2007-04-02 00:12:39
Alfred Komareks neuer Daniel Käfer-Roman gibt festnachtliche Rätsel auf, die nur ein echter Narr lösen kann.
Daniel Käfers neuester Streich
Daniel Käfer ist wieder im Salzkammergut. Arbeitslos, doch hemmungslos verliebt, versucht er sich an einem neuen Buch über das Salzkammergut. Begleitet wird Käfer von seiner Freundin Sabine, der Fotografin. Doch das Liebesgeflüster verklingt schnell in der verschneiten Gegend, zumal gerade Fasching ist. Und mit dem Beginn des Aschermittwochs schwebt nicht nur einer von Käfers neuen Freunden in Gefahr.
Der Autor
Der aus Bad Aussee stammende österreichische Schriftsteller Alfred Komarek führt mit seinem neusten Werk „Narrenwinter“ die Romanreihe rund um Daniel Käfer fort. Der breiten Masse ist Komarek durch die Verfilmungen seiner Polt Romanen bekannt, in denen Erwin Steinhauer die Rolle des Gendarmen Simon Polt verkörpert.
Narrenwinter
Der Fasching wird in Österreich bis zum bitteren Ende gefeiert. Während die High Society sich der Ballsaison hingibt, wird im Ländle mit Perchten und Pöbelstreichen der Fasching ausgeläutet. Eigentlich bietet gerade diese Zeit des Jahres genügend Motive und Eindrücke für Geschichten und Fotografien. Doch irgendetwas stimmt im Salzkammergut nicht. Sabine gelingt es nicht geeignete Motive für ihre Fotografien zu finden, wird stattdessen von Daniel Käfer beim Strippen in einem Wirtshaus gefunden. Auch das Jobangebot von Bruno Puntigam kommt ein wenig zu überraschend. Das Angebot in der Chefetage eines großen Verlags zu arbeiten wirft Käfer nicht nur mental aus der Bahn.
Lebensretter Sepp Köberl kommt wie gerufen. Doch auch mit dem Hautschullehrer scheint nicht alles in Ordnung zu sein. Panische Angst vor dem Aschermittwoch plagt ihn. Seine Frau Christine scheint nicht unbeteiligt an dieser Furcht. Als Daniel Käfer auch noch von einem glatzköpfigen Schläger verprügelt wird, beginnt der Journalist mit der Suche nach Antworten.
Gute Pöbel und böse Narren
Alfred Komarek lässt seinen Protagonisten in eine Welt ziehen, in der nichts ist, wie es scheint. Die rettende Hand muss plötzlich selbst gerettet werden, die rettende Idee lockt ihn in einen Hinterhalt.
„Es geht um Masken. Um ein junges Mädchen, das mich als Gewalttäter bedrängt und als schwül duftende Hetäre, um üble Gerüche, aus denen harmlose Wirklichkeit wird, um ein wüstes, wirres Spiel, das noch nicht zu Ende ist.[…….]“
Daniel Käfer resümiert. Vielleicht verspricht der Anfang des Buches mehr, als das Ende hält. Zu große Erwartungen werden in Daniel Käfer gesetzt. Käfer ist eben Journalist und nicht Gendarm, wie Simon Polt. Die detektivischen Ansätze, die Käfer anfänglich verfolgt, verwischen langsam im Schnee. Immer wieder versucht er sich auf die richtige Spur zu begeben, immer wieder wird Käfer von Masken und Menschen aus der Bahn geworfen.
Alfred Komarek siedelt seinen Roman im steirischen und im oberösterreichischen Salzkammergut an. Für Leser, die die Zwistigkeiten zwischen Aussee und Ebensee nicht kennen, erschweren einige Passagen das Lesevergnügen. Die Faschingsbräuche könnten auch genauer erläutert werden.
Dennoch garantiert auch der dritte Daniel-Käfer-Roman spannende und amüsante Passagen. Sollte man einmal nicht so recht wissen, um welche Art von Brauch es sich handelt, so helfen google, wikipedia etc. sicher gerne weiter.
Narrenwinter von Alfred Komarek
• Gebundene Ausgabe: 199 Seiten
• Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (September 2006)
• Sprache: Deutsch
• ISBN: 3852185106
We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)
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