Die Wiener Initiative Band:Union fördert seit nunmehr sieben Jahren unermüdlich die heimische Szene in Form von Konzertveranstaltungen, Samplerproduktionen, aber auch im Marketing. FM5 bat Bandunion-Aktivist Alex Pfeiffer zum Interview.
Alexander Pfeiffer: The banana trees. die Band meines Bruders Bernd und mir, hatte gerade die erste EP mit 5 Liedern superscharf auf den Markt gebracht. In Österreich haben wir die CD rumgeschickt und kaum jemand interessierte sich vorerst dafür. Als ich dann mal wieder privater Natur auf Malta war, habe ich eigentlich scherzhalber die CD den DJ's in den Clubs gegeben. Und es ist etwas Wunderbares passiert, sie spielten ganz von selbst Der Star von Wien. Niemand verstand den Text, aber den Leuten hat es gefallen. Dazwischen Hits und Mixes der damaligen Top-Stars und immer wieder tolle Lieder, die ich in dem Moment nicht zuordnen konnte. Später hat sich herausgestellt, dass die local heroes voll und ganz in die Szene eingebunden sind. Ein tolles Gefühl und ein Ansporn für mich, junge österreichische Bands in Österreich bekannt zu machen. Man hatte damals das Gefühl, dass sich „der Österreicher“ für seine eigenen Nachwuchsmusiker in Grund und Boden geniert, durchgehend in allen sozialen Schichten, Berufen und auch Musikexperten.
Welche Schritten folgten danach?
Zurück in Wien traf ich mich mit Franz Preihs, damals Manager von Missing Link, und wir wollten eine Tour von Missing Link und The banana trees durch Österreich planen. Daraus wurde leider nie etwas, aber statt dessen wurde die Bandunion geboren. Die erste Idee war einfach Missing Link vs. The banana trees. Als wir die Idee bei diversen Konzerten anderen Bands erzählten, kam ein wilder Haufen zusammen. Namentlich: 330mle, Cosmic Debris, Karli, Ammagamma, Missing Link und wir. Ach ja und das SP Projekt nicht zu vergessen. Ladyman ist ja eine Art Bandunion Kult-Hit geworden. Das Ganze war nur ein Scherz oder Schocker von Christoph Schütz und mir. Und das Lied haben wir auf einem Kassettenrekorder aufgenommen.
Darauf hin wurde die „Austrian Independent Bandunion“ als Verein gegründet, es wurde ausgerechnet, wieviel die CD-Produktion und die Hallenmieten für 3 Konzerte in der Zu-ga-be kosten. Und jede Band hat anteilsmäßig in den Topf eingezahlt. Irgendwie hat der Start super geklappt. Wir gewannen bei Boomerang den Preis für die innovativste Idee und den Hauptpreis von 150.000 Postkarten! Der Rennbahnexpress schrieb drei Artikel über die Bandunion, der Fernsehsender TIV lud uns zu einer Sendung ein und die Konzerte waren rammelvoll. Mit www.bandunion.at hatten wir schon im letzten Jahrtausend eine sehr sehr fein gestaltete Homepage, die im Technikteil von Magazinen, die gar nichts mit Musik zu tun haben, vorgestellt wurde.
Dann, als es an die Planung von Bandunion Teil 2 ging, gab es bei mir gesundheitliche Probleme und ich musste für längere Zeit ins Spital. Franz Preihs wiederum hat sich damals für einen völlig neuen Lebensstil entschieden und seine Karriere als einen der besten Extrem-Sportler des Landes gestartet.
Der nächste Schritt war daher, dass der Verein „Bandunion“ aufgelöst wurde und es schien alles ein Ende zu haben.
