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Schwerpunkt: No Head On My Shoulders agieren mit Köpfchen

Augenöffner: Der Comic

2010-01-07 01:18:42

  • - Flyer 2020
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Der Blick in die Zukunft verheißt nichts Gutes, oder doch? No Head On My Shoulders haben ihre Phantasie spielen lassen und wollen diese auch in uns wecken. Jedem Song sein Comic, jedem Comic sein Held. Augen auf, luftholen und eintauchen ist angesagt.

Nach so viel hartem Stoff muss das Ganze natürlich auch wieder ein bisschen aufgelockert werden. Drum lassen wir die beiden einfach einmal drauf los erzählen wie sich der Wachstumsprozess der letzten vier Jahre in der neuen Platte widerspiegelt, was uns musikalisch erwartet, und was uns das neue Album auf den Weg mitgeben soll.

FM5: Was steht uns für ein bombastischer Geniestreich ins Haus, also dann irgendwann im Frühjahr 2010!

M: Ich hoffe sie kommt 2010 raus, ich hoffe!! [sehr verzweifelt, den Kopf tief im Schritt]
Wir befinden uns gerade in der Schlussphase der Aufnahmen, die noch vor Weihnachten abgeschlossen werden sein sollten. Aber was kann man erwarten: Es wird kontrastreicher, aber im selben Moment auch viel homogener – was wiederum ein Kontrast ist. Es wird eigentlich paradox. Ja, das neue Album wird ein Paradoxon!

Kann man schon verraten, dass ihr das Ganze auch über einen Comic aufziehen werdet?

M: Ja, wir haben vor ein Comic zum Album zu machen. Also die Bestversion wäre natürlich die Platte auf Vinyl zu pressen und mit einem 30 x 30 Comic zu bestücken. Wir haben uns dafür zehn wirklich weltklasse Zeichner aus Österreich geholt.
Diese Comics, diese Geschichten die sie da erzählen, die basieren auf den Texten, geben entweder den Song wieder oder beleuchten Hintergründe. Manchmal sind es auch nur witzige Einwürf, das ist ziemlich dem Zeichner überlassen, je nachdem welche Art von Humor der hat. Ich muss den Menschen nicht erzählen wie schlecht oder gut alles ist.
In meinen Augen ist es wichtig, wie ich ihnen etwas erklären kann. Comics können da einen gewisse Art von Humor erzeugen, und trotzdem einen ernsten Hintergrund besprechen. Genau das haben wir auch mit unserer Musik vor.

Also pro Song einen Comic, verstehe ich das richtig?

M: Ja. Prinzipiell sind es zehn Kurzgeschichten die im Jahre 2020 spielen. Wir haben uns ein Bild gemacht wie es eben ausschauen könnte.
Es hat eine Krise gegeben, das könnte eine Wirtschaftskrise, ein Bürgerkrieg oder sonst etwas gewesen sein. Das überlassen wir dem Leser/Hörer. Nach dieser Krise ist die Stadt, es spielt in Wien, in zwei große Lager aufgeteilt. Auf der eine Seite die Revolutionären, auf der anderen die Konservativen.
Die Revolutionären wollen Fortschritte, neue Wirtschaftssysteme, dass sich was tut, was ändert, dass nicht alles wird wie im letzten Jahrhundert, sondern das sich in Zukunft auch die ganze Politsystematik an die Bedürfnisse der Menschen anpasst.
Die Konservativen hingegen finden, dass das vergangene Jahrhundert super war, das sie das alles noch einmal wieder erleben wollen, weil es ihnen ja gut gegangen ist. Diese beiden Blöcke stehen sich also gegenüber, darum geht es eigentlich, das stellt den Hauptplot dar.
Die Geschichten werden von Leuten beider Seiten erzählt und behandeln bestimmte Thematiken. Textlich spannt sich das von „look a like“ H.C. Strache Werbetexen der konservativen Seite bis hin zur Blauäugigkeit, die es braucht, der anderen.

Ihr zeichnet in euren Texten also eine Welt in die wir eintauchen sollen, fordert, dass man seine Fantasie mehr spielen lassen sollte. Und verstärkt das durch den Comic.

