2007-07-03 15:13:35
Nach dem Ausstieg ihrer Gitarristin Charlotte Hatherley legen Ash nun ihr äußerst gelungenes Album Twilight Of The Innocents vor.
“I started a fire and I watched it grow, And now it burns out of control”
Mit diesem Zitat und dem Song I Started A Fire legen Ash einen feurigen Einstieg in ihr neues Album Twilight Of The Innocents hin. Dicht gefolgt von You Can´t Have It All, der ersten Singleauskoppelung, die zwar verdammt ähnlich nach einer früheren Ash-Nummer klingt, aber sonst alle Stückeln spielt - Zerrgitarren, fette Bässe, kraftvoll polternde Drums und diese Melodien, wie sie nur von Tim Wheeler stammen können. Noch deutlicher als früher steht Wheeler – mittlerweile alleiniger Songschreiber und zudem auch Produzent – im Mittelpunkt. Und die Rolle steht ihm gut. Ein halbes Jahr hat sich die nordirische Band für die Aufnahmen in New York Zeit gelassen, und ebenso lange für´s Mixen und Produzieren, was sich in vielen kleinen Details wie Laut-Leise Passagen, Gitarrenbasteleien oder den kunstvoll arrangierten Backgroundchören niederschlägt.
“I want to know, I want to hold the girl who can´t be hold”. Auch wenn sich diese Textzeilen aus dem Opener vermutlich nicht auf Charlotte Hatherley beziehen, lassen sie sich gut auf den Umstand anwenden, dass die Gitarristin, die kürzlich übrigens ihr zweites, sehr gelungenes Album veröffentlicht hat, Ash ihrer Solokarriere zuliebe verlassen und diese zum Trio schrumpfen ließ. Wenngleich Hatherley Ash sowohl optisch als auch stimmlich zweifellos aufgewertet hat, hat man trotzdem nicht das Gefühl, dass es dem Trio nun an etwas fehlt – wobei es schon bemerkenswert ist dass mit ihrem Austritt Ash softer geworden sind.
Die Songs auf Twilight... sind abwechslungsreicher und haben mehr Tiefgang als früher. Auch textlich wird nicht mehr unbeschwert das „Girl From Mars“ besungen, vielmehr machen sich Herzschmerz, Melancholie und Düsternis breit. Auch wenn zum Teil immer noch ordentlich gerockt wird, weichen Ash vom Metal-mässigen Unterton des letzten Albums Meltdown ab und räumen diesmal vermehrt auch leiseren Passagen mehr Raum ein. Etwa bei Polaris, wo sich Wheeler von seiner fragilen Seite zeigt und Klavier und Streicher auffahren lässt, oder dem wundervollen End Of The World, wo gar Beatles Einflüsse hörbar sind.
Sprich, die Bandbreite wurde erweitert, was allerdings auch ein kommerzielleres, leicht verdaulicheres Gesamtbild mit sich bringt, das im ungewohnt poppig-weichgespülten und fast etwas belanglosen Dark and Stormy gipfelt. Doch Wheeler und seine zwei Mitmusiker Rick Mc Murray (Drums) und Mark Hamilton (Bass) agieren bei dieser Gratwanderung zwischen Kommerz und Alternative sehr geschickt und lassen dann doch wieder einen großartigen Rockkracher wie Palace Of Excess einfließen, wo Ash ungestüm wie eh und je drauf los hämmern. Und genau diese Mischung macht Twilight... zum bisher rundesten, abwechslungsreichsten und songschreiberisch besten Album der Band. Weitere Glanzstücke: Ritual und Princess Six, zwei umwerfende Powerpop-Knaller, Shattered Glass (hier sticht vor allem Rick Mc Murray´s Powerdrumming hervor) und die Schlussnummer Twilight Of The Innocents, eine üppig orchestrierte Hymne, die das Album in einem mächtigen Finale ausklingen lässt - You Can Have It All!
LIVETIPPS: -am 29.August werden die Jungs von ASH - nebst vieler anderer Bands, wie Dinosaur Jr. etc. - am 2 DAYS A WEEK Festival im Burgenländischen Wiesen auftreten - rechtzeitig Karten sichern! -und als Draufgabe spielen ASH ein Monat später, am 30.9., ein Solokonzert im Wiener Flex - also dann nix wie hin!