Als ein Anruf von Michael Zeisel kam, dass er The banana trees gerne als Projekt seines Tontechnikersstudiums aufnehmen wollte und er dabei von der Bandunion erfuhr, wurde er mein gleichberechtigter Partner. Und so wurde die Bandunion wiederbelebt. Allerdings - und das ist wichtig - nicht mehr als Verein, sondern als private Non Profit-Initiative. Wir haben das Label promised features gegründet, das Konzept für den Bandunion II Sampler erstellt und diesen dann 2002 herausgebracht.
Was sind denn die wichtigsten Eckpunkte eurer (Erfolgs-)Geschichte seit den Anfängen im Jahre 2000? Welche Dienstleistungen werden von der Bandunion konkret angeboten?
Die Meilensteine in Stichworten:
Bandunion I:
· Erfolgreiche Konzertreihe in der Zu-ga-be
· Erste hübsche Presseberichte
Bandunion II:
· Beangrowers-Bandunion Österreich Tour
· Posthof Linz Konzert „Heimspiel“
· Doppelseitiger Bericht in der Sunday Times of Malta
Bandunion III & Best of Bandunion:
· CD Präsentation in der Zu-ga-be
· Geburt des Bandunion TuesDays im Shelter, Wien
· Best of Bandunion mit Winter Moods als special guest
Bandunion IV:
· Corkskrew-Tour durch Österreich ()
· FM4 Unplugged Session
· Enormes Medienecho
· Ausverkaufte Konzerte
· Bandunion IV Online Video
· CD Verkauf Bandunion IV und Bandunion III - außerdem Corkskrew's Micromania in Österreich angelaufen. Einstieg in die BOF-Charts!
· Konzertreihe im Shelter sehr erfolgreich fortgeführt
· Sommerkonzertreihe am Hochstrahlbrunnen
· Bands for Burma (Gelder für eine Schule in Burma gesammelt)
· Heroes of Malta Promo in ganz Malta
Bandunion V:
· Vertrieb in ganz Österreich und Malta (Huge Music)
· Online Vertrieb (Igi-Records)
· Bandunion TuesDay wurde auf Donnerstag verlegt und in Sähnehäubchen im Shelter umbenannt
Bandunion VI:
· Bandunion Daten CD
· Hochprofessionelle Aufnahmen und Musikmix
· We Play for Kinnie Tour
· ... da entsteht gerade einiges ;-)
Zu den Serviceleistungen: Am besten Anfang April das Konzept zum Bandunion VII Sampler downloaden, dort wird alles detailliert beschrieben.
Nach welchen Kriterien werden die Bands für Eure Sampler ausgesucht? Spielen bei der Auswahl ausschließlich qualitative Gründe eine Rolle oder werden von euch auch stilistische Grenzen gezogen bzw. entsprechende Schwerpunkte gesetzt?
Bandunion I - IV waren total offen für jeglichen Musikstil. Bandunion V und VI versuchten wir zwischen Pop und härteren Rock anzusiedeln. Also noch immer ein recht breites Spektrum, aber ohne Experimentalmusik, mit dem Ergebnis, dass Magazine, in denen wir stets extrem gute Noten bekamen, den Sampler nun zu popig finden. Während Heftchen, welche sonst nie über Bandunion geschrieben hätten, nun die Bandunion für sich entdeckt haben. Beim kommenden Sampler werden wir aller Voraussicht nach für vieles offen sein, eventuell aber die Musikstile in der Trackliste zusammenführen.
Wie gestaltet sich die Finanzierung der Initative bzw. der Produktionen eurer Compilations? Gibt es auch Förderungen der öffentlichen Hand oder lediglich Einnahmen durch Sponsoren bzw. müssen auch die Bands selbst etwas beisteuern, um mit ein oder zwei Tracks am Sampler vertreten zu sein?
Förderungen von öffentlicher Hand gibt es leider keine. Mein Antrag anno 2005 wurde mit der Begründung abgelehnt, dass wir zu professionell arbeiten und nicht eingesehen wird, warum man etwas derartig Gutes noch unterstützen soll. Da beißt sich die Katze doch irgendwie in den Schwanz. Hätte ich eine selbstgebrannte CD mit Aufnahmen aus dem Proberaum hinschicken sollen? Wie auch immer, dem Ärger ist die Motivation gewichen, so weiterzuarbeiten wie bisher.