M: Schau, in nicht englisch sprachigen Ländern ist es oft der Fall, dass Texte nicht wirklich präsent sind. Da sind Hooklines die man sich merkt, man denkt aber nicht wirklich darüber nach was da eigentlich gesungen wird. Die Comics versinnbildlichen das was in Worten stattfindet, unterstützen das graphisch. Wir wollen die Leute wieder mehr dazu bringen zu lesen, wollen, dass sie Inhalte aufsaugen. Es wird viel zu wenig gelesen. [kann sich ein Grinsen nicht verkneifen]

Wie spiegeln sich diese Thematiken in der Instrumentierung? Da wurde ja mit dem ersten Album etwas Beachtliches, Schräges vorgelegt.

M: Musikalisch ist das genauso. Dadurch, dass die Stadt in zwei Hälften geteilt ist, braucht es natürlich auch eine Musik der Kontraste. Wir spannen da einen Bogen von Lateinamerika bis wahrscheinlich nach Nietzing in Niederösterreich, oder so. Es kommt alles vor. Ich sag mal, es handelt sich um ein sehr homogenes Stilswitching. Das macht die neue Platte aus, es ist super viel vorhanden, aber anders als bei der alten Platte viel erwachsener, durchdachter, und trotzdem emotional.

Wenn ihr jetzt persönlich aber auch musikalisch in die Zukunft schaut, so wie das das Album ja schon macht, was wären eure Wünsche und Ziele für die nächste Zeit?

M: Mir ist halt aufgefallen das viele Leute die etwas am Herzen gehabt haben, sowohl künstlerisch als auch soziopolitisch, die Dinge vermitteln wollen, erst einmal weggegangen sind, weil sie hier einfach kein Medium gefunden haben um das auszudrücken. Dadurch ist in Wien halt nie etwas weitergegangen. Das ändert sich gerade wie ich finde. Leute kommen wieder nach Wien, sind hier gerne, leben gerne da und versuchen auch kulturell wieder etwas mitzubringen. Trouble Over Tokyo ist da ein gutes Beispiel. Es tut sich schön langsam wieder was auf, es ergibt sich schön langsam eine Kunst und Kulturszene wo auch der Geist der Bevölkerung aufgerüttelt wird, und bestimmte politische Dinge anders gesehen werden. Das soll so weitergehen, bitte.
P: Wir haben uns fast vier Jahre Zeit gelassen für das neue Werk, keine Mühen, keine Kosten und keinen persönlichen Aufwand gescheut, wir haben alles gegeben was wir in uns haben, um das was wir am letzten Album erschufen, zu toppen. Ich glaube das Ergebnis spricht für sich, es ist viel reifer, anspruchsvoller geworden.
Ich wünsche mir daher, dass wir ein neues Publikum erschließen, ein bisschen ein gemischteres. Jugendliche waren immer unsere größte Zielgruppe, und das soll auch weiterhin so sein, dennoch sehe ich in NHOMS mehr als nur Lieferanten für Party- und Saufmusik. Ich würde damit auch gerne mehr die Musikliebhaber ansprechen.
Wir machen keinen Ska, da wurden wir wirklich in eine Schublade gedrängt. Das führt oft zu Missverständnissen, nach wie vor. Das sollte sich ein für allemal ändern.

Gibt’s Bands in Österreich mit denen ihr gerne in Verbindung gebracht werden würdet, mit denen ihr euch eine Tour gut vorstellen könntet?

P: Naja, ein bisschen in diese Balkanrichtung, Weltmusik teilweise. Ich glaube Fatima Spar machen da so etwas. Aber sonst……
Ich hab mich ein bisschen umgeschaut welche Labels für uns in Frage kommen würden, aber so richtig Bands wo wir wie die Faust aufs Auge passen, die gibt’s eigentlich nicht. Ich finde halt, jede Band, auch die Großen, haben alle irgendwie ihren eigenen Stil kreiert. Da sehe ich uns auch, dass wir uns da einfügen können, auch mit unserer eigenen Nische. Eine Band mit ähnlichem Stil zu finden, das würde uns gar nicht so viel weiter bringen. Es gibt ja auch schon in Österreich ein paar Beispiele für wirklich anspruchsvolle Musik, Trouble Over Tokyo oder Velojet, und das ist auch unser Ziel - anspruchsvolle Musik zu machen.

Ein paar abschließende Worte an die Welt, die Fans da draußen?

P: Öffnet die Herzen, öffnet die Ohren, geht mit Nächstenliebe durch die Welt, seid konstruktiv, haut nichts zusammen, baut was auf, baut was richtig leiwondes auf. Das ist meine Botschaft an die Menschheit.

Ich danke!

Wir auch!



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AutorInnen

thomas zettel

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ein in musik verlorener weltenbummler und fantast!

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