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musik

Athlete - Tourist

2007-04-02 00:11:58

Na da hat sich ja jemand weiterentwickelt. Stand Athlete´s Debütalbum „Vehicles And Animals“ noch im Zeichen sommerlich gestimmter "feel good"-Popsongs, besinnt sich das britische Quartett mit dem Nachfolgewerk „Tourist“ auf große Melodien und emotionsgeladene Balladen.

Na da hat sich ja jemand weiterentwickelt. Stand Athlete´s Debütalbum „Vehicles And Animals“ noch im Zeichen sommerlich gestimmter „feel good“-Popsongs, besinnt sich das britische Quartett mit dem Nachfolgewerk „Tourist“ auf große Melodien und emotionsgeladene Balladen.
 
„If I had the chance to start again
Then you would be the one I´d come and find
Like the poster of Berlin on my wall
Maybe there´s a chance our walls might fall”
(Chances)
 
Das Album eröffnet gleich mal mit einer seiner stärksten Nummern. „Chances“ startet behutsam mit Piano und Stimme und wächst mit dem wuchtigen Refraineinsatz zu einer streicher-geladenen Breitwandhymne an. Die Schwermütigkeit des Openers musikalisch konterkarierend folgt mit „Half Light“ ein eingängiger, flotter und schwer Hitsingle-verdächtiger Gitarrenpopsong. Der gemächlich dahinschlendernde Titeltrack „Tourist“ führt über „Trading Air“ zu einem weiteren Glanzpunkt des Albums. Die todtraurige aber wunderschöne, auf Piano basierende Ballade „Wires“ lebt durch den dramatischen Aufbau von langsam anschwellenden Streichern und Drums. Und wenn bei den letzten Refrains Joel Pott´s Stimme noch eine Oktave zulegt, fühlt man doch ein wenig Hoffnung zwischen den betrüblichen Textzeilen hervorschimmern.
 
„Running down corridors, through automatic doors
Got to get to you, got to see this through
I see hope is here in a plastic box
I´ve seen Christmas lights reflect in your eyes”
(Wires)
 
„If I Found Out“ spendet wieder etwas Frohmut und wartet sogar mit Soulelementen und Gospelchor auf, während „Yesterday Threw Everything At Me“ von einem gloriosen, nicht aus dem Kopf zu bekommenden Chorus lebt („You are, first on my list, when everything around is gone I know…“). Die berührende slow-motion Ballade „Street Map lässt erneut Klavier und Orchester in allerbester Coldplay-Manier auffahren.
„Modern Mafia“ schlägt aufgeweckt swingend und mit sehr eingängiger Hookline nur eine kurze Kerbe in die vorwiegend melancholische Stimmung des Albums, denn „Twenty Four Hours“ badet abermals in viel Pathos und endet in einer bombastischen Feedback-Gitarren wall of sound. Eine leicht dahinschwebende Akustikgitarre erlöst schließlich vom "großen Drama" im „Happy-Ending“-Song „I Love“.
 
„I love everybody here
Life is beautiful for sure
´cause I love everybody here”
(I Love)
 
Textlich drehen sich die Songs um Schicksal/Vorbestimmung („Street Map“), verpasste Lebenschancen („Chances“) oder die dünne Linie zwischen Leben und Tod, Verzweiflung und Hoffnung („Wires“).
 
“One day it´s gonna happen
I don´t know when
I´ll be on your street
But I know one day It´s gonna happen
You´re gonna be swept off your feet”
(Street Map)
 
Es ist schwierig, Highlights herauszupicken, da es nahezu keinen Schwachpunkt auf „Tourist“ gibt. Das Album  überzeugt durch erstklassige Kompositionen und ausgeklügelte (Streicher-) Arrangements und sorgt auch immer wieder für Überraschungen, sei es die „hängen gebliebene Schallplatte“ in „Street Map“, der Gospelchor in „If I Found Out“ oder die dezent eingesetzten schrägen elektronischen Einwürfe. Dies alles ergibt, trotz bestehender Einflüsse von Coldplay oder Embrace, einen doch sehr unverwechselbaren „Athlete-Stil“.
Mein Wunsch für und an die Band: Bitte Erfolg haben, und bitte mehr von solchen Alben!
Wärmste Empfehlung.

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