Leider bedeutet dies aber, dass wir von den Bands Geld verlangen müssen, die auf den Sampler kommen wollen. Zuerst hören wir uns alle Demos durch (und da bekommen wir sehr sehr viele) und jene Bands die für den Sampler interessant sind, schreiben wir an. Sieht die Band wiederum im Konzept ihr Glück, steht einer Zusammenarbeit nicht viel im Wege.
Bands die „gratis“ auf den Sampler kommen, müssen aktiv der Bandunion etwas bieten und schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben. Also Airplay in den kommerziellen Radiostation, feine Presseberichte und allgemein einfach die Qualität, dass sich die Nachwuchsbands freuen mit der Band XY auf einem Sampler zu sein.
Wir haben mit 3+1 it systems ® einen Sponsor der aus Liebe zum österreichischen Nachwuchs seit 5 Jahren die Bandunion unterstützt und uns die Mittel gibt, um unsere Visionen der CD Produktion zu erreichen. Bei Bandunion VI war es z.B. das Sponsoring der „Daten-CD“. Außerdem arbeiten sehr nette und qualifizierte Menschen in ihrer Freizeit am Bandunion Projekt mit. Das macht die Sache auch zu etwas ganz Besonderem.
Wenn du gezwungen bist dich festzulegen: Welcher Sampler zählt zu deinen erklärten Favoriten bzw. kam am besten beim Publikum bzw. bei den Medien an?
Den größten Erfolg hatten wir sicherlich mit dem Bandunion IV Sampler. Was in diesem Jahr alles mit Bandunion passiert ist, ist einfach unglaublich.
Aktuell ist mir der Neueste der Liebste. Es entspricht sehr meinem aktuellen Musikgeschmack.
Aber witzig, Bandunion I wird kaum noch irgendwo erwähnt, aber ich finde für das Chaos-Erstlingswerk ist er wohl der am meisten unterschätzte Sampler. 330mle, Missing Link oder gerade der Star von Wien von The banana trees würden perfekt ins aktuelle Bild der Radiosender passen.
Wie reagierten die Medien im Allgemeinen auf die Initiativen der Bandunion? Ausschließlich wohlwollend, oder gab es vereinzelt auch kritische Meldungen?
Mittlerweile, wo wir nicht mehr den Stempel „Demosammlung“ auf der Stirn picken haben, werden wir auch in den Medien ernst genommen. Das bringt aber logischerweise einen enormen Druck, den wir auf die Qualität der Musikproduktion legen müssen! Bands, die nicht den Standard halten, werden dann gnadenlos verrissen bzw. drücken das Gesamtbild der Produktion. Da kann die Band noch so lieb sein. Mittelgute und sehr gute Presseberichte geben sich die Klinke in die Hand.
Schlechte Nachrede kommt nur von den Bands, denen wir erklärt haben, warum eine Teilnahme am aktuellen Sampler nicht in Frage kommt. Aber selbst die ist selten, da wir uns Zeit nehmen, den Bands recht genau zu erklären, warum das im Moment nicht geht und wo die Bands selbst die Hebel ansetzen müssten. Oft sind die Bands dann im Moment angefressen, aber über längere Sicht dankbar.
Zu Beginn beschränkte sich das Wirken der Bandunion ausschließlich auf Österreich doch im Laufe der Jahre wurden auch immer wieder Songs von Bands Gruppen aus aller Herren Länder auf euren Alben veröffentlicht. Wie kam es dazu, dass das Projekt Bandunion quasi immer internationaler ausgerichtet wurde?
