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Alle sagen: Je t’aime

2007-04-02 00:12:41

Der neue Film "Paris, je t’aime" von Frédéric Auburtin ist ein galanter Reiseführer durch eine der beliebtesten Metropolen Europas.

Paris ist mehr, als nur die Hauptstadt von Frankreich. Die Stadt der Lichter ist gleichzeitig Muse für Modeschöpfer, Inspiration für Schriftsteller und Rückzugsort für Liebende. Wer einmal in Paris war, möchte wieder hin. Oder gleich für immer dort bleiben. Sanft entschlafen und gebettet in der Erde der französischen Metropole sind Autoren wie Oscar Wilde oder Legenden wie Jim Morrison.

20 Regisseure - eine Intention

Mit "Paris, je t’aime" geben unter anderem Regisseure wie Frédéric Auburtin und Olivier Assayas ihre ganz persönliche Liebeserklärung an Paris ab. Seine Nachdem über drei Jahre lang gedreht wurde, feierte der Film 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes seine Weltpremiere. Doch "Paris, je t’aime" ist kein gewöhnlicher Film. Zwanzig Filmemacher hatten in jeweils 5minütigen Sequenzen die Gelegenheit, ihre persönliche Liebeserklärung zu verfassen. Natürlich mangelt es auch nicht an der Präsenz internationaler Stars, was die Frage aufwirft, ob weniger nicht doch mehr ist.

Augenkontakt in der Metro

„Wenn du in der Pariser Metro sitzt, schaue niemandem direkt in die Augen.“ Diese weisen Worte stehen in Steve Buscemis Reiseführer. Leider beachtet dieser die Anweisung, die doch ein wenig übertrieben erscheint, zu spät. Ohne es zu wollen, streift sein Blick ein turtelndes Pärchen. Eine vorbeifahrende U-Bahn später macht es sich die junge Dame (Julie Bataille) auf seinem Schoß bequem. Einen Kuss später steht der junge Mann (Axel Kiener) mit drohender Faust vor dem nichts ahnenden Touristen und schlägt zu.

Sin City lässt grüßen

So findet auch in der brutalsten Szene die Liebe ihren Platz. Doch im Gegensatz zu den Episoden aus dem ganz normalen Alltag, steht eindeutig das Segment Quartier de la Madeleine von Vincenzo Natali. Elijah Wood wird von einem Vampir angefallen, der Kampf bis zum erlösenden Biss dauert lange und ist in Schwarz-Weiß gehalten. Die Szene wirkt wie ein Teil aus Frank Millers Sin City. Quartier de la Madeleine als Hommage an Paris und Sin City wäre somit denkbar.

Staraufgebot á la carte

20 Regisseure und ein Stab Superstars sollten reichen, um einen Kassenschlager zu produzieren. Neben Tom Tywker geben sich Wes Craven, Gus van Sant und Gérard Depardieu die Ehre auf dem Regiestuhl. Sie arbeiten mit Stars wie Miranda Richardson, Juliette Binoche, Willem Dafoe und Nick Nolte. Leider wird dieses Aufgebot an der kurzen Leine gehalten. Mini-Auftritte von internationalen Stars geraten im Laufe des Films schnell in Vergessenheit. So kann man zum Beispiel Marianne Faithfull 90 Sekunden lang beim Bedienen einer Druckermaschine zusehen.

Fazit

„Paris ist Frankreich“, sagte schon Johann Wolfgang von Goethe. Wäre Lyon die Hauptstadt von Frankreich, würden wohl weniger Schüler französisch lernen. Und wie würde Paris Hilton dann wohl heißen? Lyon Hilton, die für Dosenprosecco Werbung macht? Das hätte uns wohl keinen Hotelerben als Opernballgast beschert.
Paris ist auf jeden Fall eine Liebeserklärung wert. Auch wenn der Film ein wenig an "Love Actually" erinnert und doch einige Fragen unbeantwortet lässt, ist "Paris, je t’aime" eine schöne Liebeserklärung, von denen es ruhig mehr geben könnte.

Der Film ist nur in Deutschland und in der Schweiz im Kino zu sehen. Der Österreichstart ist leider noch unbekannt.

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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