2007-05-07 12:19:37
In Spiderman 3 kämpft Peter Parker zur Abwechslung mal nicht nur gegen Bösewichte, sondern auch gegen seine eigene dunkle Seite. Was nach einer spannenden Idee klingt, ist aber leider nur eine überladene Geschichte.
Dieses Motto scheinen sich die Figuren im dritten Teil des Marvel-Klassikers Spiderman sehr zu Herzen zu nehmen. Peter Parker alias Spiderman muss nämlich nicht nur gegen gleich drei Bösewichte kämpfen, sondern auch noch seine eigene dunkle Seite bezwingen. Und während er damit alle Hände voll zu tun hat, will er auch noch heiraten, den Mörder seines Onkels rächen, versuchen seine Tante nicht zu enttäuschen und seinen besten Freund davon überzeugen, dass er nicht Schuld am Tod seines Vaters ist. Kurz gesagt, was in den ersten beiden Folgen von Spiderman begonnen hat, wird im dritten Teil beendet. Und da sammelt sich einiges an.
Bei dieser Menge an Protagonisten und Erzählsträngen ist es also kaum verwunderlich, dass die Story auf Dauer einfach nur fad wird. Zeitweise gute Special-Effects und kreative Bösewichte reichen leider nicht aus, um aus einer langatmigen und schalen Story einen spannenden Film zu machen. Dazu ist mehr nötig - zum Beispiel gute Dialoge und fähige Schauspieler.
Maguire als Beckham
Tobey Maguire ist wohl nicht selber Schuld daran, dass die dunkle Seite von Spiderman durch einen schwarzen Lidstrich und eine Gel-Frisur à la David Beckham erkennbar wird. Für seine schauspielerische Leistung ist er aber selbst verantwortlich – und die lässt sehr zu wünschen übrig. Kirsten Dunst steht ihrem Kollegen in nichts nach, sie erweckt ein wenig den Eindruck, in einem Stummfilm zu spielen, so übertrieben ist ihre Mimik.
Schade, dass der Film als Ganzes nicht viel hergibt, denn Regisseur Sam Raimi hat sich augenscheinlich Mühe gegeben. Große Pluspunkte des Films sind Spidermans Gegner Sandman (Thomas Haden Church) und Venom (Topher Grace). Beide sind kreativ, gut in Szene gesetzt und spannend verfilmt. Dass es aber nicht bei diesen zwei Gegnern bleibt, ist wiederum nicht so gut. Kurz gesagt ist der Film überladen, sowohl an Figuren als auch an Handlungssträngen.
Ein schlechtes Beispiel
Spiderman 3 mag zwar ein typischer Hollywood-Blockbuster sein und deshalb nur auf Unterhaltung Wert legen. Trotzdem kann davon mehr erwartet werden. Schließlich haben andere Regisseure schon bewiesen, dass aus Marvel-Comics etwas mehr zu machen ist. Spiderman bleibt aber hierfür leider ein schlechtes Beispiel.
Diese Tatsache zieht sich durch die ganze Trilogie. Spiderman 3 ist keinesfalls schlechter als seine Vorgänger, wie es so oft bei Fortsetzungen passiert. Nein, in diesem Fall stehen sich die drei Verfilmungen gegenseitig in nichts nach. Schon der erste Teil lieferte nicht viel mehr als Special Effects und obwohl der zweite recht spannend war, riss er einen nicht gerade vom Hocker. Ganz in diesem Stil auch der dritte: gute Effekte, einige originelle Ideen, aber eine langweilige Umsetzung.
Seit 1. Mai im Kino
Fotos: 2007 Sony Pictures Releasing GmbH
Unfähig sich selbst zu beschreiben...
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