Begonnen hat es 2002 mit Beangrowers aus Malta. Dort bekamen wir dann tolles Medienecho und Malta's Top Acts hatten Interesse an Bandunion gezeigt. Höhepunkt 2004 mit der Corkskrew Tour. Die Bands aus Malta, die wir am Bandunion Sampler haben, entspricht auf Österreich umgelegt Leo, Mondscheiner, Garish, Cafe Drechsler und Luttenberger-Klug auf einem maltesischen Sampler vereint. Bildlich gesprochen, nur die Christl Stürmer von Malta - Ira Losco haben wir noch nicht für einen Bandunion Sampler bekommen. Grad eben war übrigens wieder ein super langer Bericht in der Sunday Times of Malta über Bandunion. Man muss das vergleichen mit 3 Seiten im Sonntagskurier. Die CD's liegen in jedem Shop auf Malta auf und werden lustiger Weise gerade von Touristen und Musikliebhabern sehr gerne gekauft. Der Weg nach Malta hat sich auf jeden Fall ausgezahlt.
Die Bands aus Amerika sind Bands unter den Fittichen von Dawn Dunkle. Es sind Bands die in ihren Regionen einen hohen Status genießen. Bandunion erhält Presseberichte in den Staaten. Und wir schicken 200 Promo CD's pro Jahr rüber, die Dawn an Musikexperten weitergibt. Noch ist nicht „das Ding“ passiert. Aber schaden kann es auch nicht.
Woodstock Taylor kam aus der Bekanntschaft und Mitwirkung bei Produktionen von Richard Kapp auf den guten Geschmack der Bandunion und ihre Songs sorgen für ein bisschen Musical-Feeling.
Auf Yusa aus Kuba bin ich selber während eines Aufenthaltes auf der wunderbaren Insel gestoßen. Und es erfüllt mich mit Stolz, sie am Sampler zu haben.
Silverman ist eine Entdeckung von mir, als ich in England war. Ich liebe die Musik des Duos: Augen zu und träumen.
Bei Bandunion VII liegt aber wieder ein großer Fokus auf „back to the roots“ und vielen Beiträgen von „daheim“. Gerade im Jahr 2008 und der EM muss man mit österreichischem Herz und mit dem Willen und dem Kampfgeist der Malteser an die Sache gehen. Denn eines ist bemerkenswert: Das Land ist sehr klein, hat wenig Einwohner, trotzdem ist die Dichte an hochwertigen Bands enorm und die Sportler, obwohl nur Amateure, sind zumindest wenn Events auf Malta stattfinden, sehr sehr gut.
Die Bandunion scheint ja wirklich eine Vorliebe gerade für die maltesische Szene zu haben.
Ja, wie bereits erwähnt, ist meine Grundidee zur Bandunion auf Malta entstanden. Ohne es damals zu wissen. In Österreich das zu schaffen, was auf Malta seit eh und je der Fall ist, nämlich ein Selbstbewusstsein der Musiker und das „hinter der Musik stehen“ der Bevölkerung. Dann ging auf Malta alles wie von selbst und Bandunion ist dort einfach so richtig bekannt und sehr beliebt. Daraus entstand dann auch die aktuelle „we play for Kinnie“ Tour. Solange alle Beteiligten damit glücklich sind, warum nicht?
Wie stehst du als Musiker (Gitarrist bei der Wiener Band Schattenparker) und langjähriger Bandunion-Aktivist zu TV-Hypes wie Starmania oder DSDS? Wäre es nicht weitaus vernünftiger, richtige, d.h. auch nicht extra für den Bewerb gecastete Bands in einem Wettstreit antreten zu lassen, die dabei ihr eigenes Liedgut zum Besten geben dürfen?
