2007-10-29 12:57:29
Neue Band, neues Album, neues Genre.
Auf Pomali haben heuer schon für Aufregung gesorgt, als sie den Gute-Laune-Stimmung-Song Es glitzert veröffentlicht haben und damit so einigen Musikliebhabern eine Melodie ins Ohr gesetzt haben, die man nicht mehr so schnell los wurde. Jetzt haben die drei Musiker auch ihr erstes Album mit dem Titel So mir nix dir nix veröffentlicht.
Wer oder was ist Auf Pomali?
Die Formation Auf Pomali besteht aus drei nicht unerfahrenen und vor allem nicht unbekannten Musikern. Die Herren Thomas Leitgeb, der von sich behauptet, leidenschaftlicher Hobbygärtner zu sein, und Clemens Ivanschitz, überzeugter Brieftaubenzüchter, sind bei der Hörspielcrew als MC bzw. Produzent zu finden und die Wurzeln von Julian Schneeberger (sein ausgefallenes Hobby ist übrigens Lenkdrachenfliegen) liegen bei garish. Man könnte meinen, es sei also ein Zusammenschluss aus einer der HipHop- und einer der Indievorzeigebands Österreichs. Aber so einfach ist es dann doch nicht mit Auf Pomali.
So mir nix dir nix
Auf ihrem neuen Album So mir nix dir nix sind nicht nur die Stile ihrer zwei Bands zu finden sondern auch andere Einflüsse. Mit S.A.M. (= Source am Mic) ist Auf Pomali zwar (fast) der ultimative Mix aus selbstreflexiver Hörspielcrew und gitarrenlastigen garish gelungen, doch auch diesen Song kann man nicht wirklich als „typisch“ bezeichnen. Nur ein bisschen.
Begrüßt wird man auf dem Album mit Es glitzert was wohl den Stil der drei jungen Herren am besten darstellt: Spaß haben, alle möglichen Musikgenres vereinen – was gar nicht so einfach ist – und einmal mehr einmal weniger Message in die Songs packen.
Viel Message findet man bei (un)Vermögen, einem Song der schon auf dem letzten Hörspielcrew Album Amokkoma als Vermögen feat. garish auftauchte. Damals noch ohne Bläser und mit hochdeutschem Refrain – dem ist jetzt nicht mehr so.
In Pomali erklärt Thomas Leitgeb was das Ganze eigentlich soll: „Auf Pomali is die Foab auf dem Papier, i wort und wort wos aus dem passiert, Wort auf Wort bin i verwirrt, oba es wird – loss mi fort loss mi fliagn“. Fliegen kann man jedenfalls durch die verschiedensten Musikstile. So erinnert beispielsweise der Song mit ohne oim stark an den Rock'n'roll der fünfziger Jahre ohne dabei auf Mundart und die burgenländische Gemütlichkeit zu verzichten.
Alles in Allem ist das in Mundart gehaltene Album So mir nix dir nix Rap, Gesang, Horn, Glockenspiel, Akustikgitarre, Beats und drei Musiker, die beweisen, dass sie wissen, was sie tun. Das Album wird mit dem Song Wir Zwa abgeschlossen und man hört deutlich, dass die Zeit vergeht und Hubert von Goisern & Co. in Sachen Austropop überholt worden sind.
Releaseparty
Am 25. Oktober haben Auf Pomali ihr Album im Wiener B72 veröffentlicht und die Freude, die die Männer (inkl. Schlagzeuger Markus Perner) am musizieren haben, ging so richtig ins Publikum über. Thomas Leitgeb antwortete auf die Frage, ob Auf Pomali Austropop wären „Na, i würd eher sagen, mir machen Austrorap.“ Und was sie mit der Musik bezwecken wollten war im Prinzip von Anfang an klar: „jo, mir wolln holt Spaß hobn.“ Und den hat auch ihr Publikum.
Meine Wenigkeit darf sich zur österreichischen "untergrund - literaturszene" zählen. Man kann mich auf allen möglichen Slams, Lesungen und vorallem in Wiens Nachtleben bei jeglichen Auflegereien oder Konzerten finden. Neben den eigenen Auftritten bei Poetry-Slams und Lesungen schreibe ich außerdem für die österreichische Musikplattform ink.music bin Redakteurin und Kolumnistin bei der Wiener Literaturzeitschrift "...&radieschen" und schreib jetzt auch für fm5. Aja, ich mag Zigaretten mit Kaffee.
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