienst als Lebensaufgabe ist, führt den kauzigen Privatdetektiv in die Steiermark. Ein Künstler namens Horvath hat die Raten für seinen zitronengelben Beetle mit integrierter Blumenvase seit Monaten nicht bezahlt.
Im Gasthof Löschenkohl findet Brenner alles Mögliche, nur nicht den verschollenen Herrn Horvath. Der zitronengelbe Beetle, der neben einem schicken Porsche die Auffahrt ziert, verschwindet auf mysteriöse Weise. Der Fleischwolf im Keller von Wirt Löschenkohl (Josef Bierbichler) und der cholerische Juniorchef Pauli (Christoph Luser) scheinen in das Verschwinden Horvaths verstrickt zu sein. Außerdem wäre da noch die fesche Schwiegertochter (Birgit Minichmayr), die Brenner den Weltschmerz für kurze Zeit vergessen lässt. Bis der Fleischwolf einen Menschenfinger zum Vorschein bringt.
Komm süßer Tod
Bei der heurigen Berlinale feierte neben Murnbergers Der Knochenmann auch Das Vaterspiel von Michael Glawogger Weltpremiere in der Sektion Panorama. Deutsche Medien zeigten sich durchwegs begeistert von den „wunderbaren Grotesken“ in Murnbergers Film. So war es nicht verwunderlich, dass der dritte Platz des Publikumspreises der Berlinale an Privatdetektiv Brenner und Konsorten ging.
Weg von Rettungsfahrern und der katholischen Kirche wagt sich der Brenner in eine Familie mit deutlichem Konfliktpotential. Das eingespielte Team Hader und Schwarz begeistert auch in Der Knochenmann mit Wiener Schmäh und nihilistischem Weltschmerz. Der finale Countdown findet bei einem Maskenball statt, der nicht nur einen Finger zum Rollen bringt.
Kinostart in Österreich: 6. März 2009
We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)
Newsfeed von Lena Fürnkranz abonnieren