Zu deinem Vorschlag muss man sagen, dass ja genau Ö3 das probiert oder umsetzt mit ihrem Soundcheck. Dann gibt es ja die höchst erfolgreichen Bandbewerbe ABC und Emergenza. Die Ost-Rock-Trophy, den Bandbreiten Award und viele mehr. Ich schätze, dass es im Moment so sieben Bandwettbewerbe gibt, die da parallel laufen. Viele Bands spielen bei mehreren Bewerben mit und müssen mit ihren Fans „haushalten“. Dass es die Bandwettbewerbe gibt, ist spitze, keine Frage. Der Nachteil liegt aber ebenfalls auf der Hand. Aus Sicht „Bandunion bucht Bands“ kann man erfahrungsgemäß Bands abschreiben, die gerade an Contests teilnehmen.
Die Bands stellen den Wettbewerb auf ein hohes Podest. Aber das ist ein großer Trugschluss. Band XY ist kurz vorm Viertelfinale eines Contests und spielt einen Club Gig für Bandunion in einem angesehenen Wiener Club. Die Band zieht aber weniger Menschen an als Bandmitglieder. Der Club-Besitzer fragt was los ist. Man sagt ihm offen, dass die Band nur 3 Vorverkaufskarten abgesetzt hat und die meisten Gäste im Club Laufkundschaft sind (merkt man, wenn sie nur an der Bar sitzen und nicht bei der Band sind) oder von Gewinnspielen auf der Gästeliste. Der Clubbesitzer schreibt sich in sein kleines schwarzes Buch: Band XY spielt zwar ok, buch' ich aber nicht, zieht keine Gäste. Schwuppdiwupp ist die Chance vertan, nochmals in dem Club zu spielen. Ganz von selbst und für Gage.
Zu Starmania: Also nach Starmania 1, war ich in der Zu-ga-be bei Michael Tschuggnall. Wir machten am Schwarzenbergplatz grad die Hochstrahlbrunnen Bühne, er hatte die Zu-ga-be gemietet, um mit seiner echt feinen Band eine Woche zu proben und das Pressekonzert zu geben. Das Konzert war spitze. Die Zu-ga-be wurde mit viel Liebe und Lasereffekten in ein Schmuckkästchen verwandelt. Auch die Musik war sehr fein. Es hatte nur einen ganz großen Haken. Der Hauptdarsteller wechselte - leicht übertrieben - bei jedem Lied das Instrument! Und der eigentliche Musiker bekam eine Rassel in die Hand gedrückt. Er hätte sich einfach auf eine Gitarren-Keyboard-Kombi spezialisieren müssen und keinem Musiker aktiv dessen Instrument für das ein oder andere Lied wegnehmen dürfen.
Christl Stürmer und ihrem Management gebührt höchstes Lob. Sie haben das wohl beste Musikprodukt geschaffen, das Österreich seit vielen Jahren im Pop-Genre hat.
Zu den „neuen“ Starmaniacs... in der Staffel, als Verena gewann, war ich dank der Einladung eines lieben Freundes am Küniglberg und sie hat bei Gott verdient gewonnen. Leider fehlte dann der Erfolg irgendwie. Aber nun kann sie ja bald ohne Bindung an ORF & Co ihre eigenen Sachen machen - schätz ich mal - darauf bin ich schon gespannt.
Mit Nadine hat jetzt sicher die stimmlich beste Kandidatin gewonnen. Hoffentlich erinnern ihre kommenden Songs nicht an Kinderlieder für 12jährige und hoffentlich bleibt sie natürlich und wird nicht zur Kunstfigur der Musikindustrie. Vom Können her hat sie sich es aber sicher verdient, im Rampenlicht zu stehen.
Aus den anderen Starmania-Produkten wird man sehen was passiert. Ric samt Band bekommt sicher einige feine Auftritte, die Boyband ist fragwürdig, aber man muss dem Ding eine Chance geben. Gernot wird vielleicht dank der Schubhilfe der A3 seinen Erfolg haben.
Was hat es im Endeffekt gebracht? Das müssen in erster Linie die Kandidaten für sich selbst wissen.
