„CINEMAnext steht für Filmemacher von Morgen, deren Filme sich schon heute sehen lassen können.“
Vom 22. bis 28. April werden im Wiener Votivkino unter dem Titel "Das Leben vor Augen" fünf Kurzfilme unterschiedlicher Regisseure gezeigt.
„CINEMAnext ist ein Kinoabend in gewohnter Länge, zusammengesetzt aus unterhaltsamen und anspruchsvollen Kurzfilmen, darunter preisgekrönte Arbeiten, die bereits auf renommierten Filmfestivals zu sehen waren.“ (Pressetext)
CINEMAnext nennt sich eine Filmreihe, die von einer Studentengruppe der Filmakademie Wien initiiert wurde. Vom 22. bis 28. April werden im Wiener Votivkino unter dem Titel "Das Leben vor Augen" fünf Kurzfilme unterschiedlicher Regisseure gezeigt, die sich um elementare Themen wie Freundschaft, Liebe und Sinn von Leben und Tod drehen, wobei es vor allem der Tod ist, der sich wie ein roter Faden durch alle Werke zieht.
Die Filme
ECHOS von Michael Ramsauer
VON BIS von Peter Jaitz
DAS KETTENKARUSSELL von Marco Antoniazzi
FELIX ENDE von Thomas Schwendemann
GRAUZONE von Karl Bretschneider
Im Pressetext heißt es, die Filme „wagen einen Blick in die Un-Tiefen menschlichen Handelns und versuchen deren (Hinter)Gründe zu erforschen.“ Und das trifft es ziemlich auf den Punkt. Von Slapstick-Komödien bzw. „Kabarett-Filmen“, die sich ja in Österreich großer Beliebtheit erfreuen, sind die in diesem Programm gezeigten Filme so weit entfernt, wie Schlager von Metal. Die Grundstimmung ist ernst und trist, Humor kommt nur selten zum Vorschein, wenn, dann höchstens pechschwarz gefärbt.
„Echos“ von Michael Ramsauer ist der einzige Film des Abends, bei dem auch herzhaft gelacht werden kann, der zielsicher zwischen Tragik und Komik wandelt. Der Film erzählt von drei besten Freunden, die sich gemeinsam im Auto das Leben nehmen wollen. Die dabei auftretenden Missgeschicke liefern trotz aller Tragik umwerfend komische Szenen, etwa als der schwerfällige Radiohead-Song auf der „Abschieds-Compilation“-CD plötzlich hängen bleibt. Erwähnenswert ist das emotional wie humorvoll großartige Spiel des 3er-Gespanns Michael Steinocher, Christopher Schärf und Daniel Keberle.
Neben einer Reihe neuer, noch unbekannter Schauspieler, taucht auch das eine oder andere bekannte Gesicht auf, wie Robert Stadlober, Georg Friedrich oder Hubsi Kramar. Letzterer ist Protagonist im Streifen „Von Bis“ von Peter Jaitz, ein Film, der mit interessanten Zeitsprüngen und wechselnden Filmmaterialien arbeitet.
Der in den Südtiroler Bergen angesiedelte Film „Das Kettenkarussell“ von Marco Antoniazzi überzeugt vor allem durch seinen langsamen dramatischen Aufbau hin zum raffinierten und unerwarteten Ende.
Thomas Schwendemann erzählt mit bedächtigen poetischen Bildern die Geschichte des todessehnsüchtigen „Felix Ende“, verkörpert von einem tadellos agierenden Robert Stadlober. Durch seine entschleunigte Erzählweise ist „Felix Ende“ mit 40 Minuten der längste Film des Programms.
Dank des emotionalen Spiels eines wie gewohnt hervorragenden Georg Friedrich sowie Martin Philadelphy in der Rolle seines behinderten Bruders gelingt Karl Bretschneider mit „Grauzone“ ein aufwühlendes Kurzdrama, das einen weiteren Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt des gelungenen Programms markiert.
Trotz unterschiedlicher Regisseure, Erzählweise, Machart und Schauspieler, fügen sich die fünf Filme unter dem Übertitel "Das Leben vor Augen" zu einem homogenen Ganzen. Ob es weitere Filmreihen geben wird, hängt in erster Linie von der Finanzierung ab. Zu wünschen wäre es.