2010-07-25 13:04:36
Wer auf Action mit Tiefgang steht, ist bei ihm richtig. Nach Filmen wie Memento oder The Dark Knight überzeigt Christopher Nolan auch mit seinem neuen Werk Inception.
Eine Idee im Unterbewusstsein zu verankern, ohne dass der
Betroffene bemerkt, dass es nicht seine eigene ist. So ließe sich wohl
umschreiben, was mit Inception gemeint ist. Und genau das ist Dom Cobbs
(Leonardo DiCaprio) neuester Auftrag. Nicht, dass seine bisherigen Unternehmungen
weniger spektakulär gewesen wären. Schließlich ist es sein Geschäft in die
Träume einflussreicher Persönlichkeiten einzudringen, um ihnen ihr geheimstes Wissen
zu entlocken. Mit anderen Worten: Industriespionage. Doch einen Gedanken
einzupflanzen, das ist ein ganz anderes Kaliber, als einen zu stehlen.
Ein Team muss her
Daher schart Cobb die Spezialisten der Branche um sich. Ein
Team, das in seiner Gegensätzlichkeit stereotyper gar nicht sein könnte: von
der unschuldigen Architekturstudentin, die von den Möglichkeiten der
Traumwelten verführt wird, bis zum knallharten Geschäftsmann, der die
Ausführung seines Auftrags überwachen möchte, vom geschniegelten Gentleman bis
zum Hinterhofchemiker. Da passt es schon fast, dass die Rekrutierung der Mitstreiter
eher an einen mittelmäßigen Agentenfilm aus den 70er Jahren erinnert, als an
einen innovativen Actionthriller aus dem Jahr 2010.
Unlösbares
Frauenproblem
Nach kurzer Planungsphase geht es dann ins Traumland, wo
sich alles als noch viel komplizierter erweist, als es im Vorfeld den
Anschein hatte. Zum einen hat die Zielperson ihr Unterbewusstsein gegen
Eindringlinge geschützt, was sich im Traum in einer Privatarmee niederschlägt,
die Cobb und seine Mitstreiter jagt. Zum anderen funkt auch noch Cobbs tote
Frau Mal (Marion Cottilard) ständig dazwischen. Sie will ihren Mann dazu
bringen ihr nachzufolgen und sabotiert deshalb seine Tätigkeiten. Dies alles wird
noch dadurch potenziert, dass sich die gesamte Szenerie in einem Traum im Traum
im Traum abspielt. "Kopfweh" scheint für das Publikum da vorprogrammiert zu
sein.
Unterhaltung at its
best
Doch wundersamerweise ist dies nicht der Fall. Trotz einiger
Ungereimtheiten in der Story funktioniert der Film tadellos. Dies ist vor allem
darauf zurückzuführen, dass mit ständigen Actionsequenzen, einer
undurchschaubaren Liebesgeschichte, dem Konkurrenzverhalten der Eindringlinge
untereinander sowie der phantasievollen Unbegrenztheit der Traumwelt eine ganze
Menge geboten wird. Tiefergehende Reflexionen über etwaige logische Fehler sind
da fast ausgeschlossen. Als Nachteil erweist sich diese Dichte allerdings für
das durchweg hochkarätig besetzte Schauspielensemble (neben DiCaprio und
Cottilard sind unter anderem Tom Hardy, Ken Watanabe und Michael Caine zu sehen),
da es durch die Handlung klein gehalten wird und eher blass bleibt.
Die Psyche als
Spielwiese
Inception ist ein
für Christopher Nolan typischer Film. In seinem Schaffen steht Realität und
Einbildung stets im Mittelpunkt des Geschehens. Sei es ein Lügenkonstrukt aus
selbst manipulierten Kurzzeiterinnerungen wie in Memento, die zwanghafte Enttarnung eines Zaubertricks wie in The Prestige oder die Ambivalenz des
Superhelden Batman wie sie in Batman
Begins und The Dark Knight vollzogen
wird. In Inception geht Nolan sogar noch
einen Schritt weiter, indem er selbst den Zuschauer im Unklaren lässt, was
denn nun Realität ist und was nicht.
Matrix lässt grüßen
Letztlich ist es aber ganz gut, dass nicht alle Fragen
beantwortet werden. Es bleibt daher zu hoffen, dass die letzte Szene nicht
als Cliffhanger für eine mögliche Fortsetzung dient. Denn was aus einem guten
Film werden kann, wenn der Zuschauerwunsch nach Aufklärung zu groß wird, hat
sich an Matrix gezeigt. Die
Vorbildfunktion die dieser Film auf Nolans Inception zweifellos hatte, sollte also spätestens an dieser Stelle enden.
KINOSTART: 29. Juli 2010
Nobody knows the trouble I've seen.
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james bond auf vier ebenen.
ein bissl matrix, ein bissl ocean's eleven (diese rekrutierung!), ein bissl batman (man wusste anscheinend schon aus batman, dass "bösewicht" cillian murphy der jute-sack überm kopf gut steht)
viel mehr bleibt lieber nicht. abgesehen vom visuellen.
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