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Außer Konkurrenz

2009-02-11 23:23:36

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Tom Tykwers The International eröffnete die Berlinale 2009. Ein Ermittlerteam versucht die Übermacht der Großkonzerne zu bändigen und stößt schnell an seine Grenzen.

Der Berliner Hautbahnhof wird zum Schauplatz eines Verbrechens. Zwei Männer unterhalten sich in einem klapprigen Kleinwagen. Der Regen prasselt auf das Dach, auf den Scheiben ziehen dicke Tropfen ihre Schlieren. Das Gespräch verläuft gut. Einer verlässt das Auto und beginnt unmittelbar zu telefonieren. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wartet sein Kollege. Es wird gewunken. Doch zu einem Zusammentreffen kommt es nicht mehr. Der Mann erbricht und liegt Sekunden später tot am Boden.


Durchwegs international



Die erste Szene aus Tom Tykwers The International eröffnete die 59. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Mit einem goldenen Bären kann der Regisseur jedoch nicht rechnen, denn der Film lief außer Konkurrenz. Konkurrenz würde sich allerdings nur auf eine gewisse Distanz an Tywkers The International nähern.


"Der Film ist vor allen Dingen ein Thriller. Es ist aber eher ein politischer Thriller, ein Genre, das heute fast ausgestorben ist." (Tom Tykwer)


Das Genre des Polit-Thrillers feierte in den 1970er Jahren seinen Höhepunkt, ist mittlerweile von Actionfilmen und Weltraumodysseen verdrängt worden. Der Regisseur von Lola rennt, Heaven oder Das Parfum hat einen Film geschaffen, der dieses Genre wieder aufleben lässt, genauer gesagt ihm modernen Glanz verleiht. In Clive Owen und Naomi Watts findet sich ein routiniertes Ermittlerteam wieder, das The International nicht mehr, als die nötige Authentizität verleiht.


Im Netz der Kapitalisten



Wenn ein Zeuge nach dem anderen stirbt, dann ist auch das eigene Leben in Gefahr. Interpol-Agent Louis Salinger (Clive Owen) verliert nicht nur einen wichtigen Kollegen, sondern auch seinen Glauben an die Gerechtigkeit. Das vermeintlich Böse, nämlich die International Bank of Business and Credit (IBBC), verwanzt sein Haus, möchte ihn eliminieren lassen. Owen meistert den schmalen Grat zwischen Schuld und Sühne routiniert. An seiner Seite Naomi Watts, die die New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman spielt. Dass Präzision und Standhaftigkeit in Actionszenen zu ihren Stärken gehören, ist spätestens seit David Cronenbergs Tödliche Versprechen bekannt.


Tykwer verpflichtet nicht nur in den Hauptrollen bekannte Charakterdarsteller, auch seine Nebendarsteller wirken erlesen. Armin Mueller-Stahl ist in der Rolle eines ehemaligen Stasimitglieds zu sehen, dessen Religion nun der Kapitalismus ist. Ulrich Thomson (zur Zeit mit Lulu&Jimi in unseren Kinos) mimt den Kopf des Bösen, den Konzernchef von IBBC.


Ein altes Genre in moderner Fassung



In Zeiten der Weltwirtschaftskrise wartet Tom Tykwer mit einem politischen Thriller auf, der die verworrene Weltsituation filmisch umsetzt. Geld fließt in den Krieg, Banken versuchen internationale Konflikte zu kontrollieren und dazu noch eine Reihe ungeklärter Morde. The International macht sich mit internationalen Drehorten wie Berlin, Mailand, Istanbul und New York einen Namen.


Als Höhepunkt darf der fünfzehnminütige Schusswechsel gelten, der  im Guggenheimmuseum, das eigens für den Film im Berliner Babelsberg Studio nachgebaut wurde, spielt. Eine auswegslose Situation findet einen positiven Ausgang, aber es könnte der letzte sein, in Tywkers Film.

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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