2007-04-02 00:11:33
Eine weitere sehr gute österreichische Band, die von den (großen) heimischen Medien weitgehend ignoriert wird. Der Vorteil? Konzerte im kleinen Rahmen mit zauberhafter Atmosphäre.
Wien. Es ist Donnerstagabend und das Publikum des B72 soll heute noch einiges zu hören bekommen. Soeben öffnen sich die Türen zum Bühnenraum und man sichert sich einen guten Platz und/oder ein Getränk und wartet aufgrund der zu lauten „Hintergrund“-Musik schweigend oder brüllend auf den Auftritt von Clara Luzia.
Da die Räumlichkeiten des B72 eher klein geraten sind, muss die Band auf Luxus in Form eines eigenen Backstageraums verzichten. Sehr zum Vorteil des Publikums, das jeden Schritt verfolgen und beim kleinsten Anzeichen von Nervosität fingerzeigend klarmachen kann, wie froh es ist, nicht selber im Rampenlicht stehen zu müssen. Viel eher ist aber mit positivem Feedback vom weiblich dominierten Publikum zu rechnen. Die familiär freundschaftliche Stimmung, die sich bei Konzerten in kleineren Clubs meistens einstellt, lässt auch heute nicht auf sich warten.

Mit kurzer Verspätung betritt die Band die Bühne und der ohnehin spärlich verfügbare Raum ist damit weitgehend verbraucht. Ohne länger auf sich warten zu lassen, beginnt das Konzert, das aus einem relativ kurzen Set besteht. Die gespielten Songs, die größtenteils von der Homepage downloadbar sind, scheinen jeder für sich eine oftmals traurige Geschichte der Songwriterin zu erzählen. Erfreulicherweise kommen die teilweise komplex arrangierten Lieder live genauso gut rüber wie aus der Konserve. Sowohl die fröhliche Art auf der Bühne wie auch die aufrichtig erfreute Reaktion, als ich mir eine CD von allen Bandmitgliedern signieren ließ, verstärkte den positiven Eindruck den Clara Luzia hinterließ.