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Amy Winehouse - Back To Black

2009-01-19 20:22:57

  • to Black back Amy Winehouse
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Was macht ein Album zu einem Klassiker? Gute Musik, das Image des Künstlers, der Hype drum herum? Alles zusammen oder doch nichts von alledem? Back To Black von Amy Winehouse kann meiner Meinung nach getrost in diese Kategorie eingeteilt werden.

Amy Winehouse ist eine ehrliche Haut. Schon im skandalösen "Rehab" ringt sie mit ihren inneren Dämonen, um sich anschließend verbal gegen eine Rehabilitation ihrer doch nicht dermaßen angeschlagenen Gesundheit zu wehren. Von ihrem Daddy lässt sie sich nichts vorschreiben, der sie bittet in eine Klinik zu gehen. Die Winehouse macht was sie will.

They tried to make me go to rehab but i said no, no, no

Zeilen, die durch die Welt gingen. Gleichzeitig ebneten diese den Weg für weitere Ableger des neuen Soul-Sounds, wie ihn Duffy, Adele und Konsorten heute erfolgreich fabrizieren. Es dauerte nicht lange, bis Amy weitere negative Schlagzeilen nachreichte (Drogenabstürze, Alkoholexzesse) und mit Pete Doherty Bekanntschaft machen durfte. Klatschspalten und Boulevardblätter sprangen auf, der rote Teppich wurde ausgerollt. Vor allem in England wurde gemunkelt, Amy habe zu tief ins Glas geschaut. Die Turmfrisur (auch Hahnenkorb oder Wespennest genannt) wurde durch sie über Nacht salonfähig. Karl Lagerfeld diente die Kreation als Inspiration für seine Modenschau.

Doch zurück zur Musik. "Rehab" ist nicht die einzige Offenbarung, die Amy auf ihrem erfolgsverwöhnten Album Back To Black abliefert. "You Know I’m No Good" ist ebenfalls knackig, sexy und verrucht. Dieser Song verstrickt sich in verhängnisvollen Affären und Sex mit dem Ex. Ein Fehler, der begangen wird, wenn man selbst nicht im Klaren darüber ist, wie man fühlt - I cheated myself like I knew I would. "Me & Mr. Jones" swingt und jazzt gemächlich, macht Positionen deutlich, die anfangs unklar sind (What kind of fuckery is this?). "Just Friends" beklagt die Zeit mit sonnigem Groove, die einem für ernste Freundschaften nicht bleibt. Der vom Piano getragene Titeltrack, mit Tamburin und Streichern hübsch verschönert, ist eine stille Anklage über eine Trennung mit Höhen und Tiefen: And life is like a pipe, and I'm a tiny penny rolling up the walls inside. Wenn die Musik kurz abtritt um Amy im ganzen Scheinwerferlicht erstrahlen zu lassen (bei 2:40 Minuten), dann entfaltet die Platte ihre ganze Stärke – in einem Moment der Schwäche, der Frustration, der Atonie.

Auch "Love Is A Losing Game" (der Titel spricht erneut eine deutliche Sprache) schleicht sich auf leisen Sohlen heran. "Tears Dry On Their Own" ist eine lose Fortführung des Themas von "Back To Black": Even if I stop wanting you, a perspective pushes thru, I’ll be some next man’s other woman soon – zumindest positiver, mit verschmitztem Blick nach vorn. Nicht von diesem Thema lassen will auch "Wake Up Alone", und hier zeichnen sich schon erste Ermüdungserscheinungen ab, die auch "Some Unholy War" betreffen – so flott und fulminant die Platte gestartet ist, so seicht und trivial scheint sie zu werden. Mit "He Can Only Hold Her" krabbelt Back To Black wieder hinauf, präsentiert entspannt groovende Vibes. When you smoke all my weed man, you gotta call the green man, so I can get mine and you get yours – das Amy Winehouse wenig mit den üblichen Sängerinnen und Heiligen zu tun hat, wird spätestens hier, beim letzten be-swingten Track "Addicted" deutlich.

Frau mit vielen Gesichtern – welches ist das richtige?

Back To Black präsentiert sich von seiner funk-umwobenen, doo-wop-infizierten Seite. Darüber hinaus beherrscht die große Stimme von Amy Winehouse hier jeden Ton und jede Zeile. Keine Oberflächlichkeiten, wie viele ihrer Kolleginnen es praktizieren, sondern Dramen und Geschichten aus dem nicht so einfachen Leben einer Frau, die einiges zu erzählen hat. Dass die Dame als Busenfreundin im Geiste der alternden Rockgöre Courtney Love gehandelt wird, verwundert auch nicht, sondern passt vielmehr in das übermittelt offenherzige und direkte Bild des Albums. Zwar sind die Songs und die Arrangements auf Back To Black Reminiszenzen an längst vergangene Tage, aber die erfreuen sich heutzutage wieder erhöhter Popularität. Die Produktion klingt sehr organisch und nicht altbacken - Vintage-Sound von Mark Ronson zeitgemäß aufgetischt.

Auch wenn die Platte in der Mitte etwas ausfranst, bietet Back To Black auch knapp zwei Jahre nach Erscheinen immer noch genügend Dynamit für hitzige Diskussionen. Die prächtig geratenen Ohrwürmer haben sich gut gehalten und sind frisch und munter geblieben.

Über 11 Millionen Plattenverkäufe, das meistverkaufte Album aus 2008, 4x Platin allein in Österreich, 5 Grammys und 2 Jahre in den Charts sind mehr als ordentlich.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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Kommentare




 

23.02.2009
ernesto

gutes album

ja, ich finde das album auch großteils sehr gut gelungen. vielen dank für die rückschau!

[antworten]




 

27.02.2009
Dan [info]

bitte gern.
mag es auch nach wie vor sehr gerne...

[antworten]




 

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