2007-04-02 00:11:58
Die Ash-Gitarristin wandelt auf Solopfaden und beweist auf ihrem kürzlich veröffentlichten Debüt „Grey Will Fade“, dass sie nicht nur ihr Gitarrenhandwerk beherrscht, sondern auch als Sängerin und Songwriterin einiges drauf hat...
1997 komplettierte Charlotte Hatherley die erfolgreiche Punk-Pop-Band Ash in ihrer Funktion als Gitarristin und Backgroundsängerin zum Quartett. Ohne ihre Hauptband zu verlassen, veröffentlichte sie nun ihr Solodebüt „Grey Will Fade“. Im Gegensatz zu den metallenen Tönen des letzten Ash-Albums „Meltdown“ klingen die Songs auf „Grey Will Fade“ leichtfüßig, verspielt und sommerlich-unbeschwert (kein Wunder, wurde das Album doch im sonnigen Kalifornien eingespielt). Stilistisch erinnert das ganze an Bands wie Belly, The Breeders oder The Lemonheads.
Der Opener trägt nicht nur den Namen einer 80er Jahre Popikone („Kim Wilde“), sondern ist zudem ein spritziger und gut gelaunter Einstieg ins Album, gefolgt vom ebenbürtigen „Rescue Plan“. Die zwei nachfolgenden Nummern heben sich zu wenig von den Vorgängern ab und wirken dadurch – wie auch die beiden Bonustracks - etwas uninspiriert. Doch gleich beim nächsten Titel läuft Hatherley wieder zu Höchstform auf und betört - vor allem stimmlich - mit der wunderschön-verträumten Ballade „Down“. Beim experimentierfreudigsten Song des Albums, „Stop“, fügt sich ein Wirrwarr an Gitarren zu einem leicht chaotischen, nicht uninteressanten Ganzen.
Die besten Happen jedoch hebt sich Charlotte Hatherley bis ganz zum Schluss auf und zaubert mit „Why You Wanna?“, dem bissig-ironischen „Bastardo“ und dem melancholischen „Grey Will Fade“ drei Indiepop-Perlen hervor, wie sie Ex-Lemonheads-Kopf Evan Dando nicht besser hingekriegt hätte.
Kurz, Charlotte Hatherley beschert uns ein sehr charmantes Indiepop-Album, das vor allem durch mehrstimmige Gesangsarrangements und überraschende Harmoniewechsel überzeugt. Ein Album, das schlicht und einfach Spaß macht und die Distanz zum Sommer etwas kürzer erscheinen lässt. Und was will man von einem guten Popalbum mehr?