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BODIES - Die Ausstellung

2008-04-23 21:59:18

  • BODIES Ausstellung Körperwelten
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Körperwelten deluxe. Die Ausstellung BODIES macht derzeit in Wien halt und zeigt den menschlichen Körper als plastiniertes Schauobjekt. Die Eindrücke: Befremdend und faszinierend.

Ich habe die Ausstellung hinter mir und mache mich auf den Heimweg.
An diesem Abend sind mein Onkel und mein Cousin bei uns zu Besuch. Ich erzähle ihnen von der Schau, von den Eindrücken und reiche die von mir geschossenen Photos durch. Mein 12-jähriger Cousin sieht sich die Polaroids fasziniert an, auch meine Eltern wollen mehr darüber wissen und fragen nach. Mein Onkel hingegen will sie gar nicht erst in die Hand nehmen, weil ihm das zuwider ist.

Da sind wir auch schon bei der heiklen Angelegenheit angekommen: Mit welcher Einstellung geht man an eine Ausstellung heran, die konservierte Körper zeigt, die vormals lebendig waren wie du und ich? Ist es im Zuge der Wissenschaft ethisch vertretbar, mehr über die menschliche Anatomie herauszufinden und sich in die Materie hineinzuversetzen, solange es nicht der eigene Körper ist? Ist es verwerflich, damit Geld zu machen?

Den Tod umgehen


Die anfangs mir selbst gestellte Frage, ob die Ausstellungsobjekte echt oder unecht sind, wird natürlich schnell beantwortet: BODIES zeigt echte menschliche Körper in all seinen Facetten, durch Silikon haltbar gemacht. Und nicht nur das: Die Bandbreite der über 200 Exponate reicht von gesunden und kranken Organen, Skeletten, Knochen, Gewebe, Haut und Nervensystemen bis hin zu Embryonen in verschiedenen Stadien des Wachstums. Besonders gewitzt: Zwischen der Abbildung einer gesunden und einer Raucherlunge ist eine Box platziert, in der man seine Zigarettenschachteln entsorgen kann um dem gefährlichen Dunst ein für allemal Lebewohl zu sagen.

Für etwaige Fragen der BesucherInnen stehen angehende Mediziner in den Räumen hilfreich bereit, doch auf ethische, religiöse oder philosophische Fragen haben sie keine Antworten parat. Mann muss daran glauben – oder nicht. Was hat das Leben für eine Bedeutung, wenn der Körper nicht verwest sondern "lebendig" gehalten wird? Leben und Tod geraten aus den Fugen. Wird ein Kreislauf, eine Zirkulation dadurch unterbrochen? Was muss das für ein Gefühl sein, wenn ehemalige Familienangehörige der Plastinate, die laut Angaben der Organisatoren alle eines natürlichen Todes gestorben sind und aus China stammen – aus einem Land, dass stets durch Menschenrechtsverletzungen für Schlagzeilen sorgt – begutachten, wenn sie dies überhaupt wollen oder in Betracht ziehen? Dass jemand sein Einverständnis gibt, nach seinem Tod als Exponat besichtigt zu werden, ist befremdend für einen Außenstehenden wie mich.

Solchen kritischen Überlegungen geht die Ausstellung aus dem Weg.
Das Erlebnis steht im Vordergrund. Es werden Sportaktivitäten gezeigt und Bewegung demonstriert sowie bestimmte Posen von kräftigen Ganzkörperobjekten dargestellt, deren Muskelfasern wie getrocknetes und glänzendes Dörrfleisch aussehen.


BODIES läuft bis zum 31. August 2008 in der Gasometer City.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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