2010-08-02 20:56:49
Burn the City, so lautet der Name einer Veranstaltungsreihe des Kulturvereines RM 1, wo zwar keine Stadt abgefackelt wird, dafür aber in regelmäßigen Abständen das Feuer der Rockmusik zum Lodern gebracht wird.
Der Kulturverein RM1 (das Kürzel steht übrigens für Rossmarkt 1 und erinnert an die Anschrift der ehemalige Heimstätte des Vereines in
der Grieskirchner Innenstadt) richtet schon seit geraumer Zeit seine
Konzerte mehr oder weniger ausschließlich in den altehrwürdigen
Gemäuern des Welser Schl8hofes aus: Für diese Veranstaltung
waren die Verantwortlichen erneut bestrebt dem Publikum einerseits ein
möglichst abwechslungsreiches Billing zu kredenzen, und
andererseits dabei sowohl Newcomer als auch etablierte Bands
einzubinden.
Der Part des Opener wurde von Burnin`Aces übernommen: Hierbei handelt es sich um eine noch recht jugendliche
Formation, die ihre Mitglieder aus dem Großraum Linz-Wels rekrutiert
hat und traditionell strukturierten, melodisch gehaltenen Rock/Metal
with female vocals darbietet.
Naturgemäß kann man von einer solchen
Kombo, die eben noch ganz am Anfang ihrer musikalischen Laufbahn steht,
(noch) keine kompositorischen Glanzlichter erwarten und so gesehen ging
der Gig durchaus in Ordnung. Auch wenn die Band eben (noch) nicht mit
qualitativ hochwertigen Songs aufwarten konnte, offenbarte sich doch
besonders beim spieltechnisch bereits äußerst
versierten Leadgitarristen Mario Neumayer ein beachtliches Potential,
auf das nun aufgebaut werden kann. Am Bass half an diesem Abend
übrigens Mosfet-Sänger Phil Essl aus.
Weiter ging es dann mit der Gruppe Lash Back,
die in ihrer Entwicklung schon einen gehörigen Schritt weiter sind: Das
Welser Quartett hat sich voll und ganz dem Modern Rock verschrieben,
der sich eben am ehesten bei Formationen wie Nickelback und
Co. seine Inspirationen einholt, und sich dementsprechend voll am Puls
der Zeit bewegt. Freilich stößt eine solch dermaßen zeitgemäße
musikalische Ausrichtung nicht allerorts auf uneingeschränkte
Gegenliebe, allerdings haben sich Lash Back auch in ihrer Heimatstadt bereits eine treue Fanbase erspielt. Obwohl ich die vom MySpace-Profil
der Band bekannten Stücke durchaus zu schätzen weiß, gelang es der Band
an diesem Abend leider nicht den viel zitieren Funken vollends auf das
Publikum überspringen zu lassen. Keine Ahnung woran es lag, vielleicht
verhinderten irgendwelche technischen Troubles ein Gelingen der Show,
denn wie bereits erwähnt ist das bisher vorgelegte
Songmaterial meiner bescheidenen Meinung nach ansonsten durchaus als
gelungen zu bezeichnen. Alles weitere ist schlichtweg Geschmackssache...
Centao bedürfen längst keiner näheren Vorstellung mehr: Seit fast zehn Jahren
tingelt die vierköpfige Alternative Metal/Rockkombo bereits durch
heimische und ausländische Venues und teilte dabei schon mit Größen wie
Die Happy, Guano Apes, Stone Sour uvm. die Bühne und war auch schon auf so manchem größeren Festivalspektakel (Nova Rock, Donauinselfest)
präsent. An diesem Abend begeisterten sie die zahlreich anwesenden Fans
mit einer impulsiven Show samt professionellem Stageacting, die im
Prinzip keinerlei Wünsche offen ließ. Geboten wurde dabei eine überaus
ausgewogene Mischung aus älteren Hits ("No one knows", "I want
to run" uvm.) und brandneuen, bislang noch unveröffentlichten Nummern,
die erst am nächsten Album, an dem die Band derzeit noch eifrig
arbeitet, enthalten sein werden.
Das abschließende, sozusagen krönende Highlight des bereits endenden Tages stellte der Gig von Grand Zeppelin dar: Wie der Name schon andeutet haben wir es hier mit einer neuen Led Zeppelin-Coverband zu tun, die mit einer hochkarätigen Besetzung aufwarten kann: Als Frontmann fungiert Ritchie Krenmaier (Ex-Stygma IV, Ex-Della Street, H-Eleven uvm.) , die weiteren Bandmitglieder sind Tibi (Gitarre; Ex-Red), Budi (Bass, Adisdead; Ex-EOB) sowie Rainer Lidauer (F.B.I.; Purpendicular uvm.) am Schlagzeug. Die Band konnte ihr Versprechen eine möglichst authentische Rundreise durch die vielschichtige Klangwelt Led Zeppelins zu bieten, mühelos einlösen und boten all jenen, die - wie der Autor dieser Zeilen - vorher mit dem Led Zeppelinschen Backkatalog nicht sonderlich gut vertraut waren, mittels einer
bärenstarken Performance faszinierende Einblicke in die vielschichtige
Klangwelten dieser legendären Ausnahmeformation. Alles in allem ein
überaus überzeugender Gig dieser viel versprechenden Coverband, die das
musikalische Erbe dieser Ausnahmekombo respektvoll und äußerst gekonnt
wiedergibt.
Herkunft: OÖ; Schwerpunkte: Musik, Politik, Fußball
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