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Schwerpunkt: MELT! Festival 2010

Coz u MELT! my heart

2010-07-20 09:03:08

  • Festival Indie Elektro Melt! 2010 Ferropolis
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Es war ein Erlebnis der Superlative, das Melt! Festival 2010. Partywütige aus aller Herrenländer trafen sich zum Musikhören und -sehen. Elektro- und Indiebands, sowie angesehene DJs versüßten einem die Tage und Nächte bei perfektem Wetter.

Es war sonnig, es hat leicht geregnet, es ist erblüht. Das Melt! Festival 2010 in Ferropolis, der Stadt aus Eisen, ca. 1,5 Stunden südlich von Berlin, begeisterte nun zum 13. Mal. 20.000 Besucher feierten friedlich zu guter Musik, genossen das wundervolle Wetter und plantschten im Gremminer See. Praktisch ohne negative Zwischenfälle gingen die drei Festivaltage, bzw. fünf Feiertage wenn man bereits Donnerstag an- und erst Montag wieder abreiste, über die Partybühne.

Es war ein Multikulti-Fest der Superlative. All das, was Spaß und Freude bereitete, war vorhanden: Tagelang tanzten sich die Besucher die Rübe weg, Musik- und Campingbegeisterte feierten friedlich nebeneinander, Schweizer Nachbarn borgten einem ihren Hammer zum Heringe-Einschlagen, Engländer brachen jeden Style-Rekord. Ob im Superheldenkostüm oder gar nur in Unterwäsche und mit Glitzerstaub am ganzen Körper. Aufs Melt! geht man, um zu sehen und oft auch um gesehen zu werden, aber immer mit einem friedlich-fröhlichen Feiergedanken im Hinterkopf.

Ferropolis was Melt!ing

Donnerstag war heiß, Freitag war sehr heiß, Samstag war leicht regnerisch und kühlte die überhitzten Körper angenehm ab. Sonntag war sonnig warm, Montag war angenehm laues Abreisewetter. Im Großen und Ganzen kann man sich absolut nicht beim Wettergott beschweren, er meinte es ausgesprochen gut mit uns, teilweise fast schon zu gut, wenn man sich die Sonnenbrände auf den Nasen und Schultern einiger Festivalbesucher anguckte. Doch falls es tatsächlich mal zu warm geworden war, dann half einem die Halbinsel im Gremminer See. Erfrischende Abkühlung im Seewasser stand an der gemütlichen Tagesordnung, da die Bands meist erst am späteren Nachmittag loslegten.

Jeder Künstler, jede Band, jeder DJ genoss es sichtlich in dieser Kulisse futuristischer Artefakte auftreten zu dürfen. Die Feierlaune der Musiker hatte natürlich keinerlei Schwierigkeiten auch auf das Publikum überzuschwappen. Auf dem Converse-Bagger performten sogar Bands und unterhielten einige wenige Glückliche Frühentschlossene in zig Metern Höhe auf einem kleinen Plateau mit grandiosem Festival-Ausblick.

Perfect Transformers

Die Bagger und Absetzer bilden in Ferropolis eine wundervolle Kulisse für alles, das mit Kunst zu tun hat. Die Maschinen, von den Festivalgängern gerne auch Transformer genannt, bereiteten jedem Besucher und auch Künstler ein einzigartiges Festivalerlebnis. Der ehemalige Braunkohletagebau wurde 1995 zu einem Freilichtmuseum und Veranstaltungsort für zum Beispiel Festivals wie das Melt! umfunktioniert (das Melt! findet seit 1999 dort statt). Nun feiern und staunen Besucher, genauso wie Musiker selbst, zusammen mit einem Eimerkettenschwenkbagger ("Mad Max"), Schaufelradbagger ("Big Wheel"), zwei Absetzern ("Gemini" und "Medusa") und einem Raupensäulenschwenkbagger ("Mosquito").

Perfect Performers

Über 120 Acts, darunter die großartigen Massive Attack, die verrückten Artisten von Bonaparte, die gelassen coolen XX, die verspielten New Yorker von Darwin Deez, und nicht zu vergessen die Kostüm- und Lichterperformance der goldlockigen Goldfrapp, machten das Melt! 2010 zu einem unvergesslichen Festivalerlebnis. Ein Problem der meisten Besucher war allerdings, dass für zu viele gute Auftritte viel zu wenig Zeit blieb um alle zu sehen. Aber man sollte sich bei einem Festival auch nicht stressen, es geht ja hauptsächlich auch um das gemütliche sommerliche Beisammensein mit Freunden.

Ein perfektes Konstrukt mit kleinen Schönheitsfehlern


Sehr gut funktionierten die Shuttle-Busse vom Camping- zum Festivalgelände. Eher schwer tat man sich allerdings bei der Abreise. Bloß stündlich chauffierten überladene Busse die erschöpften Festivalianer in die nahen Ortschaften, damit diese dann meist mit dem Zug weiterfahren konnten. Leider muss man auch die Wasser- und Duschvorrichtungen etwas bemängeln. Teilweise endlose Schlangen versperrten dem hygienebewussten Campingfreund den Weg zu den 1,50 Euro teuren Duschen und 50 Cent-Klos mit Spülung (Dixis waren gratis). Auch zum Trinkwasser gab es keinen freien Zugang, allerdings überschmeckt man bei höchsten Hitzegraden gerne auch das Chlor aus den Wasch- und Zahnputzwasserhähnen. Auch die Festivalbändchen wurden leider nur von einem eher unvertrauenswürdigen Plastik-Verschluss auf den Handgelenken gehalten. Bitte wieder den Old-School-Metal-Verschluss her!

Into the future

Man kann nur gespannt auf das Melt! 2011 sein. Es könnte schwer werden, aber bestimmt wird das Line-Up mit dem diesjährigen mithalten können - sofern sich auch der liebe Wettergott sich unser erbarmt und sich mit Sonnenschein wieder in die Partystimmung integriert. Fix wie nix!



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AutorInnen

Hariklia Woutsas

Hariklia Woutsas

das Herz aus Wien, der Körper in Berlin, der Kopf in den Wolken

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