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Alte Liebe rostet nicht

2008-04-06 15:53:05

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Was tun, wenn man den verhassten Exgeliebten nach 30 Jahren wieder sehen muss, um ihm einen Preis zu übergeben? Regisseur Antoine de Caunes gibt mit Wir verstehen uns wunderbar die Antwort.

Ein französischer Regisseur möchte in London seinen neuesten Film drehen. Da ist Chaos vorauszusehen. In Antoine de Caunes Wir verstehen uns wunderbar geht es aber weniger um die Sprachbarrieren, schließlich sprechen die Briten mittlerweile Französisch, sondern um fehlende Krawatten und zickige Exfrauen. Setzt man nun Jean Rochefort und Charlotte Rampling als Protagonisten ein und würzt das Szenario mit einer Mischung aus gutem alten britischen Humor und französischer Gleichgültigkeit, dann ist dramatische Unterhaltung garantiert.

Schau mir in die Augen, Kleines


Louis Ruinard (Jean Rochefort) und Alice d’Abanville (Charlotte Rampling) waren das Traumpaar der französischen Filmwelt in den frühen 1970er Jahren. Der Regisseur hat das blonde Model entdeckt und aus ihr eine glamouröse Aktrice gezaubert. Doch mit einem Schlag war Schluss mit der trauten Zweisamkeit - sofern man im Jahrzehnt der freien Liebe von einer Zweisamkeit sprechen kann.

30 Jahre später kommt es zu einem mehr oder weniger inszenierten Wiedersehen. Alice hat mittlerweile den britischen Adeligen Lord Evelyn Gaylord (Ian Richardson) samt Landsitz und Butler (köstlich: Simon Kunz) geehelicht und einem Sohn das Leben geschenkt. Im Gegensatz zu Louis freut sich der unterkühlte Bühnenstar weder auf ein Wiedersehen noch auf eine Auffrischung der alten Gefühle. Die Wunden und die doch noch vorhandenen Gefühle sitzen viel zu tief. So ist es nicht verwunderlich, dass der erste Kuss erst in den letzten Minuten des Films stattfindet und die erste sexuelle Wiedervereinigung fast in den Abspann fällt.

Schönheit versus Alter

De Caunes Film spielt bewusst mit dem Alter seiner Protagonisten. Während wir im Vorspann mit Bildern einer wahrhaft jugendlichen Charlotte Rampling beglückt werden und uns im Laufe des Films immer wieder eine Helmut Newton Fotografie der Schauspielerin entgegenlächelt, sehen wir im Abspann Standbilder aus dem Geschehen entnommen.

Wo Charlotte Ramplings Jugendlichkeit noch erhalten ist, hinkt Louis Ruinard physisch ein wenig nach. Auf Anraten des Arztes wird das Viagra weggeworfen, der vorgetäuschte Herzanfall, scheint plötzlich doch real zu werden. Die leidenschaftliche Sexszene überlebt das gute Herz dann doch.

Wir verstehen uns wunderbar wartet mit einem Feuerwerk an zynisch-sarkastischen Dialogen auf, trockener Humor und geistreiche Komik verstärken die Wirkung dieser. Auch wenn die Dramaturgie etwas zu absehbar und die Wahl der Namen etwas zu deutlich gewählt ist – Lord Evelyn Gaylord ist wohl das beste Beispiel dafü r- schafft Regisseur Antoine de Caunes dennoch ein gewitztes Werk, das zwei Weltstars der Filmgeschichte vereint.


Filmstart in Österreich: 18. April 2008

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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