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Das ist die Demokratisierung des Flugverkehrs

2007-04-05 22:06:03

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Ist Fliegen ein Luxus, den wir uns wirklich alle leisten müssen? Ralph Preclik, der Country Manager von SkyEurope in Österreich stand FM5 Rede und Antwort über den Vorteil der EU und warum Fliegen billiger ist als Taxifahren.

Billigfliegen ist im Moment nicht nur absolut im Trend, sondern auch absolut in Diskussion. Ist Fliegen ein Luxus, den wir uns wirklich alle leisten müssen? Ralph Preclik, der Country Manager von SkyEurope in Österreich stand FM5 Rede und Antwort über den Vorteil der EU, warum Fliegen billiger ist als Taxifahren und warum wir uns die Investition in eine Wärmepumpe überlegen sollten.

FM5: SkyEurope expandiert im Moment in ganz Europa. Wie sehen Sie die Europäische Union im Zusammenhang mit SkyEurope. In welcher Weise profitieren sie von der EU?

Preclik: LowCost Fluggesellschaften profitieren insbesondere, weil sie im Rahmen des Beitritts der Zentraleuropäischen und Osteuropäischen Staaten zur EU in einem liberalisierten Markt von jeglicher Destination zu jeder Destination fliegen können. Das hat uns erlaubt, neben der Basis in Bratislava (vor 5 Jahren, Anm.) weitere Basen in Budapest, Krakau, Prag und jetzt auch in Wien zu eröffnen.

Die geschützten Bereiche, ehemalige monopolistische Strecken, sind im Zusammenhang mit dem Europäischen Wettbewerbsrecht aufgebrochen worden, was es ermöglicht mit sehr günstigen Tarifen in Märkten zu stehen, die bisher verschlossen waren.

Sie werben in Wien mit dem Satz „Weil in der EU nicht alle auf Spesen leben, um € 19 nach Brüssel“? Wie ist das zu verstehen?

Es gibt ja immer diese große Spesendiskussion, was in der Eurokratie alles abgesetzt werden kann. Der Zwang extrem günstig zu fliegen ist nicht gegeben. Aber über einen Werbespruch dürfen sie sich nicht zuviel Gedanken machen, das hat nichts mit einem Angriff gegen die EU zu tun, sondern hat einfach damit zu tun, dass sich das jeder leisten kann, einen Flug aus der eigenen Pocket zu zahlen. Also 19 Euro ist nicht mehr als ein Taxi kostet.

Trotzdem hat mich die Werbung eher an ein Wahlplakat erinnert, ein populistischer Spruch der FPÖ zum Beispiel.

Das haben sie vielleicht so empfunden, hat damit aber überhaupt nichts zu tun.

Im Moment wird das Thema Billigfliegen in den Medien sehr stark diskutiert, es geht um Kerosinsteuer, CO2 Emissionsrechtehandel etc. Was sind ihre Anliegen in diesem Bereich?

Innerhalb der ELFAA (European Low Fares Airline Association, Anm.), die wir auch mitbegründet haben, sind wir alle einer Meinung: Flüge bewirken Treibhausgase, wie das auch bei Autos, in der Industrie oder ähnlichem der Fall ist und es ist keine Frage, dass wenn es hier zu Regeln kommt, dass wir diese akzeptieren und verstehen, sofern sie, wie im Wettbewerb üblich, für alle gelten. Ob dies nun Kerosinsteuer oder Emissionsrechtehandel ist, befindet sich ja in Diskussion.

Sie haben erwähnt, dass Sie mit € 19.- nach Brüssel fliegen können, was billiger sein kann als das Taxi zum Flughafen, jetzt braucht nicht nur der Taxifahrer argumentieren warum er so teuer ist, sondern auch warum sie so billig sein können.

Das ist ganz einfach, es gibt wie bei der Eröffnung eines Supermarktes bestimmte Promotions, es gibt eine bestimmte Anzahl an diesen Tickets. Die Rentabilität eines Fliegers geht über die gesamte Auslastung bis hin zum Abflug eines Fliegers. Wenn sie morgen nach Paris buchen wollen, dann werden sie vielleicht € 200.- exkl. Taxen zahlen. Die Nachfrage bestimmt und der Zeitpunkt an dem sie ihr Ticket buchen.

