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musik

Crowded House - Time On Earth

2007-08-06 20:32:24

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Die Australisch/Neuseeländische Band Crowded House meldet sich nach langer Schaffenspause mit neuem Album Time On Earth zurück.

Sieht man von einigen Umbesetzungen und zwischenzeitlichen Auflösungen ab, existieren Crowded House bereits seit 20 Jahren. Berühmt geworden ist die Australisch/Neuseeländische Band vor allem mit ihren eher seichteren, von Radiostationen allerorts auf- und abgespielten Titeln wie der Kitschballade Don´t Dream It´s Over oder dem Mega-Ohrwurm Weather With You oder. Dass Crowded House aber wesentlich mehr als das zu bieten haben, beweisen Alben wie Temple Of Low Men und Together Alone oder eben auch ihr kürzlich erschienenes Werk Time On Earth. Von der Originalbesetzung sind noch Bassist Nick Seymour und Sänger/Gitarrist Neil Finn übrig. Weiters sind aktuell mit dabei Langzeitpartner Mark Hart (Keyboards, Gitarre) und Neuzugang Matt Sherrod, der den leider viel zu früh verstorbenen Paul Hester am Schlagzeug ersetzt. Hester galt stets als der (vermeintliche) Spaßvogel der Band, dem auch viele musikalische Kinkerlitzchen und Spielereien zu verdanken waren. Bedauerlicherweise litt der Schlagzeuger an massiven Depressionen, die ihn schließlich vor ein paar Jahren in den Selbstmord führten. Time On Earth ist ihm gewidmet.

Dass Crowded House auch heute noch beinahe so klingen, wie vor zehn Jahren, ist in erster Linie Neil Finn zuzuschreiben, sind doch sein Songwriting und die unverwechselbare Stimme Kernstück und Markenzeichen der Band. Ursprünglich als Soloalbum von Finn vorgesehen, u.a. mit Beteiligung von Kollege Nick Seymour, der wie gewohnt das Cover-Artwork gestaltete, kristallisierte sich bald heraus, dass Time On Earth ein Crowded House Reunionwerk werden wird. Und gleich mit dem Einstiegssong fühlen wir uns wieder im Finn´schen Universum des wundervoll melancholischen Gitarrenpops daheim. Das ist es auch, worin die Band am besten ist und auch immer war – lange bevor Coldplay und Co. Umso interessanter ist es, dass deren Einflüsse wiederum auf einigen der neuen Stücke von Time On Earth zu hören sind. Etwa die wunderschöne Piano/Streicher-Ballade Pour Le Monde in bester Coldplay-Manier oder die Verschmelzung von Wehmut und Groove in der an Travis erinnernden Nummer Heaven That I'm Making. Auf den flüsterleisen Seufzer A Sigh folgt mit Silent House die stärkste Nummer des Albums, ein streichergeladenes, aufbäumendes Stück, bei dem sich die Band auch mal mehr aus sich herauswagt.

Leider halten sich die Mannen um Songwriter Finn nicht durchgehend an dieses Rezept. Mancherorts begegnet man zwar guter Ansätze, die große Erwartungen aufbauen, diese aber nicht immer erfüllen. Etwa der mehr schlecht als rechte Versuch in She Called Up "einen auf Blur zu machen", oder Transit Lounge, durch das sich eine nervige Flughafenansagenstimme zieht – originell gemeinter Versuch, aber leider daneben gegangen. Mit zwei schön melancholischen, abermals streichergeschwängerten Stücken lassen Crowded House ihr „Comebackalbum“ schließlich doch noch versöhnlich ausklingen. Insgesamt ist Time On Earth nicht das beste aller Crowded House Album, jedoch ein durchaus gelungenes, mit einigen Perlen versehenes Werk geworden - für Fans definitiv ein Muss.

Livetipp: Am 3.10. (MI) werden Crowded House live in der Wiener Arena auftreten - nicht entgehen lassen!

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