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musik

COSMIC CASINO - Ballads For Bastards

2007-04-02 00:11:26

Cosmic Casino präsentieren ihr zweites Album. Ein zweischneidiges Schwert.

Eines vorweg: Cosmic Casino machen es einem nicht gerade leicht, ihr neues Album zu rezensieren. Aber um sich nicht in abschweifende Erläuterungen dessen zu verlieren, vielleicht am besten gleich den direkten Weg einschlagen und hoffen, dass sich alles von selbst erklärt.

Das Album beginnt ehrlich gesagt anders als erwartet, das heißt: nachdem man sich zuvor den Vorgänger „Be Kind & Be Cause“ wieder in Erinnerung gerufen hat. Sehr mutig, mit „The Phone“ und „The 31st Year“ einen Fünf- bzw. einen knappen Sechsminüter und zugleich die unzugänglichsten Songs der ganzen CD als Opener einzusetzen. Vor allem überraschend, da gleich danach mit „The Rematch“ ein absoluter Ohrwurm zur Verfügung gestanden hätte, um das Album zu eröffnen. Oder auch „Transatlantic Love“. Hätte man sich wahrscheinlich eher erwartet.
All das natürlich nur, wenn man von der „Be Kind & Be Cause“-Platte ausgeht.

Im direkten Vergleich ist „Ballads For Bastards“ überhaupt wesentlich unauffälliger, zumindest auf den ersten Blick. Und eigenwillig und stur, als wollten sich Cosmic Casino ein wenig, aber wahrscheinlich sogar ein wenig mehr distanzieren von ihrem Debüt-Album. Oder besser: es zurücklassen und weitergehen.
Und das ist sehr in Ordnung so, denn sie haben nun einen Status erreicht, wo man davon sprechen kann, dass ihr Sound sich definitiv abhebt inmitten einer Indie-Szene, die ähnlich überschaubar ist, als würde man am Donauinselfest ein verlorenes Geldbörserl suchen.
Gerade Songs wie das eben erwähnte „The Phone“, das melancholische „Stealing Cars For Henry“ oder „Black Sheep Man“, einer der besten aller Cosmic Casino-Songs, machen das Album zu einem überdurchschnittlich guten Stück Polycarbonat.

Und um ehrlich zu sein: „Ballads For Bastards“ ist als Gesamtwerk die bisher größte Leistung der vier Münchner, wenngleich so einige Freunde der Debüt-LP anderer Meinung sein werden. Und für die breite Masse wird das Album auch zu eigensinnig sein.
Insofern ein zweischneidiges Schwert, aber man kann wohl davon ausgehen, dass die Band genau weiß, was sie tut.

Text: Andreas Stückler



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AutorInnen

Marco Weise

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