Andere Fragen wie z.B. die Sicherheit, die Arbeitsbedingungen, Verspätungen etc. könnten auch im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen, ähnlich wie dies nun in der Ökodebatte der Fall ist, in der gar ein Umweltminister den Verzicht auf Langstreckenflüge fordert.

Also ich bin sehr glücklich, dass wir die neuesten und leisesten Flugzeuge haben. Die Sicherheitsvorkehrungen sind extrem stringent, gerade bei uns ist dies notwendig, weil wir jeden Flieger besonders intensiv nutzen. Und zu den Arbeitsbedingungen: Das Flugpersonal ist ein sehr mobiles und deswegen würden sie woanders hingehen, sobald sie bei uns nicht happy wären.

Derzeit streiten sich zahlreiche Anbieter von Billigfliegern um die Vorherrschaft, es wird davon ausgegangen, dass der Gewinner am Schluss alles bekommt, führt dies nicht zu einem ruinösen Wettbewerb?

Schauen sie sich die Austrian Airlines an, die sind hoch verschuldet und wir haben keine. Und zu den Marktkonzentrationen brauchen sie nur ein Lehrbuch hernehmen um zu wissen, dass es auch im LowCost Bereich eine Konsolidierung geben wird. Schauen sie sich doch den österreichischen Lebensmittelmarkt an, schauen sie sich den Medienbereich an.

Aber sollten Negativbeispiele als Vorbild dienen?

Ich weiß nicht, ob es so ein Negativbeispiel ist, dass es einen Konzentrationsprozess geben wird. Im Endeffekt, solange sie einen bestimmten Wettbewerb haben und solange die Unternehmen gesund genug sind, können sie auch entsprechend günstige Konditionen an die Kunden weitergeben. Und die LowCost Airlines sind ja in einer ganz anderen Phase, wo der Markt in Schwung kommt, wo monopolisitische Strecken sobald wir eine neue Strecke aufmachen, plötzlich zu einem akzeptablen Preis angeboten werden.

Es ist auch im Sinne des globalen Verkehrs, dass jemand der aus Rumänien stammt sich nicht unbedingt 24h in einen Bus zwängen muss und nach Wien fährt, sondern in ein Flugzeug setzt. Das ist die Demokratisierung des Flugverkehrs. Es ist nicht nur für ein paar Auserwählte, sondern sollte von allen genützt werden, weil es auch sehr wichtig ist im Sinne des Verstehens unseres Europas. Wenn wir uns mehr austauschen und in unserer globalen Welt mehr Leute unterwegs sind und sich begegnen, werden auch nationalistische Tendenzen unwahrscheinlicher.

Wie erklären sie einem ökologisch bewussten Studenten, dass er mit SkyEurope fliegen kann?

Also wenn er ein ökologisches Bewusstsein hat, dann wird er auch kein Auto fahren oder sonstige Verkehrsmittel. Wir haben zum Beispiel eine Diskussion im Unternehmen, dass jeder einen zusätzlichen Beitrag zum Flugticket zahlen können soll, wo der zusätzliche Wert des Tickets dann in Aufforstungsprojekte oder Ähnliches gesteckt wird. Wir sind ja alle in dieser Welt und sind mit diesen Themen konfrontiert. Ich hab ja völliges Verständnis wenn jemand sagt, dass er nicht fliegt, weil das schlecht für die Umwelt ist, aber auch das Auto und andere Verkehrsmittel sind schlecht für die Umwelt, dann muss man sich auch fragen wie oft bade ich mich, investiere ich in eine Wärmepumpe etc.

Derartige Projekte klingen sehr interessant. Gibt es schon Konkreteres?

Nein. Man setzt sich zusammen und diskutiert. Eine Fluggesellschaft besteht auch aus Menschen. Diese Menschen haben Ideen und Positionen und wir setzen uns zusammen und überlegen, was könnte man da machen, ist das ein Thema, das von großer Relevanz ist. Es ist aber noch zu früh zu sagen, was das genau wird.

Wie sehen die Zukunftshoffnungen und Zukunftsmärkte aus? Was ist die mobile Zukunft?

Wichtig ist es, dass man mit einem ausgezeichneten Produkt mit ausgezeichneten Preisen den Menschen die Möglichkeit gibt unterwegs zu sein und wir erwarten, dass wir in Wien einen Aufschwung erleben werden und wenn das eintrifft, dann werden wir bestimmt noch intensiver hier tätig sein.

Danke für das Interview

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