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Aus alt mach neu

2007-04-02 00:10:51

Das dieser Tage erscheinende Remixes-Album „Dog2“ von der Volksmusikkappelle aus dem „Mostviertel ob der Enns“ muss es trotz wenig überzeugendem Inhalt beweisen: Attwenger sind unschlagbar!

Machen Remixes Sinn? Und wenn ja, welchen? Zur Erklärung für all jene, an denen popkulturelle Konsistenz an Musik in den letzten Jahren spurlos vorbeigegangen ist: Ein Remix ist eine nochmals produzierte Version eines Songs. Das 2. Lied sozusagen. Auch die horrend individuelle, im schönen „Land ob der Enns“ beheimatete Ausnahmeinstitution Attwenger, bestehend aus dem immer ein bisschen an der Lethargie leidenden Ziehharmonikaspieler Hans-Peter Falkner und seinem Schlagzeug spielenden Partner, dessen politische Visionen unlängst in einer „Treffpunkt Kultur“-Sendung die allgemeinen Gemüter erhitzte – der sich übrigens auch als Autor („Testsiegerstrasse“) geben kann – machte sich an diese Aufgabe ran, ein mit Remixen und einem Live-Songs („Dog) bestücktes Album zu produzieren. Oder besser gesagt: Sie wurden dazu „gezwungen“.


Sound, Sprache und Stil: Die phänomenalen Attwenger. Foto: www.attwenger.at

Freude an der Extravaganz
Ein Teil des oberösterreichischen Duos, nämlich Markus Binder, erläutert die Herangehensweise an „Dog 2“: „Als am 1. 10. 2005 kurz nach Ende unseres Konzertes vor dem Flex und 2000 Leuten in Wien DJ DSL zukam, um mich zu fragen, ob es OK wäre, wenn er von „dum“ einen Remix macht, startete dieses Album. Ausser ihm hatten nämlich noch die Herrn Deff Ill und Reisecker vor, Remixes von „Dog“-Stücken zu machen und ich dachte: 3 Remixes und ein Stück in Liveversion vom heutigen Konzert und eine EP ist fertig.“ Und fügt hinzu: „In letzter Minute ist Console noch zugestiegen.“ Kollaborationstechnisch verfügt das Album über bereits bekannte Musiker („Kollegen aus der Offshore-Showbranche“ ist im Presserelease zu lesen) wie I-Wolf feat. MC Schneck („grass rework“), Console („endlosrillengraas“), Schorsch Kamerun („dum blunzenmix“) und Tunakan vs. Microthol („acid dog“), die – zumindest für den ewigen DJ – wertvolle Songs beisteuerten.
Das Spektrum an Lieder reicht von Dub bis Techno. Wie bei Remixes meistens üblich, fällt auch hier wieder einmal auf: teilweise überflüssig. Denn bis auf das bereits erwähnte Liedgut lässt sich keine vergleichbare Komposition finden. Was sich auf die Notwendigkeit der Formation Attwenger definitiv nicht negativ auswirkt, weil: Attwenger sind als politisch-musikalisches Sprachrohr und Österreich-Kritiker verdammt wichtig! Das muss in aller Deutlichkeit einmal gesagt werden. Obwohl sich dieses Platte an das Original „Dog“ nicht nähern kann (und wahrscheinlich auch gar nicht im Sinn hatte?), steht eins fest: Attwenger kann nur gewinnen! Ausserdem sollte eine Designation Markus Binders als HBP angestrebt werden…



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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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