2007-05-26 01:04:26
Mit dem Zug über Nacht nach Berlin, das klingt verführerisch. Natürlich nur, wenn man die 12stündige Fahrt und sonstige Strapazen außer Acht lässt.
Wien Westbahnhof, 19:45. Der Euronight nach Berlin rollt los. Der Zug ist nicht besonders voll, die Abteile bieten noch genügend Platz für Reiselustige. Bereits nach 5 Minuten wird der Drang zu schlafen immer größer. Doch vor 24 Uhr ist nur an ein kleines Nickerchen zu denken, dann erst ist die deutsche Grenze erreicht und die Fahrkarten müssen ein letztes Mal vorgezeigt werden.
Willkommen
Nach Berlin bei Nacht klingt sehr verlockend. In den Zug steigen, schlafen, aufwachen und in der Stadt an der Spree aussteigen. Wären da nicht diverse Fahrtunterebrechungen auf hell beleuchteten Bahnhöfen. Aber irgendwie vergeht auch die längste Fahrt und man hat das Ziel erreicht. Freundlich begrüßt der Berliner Schaffner die verschlafenden Reisenden.
Freundlichkeit scheint in der deutschen Hauptstadt überhaupt an der Tagesordnung zu sein. Vom Zugbegleiter bis zum Sandler – eine zuvorkommende Begrüßung und eine nette Verabschiedung hat jeder auf den Lippen. Der reinste Kulturschock für jedeN WienerIn.
Sightseeing
Die Stadt an der Spree hat auch an Sehenswürdigkeiten viel zu bieten. Mit den Bussen 100 und 200 kann man für ein Busticket eine nette Stadtrundfahrt machen und alles sehen, was gesehen werden sollte. Eine besonders gute Aussicht bieten die vordersten Reihen des ersten Stockes der Stockautobusse.
Angekommen am Alexanderplatz – das ist der Endbahnhof – ist man im Herzen der Stadt mit Sehenswürdigkeiten wie der Fernsehturm und die Weltzeituhr. Wer hoch hinaus will, sollte eher zurück in Wien den Donauturm besuchen, denn die Schlange des Fernsehturms wurde bis zum Ende nicht mehr kürzer.
Für jene Besucher, die die ehemaligen Viertel Ostberlins kennen lernen wollen, ist eine Fahrt zur Warschauer Straße ein Muss. Natürlich ist es zu empfehlen den U-Bahn Plan Berlins genauer zu studieren, da man sonst möglicherweise mehrmals in falsche U-Bahnen oder in die falsche Richtung einsteigt und die Fahrt zur besagten Straße um einiges länger dauert als erhofft. Hat man sein Ziel erreicht, stärken eine Currywurst (am besten auf West Berliner Art, als mit Darm) und ein Berliner Kindl das abgehetzte Urlaubergemüt.
Geschichte sehen
Die 2 Kilometer lange East Side Gallery zeigt die Überreste der Berliner Mauer. Wer ein Stück „Geschichte“ für das Regal im Wohnzimmer haben möchte, kann dies (mit Zertifikat) ab 5 € in einem der vielen Souvenirshops erstehen.
Vom Alexanderplatz zur East Side Gallery und zurück. Eine Fahrt über die Spree bietet allen Wasserratten ein besonders nettes Bild von Berlin. Sonnencreme einpacken und auftragen nicht vergessen!
Das DDR Museum verkauft in seinem Shop DDR Produkte wie Vita-Cola und Spreewaldergurken und ist direkt bei der Schiffabfahrtsstelle.
Wer dann noch Energie zu verschwenden hat, der findet in der pulsierenden Stadt sicher die richtige Bar, das passende Lokal oder deftige Beisl, um einen Tag voller Impressionen wunderbar ausklingen zu lassen.
We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)
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