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musik

Alex Gopher – unerwartet mild

2007-04-02 00:11:32

Der französische Elektro-Held Alex Gopher veröffentlicht mit seinem titellosen Album eine wunderbare Pop-Platte. Ein Schritt nach vorne.

Frankreich zählt zurzeit wieder zu den ganz großen Nationen. Nein, nicht wegen ihrer fußballerischen Qualitäten oder ihrer Kochkünste. Wirklich gut sind sie ja ganz wo anders, nämlich im Veröffentlichen von elektronischer Musik. Zurzeit findet im Land des Baguettes eine Art Generationswechsel statt: Labels wie Kitsuné, Ed Banger, Tigersushi und Acts wie Justice (um hier nur einige zu nennen) agieren dabei an vorderster Front und legen den Heroen der 90er Jahre (Daft Punk, Etienne De Crécy), welche in der Hochblüte von House und Techno operierten, einiges vor. Ein gewisser Alexis Latrobe aka Alex Gopher war in dieser Entstehungsphase der französischen Elektronikszene auch ein wichtiges Aushängeschild.

Seine ersten musikalischen Schritte tätigte Monsieur Gopher mit der Band Orange. Bis 1991 agierte er dort an der Seite von Nicolas Godin, Jean-Benoit Dunckel (besser bekannt als Air) und Xavier Jamaux als Bassist. Oh, welch’ Supercombo wäre das heutzutage!

 

Der in Paris geborne Alex Gopher gründete Anfang der 90er mit seinem Eidgenossen Etienne De Crécy das Label „Solid“ und beschränkte sich dabei auf die Veröffentlichung von – ehrlich gesagt – ziemlich unspektakulären Filter-Disco Platten.

Nun legt der French House-Titan ein Album vor, das eher unerwartet den etwas milderen Weg eingeschlagen hat. Soll heißen: Gopher besticht auf dem titellosen Debüt nicht – oder nicht nur – mit seinen typischen Elektro-House-Krachern, sondern punktet auch – oder vor allem – mit tollem Songwriting im Sinne von Bass und Gitarre, Strophe und Refrain. Gleich der Beginn lässt großes Erahnen:
„Out Of The Inside“ beinhaltet alles, was ein nicht zu derbes Elektropop-Stück auszeichnet: herrliche Synthesizer-Melodien, eine zwingende, aber nicht zu aufdringliche Hookline und eine nach vorne drängende Rhythmusabteilung. Mit dem danach folgenden Stück „Brain Leech“ stürmt Gopher dann endgültig in Richtung glitzernde Discokugel. Druckvoller und energetischer wird’s dann nur noch einmal – und zwar im Stück „The Game“

Der Rest ordnet sich in der Kategorie „lieblich-kuschelige Lounge-Pop Songs“ ein, die den Zuhörer beherzt umarmen, aber nicht erdrücken. Air, die als eigentliche Könige dieses Sounds gelten und soeben auch ihr aktuelles Werk „Pocket Symphony“ vorgelegt haben, hätten es nicht besser machen können. Liebe Sunny Side Up-Menschen vom österreichischen Jugendradiosender FM4: „Isn`t It Nice“ und „Boulder Colorado“ drängen sich auf und sollten bei der nächsten CD-Zusammenstellung unbedingt beachtet werden. Alles andere wäre ein grausamer Fehler. Danke!

 

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AutorInnen

Marco Weise

Marco Weise

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