In der letzten Zeit erlebt die österreichische Szene dank den Erfolgen von Bands wie Mondscheiner, Zweitfrau usw. einen gehörigen Aufschwung, und auch in den staatlichen Radiosendern sind wieder vermehrt Stücke österreichischer Interpreten zu hören. Wie beurteilst du die letzten Jahre was Airplay und Medienpräsenz von heimischen Gruppen angeht? Ist dieser positive Trend auch auf die Bandunion umlegbar, d.h. ist das Interesse an eurer Arbeit in den letzten Jahren merkbar gewachsen?
Kürzlich war ja die Sensation im Radio. Drei Österreicher an der Spitze der heimischen Charts. Dann schaut man mal wer das ist. DJ Ötzi, ein Skifahrer (den ich als Skifahrer sehr schätze!) und Frau Nadine.
Lieber wäre mir Luttenberger-Klug, Mondscheiner und Karli gewesen, um auch einer Bandunion Band Chart-Tauglichkeit zu bescheren.
Dh. die Top3 sind Marketingprodukte - DJ Ötzi und Nadine haben natürlich an sich an ihrem Musikkönnen gefeilt, sonst wären sie nicht so weit. Aber grundsätzlich stecken wahrscheinlich zwei Komponenten dahinter, die den meisten Nachwuchsbands fehlt: Geld und Kontakte.
Dass Garish bei Universal gelandet ist und den Erfolg der anderen Österreicher finde ich supersuperfein und erkenne ich neidlos an, auch wenn ich es toll finden würde, mal eine Bandunion Band oben sitzen zu haben. Jetzt fehlt nur noch eines: Dass die Band einfach gespielt wird und nicht vorher immer wieder der gleiche Teaser gespielt wird, dass nun eine österreichische Band gespielt wird. Das ist irgendwie so der „huch“ Effekt. Die Radiosender sollen die einfach so spielen, als wären sie ne internationale Topband, ohne groß zu sagen, dass sie einheimische Musiker sind.
Ich hatte gestern beim Luftbad-Gig mit meinem Kollegen eine angenehme Diskussion genau zu diesem Thema. Für die Bands ist es im Moment das Geilste im Ö3 Soundcheck gespielt zu werden. Und dafür geben sie eben alles. Selbst wenn es nur bei einmal Airplay bleibt. Daran erkennt man eigentlich, wie schlimm es um unsere Musikszene die letzten Jahrzehnte bestellt war. Es ist etwas Tolles, Besonderes, Einmaliges, im heimischen Radio gespielt zu werden. „Hoppala wo simma da“, könnte ein G'stanzl über das Thema heißen.
Danke für das Interview! Die abschließenden Worte überlasse ich dir.
Danke an alle, die es bis hierher geschafft haben. Auch Danke an die vielen Bandunion-Helferlein und unseren Sponsoren. Apropos Sponsor. Wir suchen akut jemanden, der es uns ermöglicht, eine Bandunion-Band aus Tirol - Luxus, und eine aus Salzburg - Rush-Hour nach Wien zu holen. Sollte jemand dies ermöglichen wollen - bitte melden..
An alle Bands: Bald ist das Konzept zum Bandunion VII online auf www.bandunion.at - wer uns vorab eine CD schicken will bitte an:
Bandunion
c/o Alexander Pfeiffer
Liebhartstalstraße 30a
1160 Wien
Gewinnspiel
Alex Pfeiffer stellt außerdem 5 Bandunion-Packages (Bandunion-Sampler Vol. III, IV, und V plus "We play for kinnie"-Postkarte) für eine Verlosung zur Verfügung.
Alles war Ihr tun müßt ist, ist folgende Frage zu beantworten: Wer waren die Gründer der Bandunion? Wer die richtige Antwort kennt, sendet einfach ein Mail mit dem Betriff "FM5-Gewinnspiel" und seiner Anschrift an marketing@bandunion.at.
Herkunft: OÖ; Schwerpunkte: Musik, Politik, Fußball
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