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musik

Ascii.Disko vs. Ellen Allien & Apparat

2007-04-02 00:11:25

Oder der Kampf um die bessere Basslinie!

„Alias“ heißt das zweite Album des mittlerweile in Spanien lebenden und arbeitenden Hamburgers Daniel Holc alias Ascii.Disko. Nach dem beachtlichen Debüt schiebt er nun ein mit viel Druck aufgeladenes Werk hinterher, das sich ausschließlich auf die Club-Kultur konzentriert. Holc beschränkt sich dabei auf kickende 4/4 Beats, die mit der Kraft eines Vorschlaghammers daher kommen. Diese treiben tiefschürfende und in Richtung Gitarre klingende Synthesizer. Nichts für Weicheier und Liebhaber von Chillout-Samplern. Hier wird zugepackt, aber derb!

Verschnaufpausen sind auf „Alias“ nur selten der Fall. Die Lieder fügen sich nahtlos aneinander, nur wenn der Beat für kurze Zeit mal halblang macht und sich die bröselnde Hookline hinten anstellt, kommt so etwas wie Ruhe auf. Dieser etwas schwerelose Zustand dauert aber nicht lange und dient ausschließlich zum Kräfte sammeln, um danach wieder aus dem Vollen schöpfen zu können.

Volle Kraft voraus!
Holc verbindet auf „Alias“ die Brutalität eines T.Raumschmiere zu seinen besten Zeiten mit der Sexyness eines Tiga ohne dabei auf den Funk zu vergessen. Dass einem dabei stellenweise einige Sounds von anderen Künstlern bekannt vorkommen – wie zum Beispiel das in „Bliss“ zu hörende Gittarren-Riff, welches sich überwiegend an das von „Never Win“ (Fisherspooner) orientiert – ist nicht weiter tragisch, denn auch zum Klauen braucht man Talent. „Alias“ oder die nun daraus ständig auf den Markt kommenden 12inches dürfen in keinem „gut sortierten“ Plattenkoffer fehlen. Bleibt nur mehr zu hoffen, dass die österreichischen Veranstalter Holc bald nach Österreich holen! Bitte!

Mit dem wundervollen Titel „Orchestra Of Bubbles“ veröffentlichen zwei ganz Große der elektronischen Szene ihr erstes gemeinsames Album: Ellen Allien und Apparat. Die beiden haben sich in Berlin zusammengefunden, um ein wenig Romantik in den sonst so stählern wirkenden Techno zu bringen. Dabei werden verschiedenste Mittel eingesetzt: Pizzicato-Streicher, Bläsersätze, die teilweise bis ins Unerkenntliche verzerrt werden, legen sich auf verspielte, sanftmütige Knusper-Beats, die sich nur selten aufdrängen. Wenn dies dann aber mal der Fall ist, werden ordentliche Watschen verteilt. Orchestra Of Bubbles vermittelt einen atmosphärischen Zustand, der an ein immer näher kommendes, schweres Gewitter erinnert. Sturm! Blitz! Hagel!

Apparat und Allien, zwei maßgeblich an der Bildung und Lenkung der Berliner Elektronik-Szene beteiligte Künstler, deren Ideen und Zugang zur Musik - trotz gleichem Genre - voneinander abdriften, verschmelzen auf „Orchestra Of Bubbles“ in ein wohliges Bad der Gefühle. Herzklopfen. So viel Romantik hat die Welt des Techno noch selten gesehen. Respekt!

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AutorInnen

Marco Weise

Marco Weise

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