2008-11-24 12:46:18
Während die Arctic Monkeys pausieren, macht Frontmann Alex Turner zusammen mit Miles Kane von den Rascals munter mit den Last Shadow Puppets weiter. At The Apollo schafft eventuell Abhilfe bei all denen, die die Affen sehnlichst vermissen.
Nachdem die Arctic Monkeys recht zügig einige Singles und zwei Alben veröffentlicht haben, sei die Pause ihnen redlich gegönnt. Vor allem nach dem ganzen Internet-Hype und Web 2.0-Palaver, der um sie veranstaltet wurde.
Für Fans ist solch eine Auszeit ein zweischneidiges Schwert und meist unbefriedigend.
Jetzt kann man sich die jungen Burschen aus Sheffield in verschiedenen Versionen, unter anderem als Hardbook-Variante oder Vinyl Special-Edition, nach Hause holen.
Affentheater auf Abstand
Legt man At The Apollo ein, geht es ohne Umwege direkt los. Kein Menü, kein Schnickschnack, keine große Einleitung.
Danny Cohen hat das 76-minütige Heimspiel vom Dezember 2007 im Apollo Theatre in Manchester gefilmt, auf Super 16 mm, was der DVD einen "arty touch" verleihen soll. Die weitläufigen, panoramaartigen Kamerafahrten fangen zumeist die Bühnenaktivitäten der Band ein, obwohl dort eigentlich nicht viel passiert. Dynamisch und lebhaft sieht anders aus.
Die Ansagen von Alex Turner sind begrenzt, die Band gibt sich rasch ihren Songs hin.
Desinteressiert und etwas lustlos agieren die vier Jungs dabei. Liegt vielleicht daran, dass Jamie Cook, Matt Helders, Nick O'Malley und Alex Turner von ihrer Welttournee schon ziemlich ausgebrannt waren.
Das Set enthält natürlich alle markanten Hits der jungen Karriere wie Brianstorm, Teddy Picker, I Bet You Look Good On The Dancefloor oder The View From The Afternoon.
In dieser Retrospektive fällt auf, dass das Material der Arctic Monkeys arg formelhaft wirkt, bis auf einige Ausreißer wie dem Favourite Worst Nightmare-Rausschmeißer 505.
Der Sound ist druckvoll, Ecken und Kanten lässt er nicht vermissen.
Die Fans, die da sind, bekommt man allerdings fast gar nicht zu Gesicht. Auch ist der Jubel und die Euphorie tonal ziemlich weit im Hintergrund abgemischt, sodass der Eindruck erweckt wird, die Monkeys würden vor leerem Haus spielen.
Zurückhaltung unerwünscht
At The Apollo hält den gespannten Zuschauer auf Distanz, empfängt das Publikum mit verschränkten Armen. Den besten Auftritt der Band enthält diese DVD deswegen mit Sicherheit nicht.
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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