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musik

Air: Symphonie für die Hosentasche

2007-04-05 15:19:57

Fast 10 Jahre nach ihrem Debüt „Moon Safari“ servieren Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel alias Air ihr 4. Album "Pocket Symphony".

Fast 10 Jahre nach ihrem Debüt „Moon Safari“ servieren Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel alias Air ihr viertes Album "Pocket Symphony".
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Die Herren Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel
Foto: (c) http://www.myspace.com/intairnet
 
Die Musik von Air war ja schon immer eine Art Gratwanderung - während die einen darin hohen künstlerischen Anspruch sehen, ist sie für andere langweilige Businesslounge- oder Fahrstuhlmusik. Im Endeffekt ist es natürlich wie immer, wenn es darum geht, Musik zu beschreiben oder bewerten, Geschmackssache.
 
 „Pocket Symphony“ ist, wie auch die Vorgängeralben, ein Wechselspiel zwischen instrumentalen und gesungenen Tracks. Während die Instrumentalnummern oft ein wenig einschläfernd dahinplätschern, sind es die gesungen, die aufhorchen lassen - herausragend: die vokalen Gastauftritte von Jarvis Cocker ("One Hell Of A Party") und Neil Hannon ("Somewhere Between Waking and Sleeping"). Die restlichen Vokalparts übernimmt großteils Jean Benoit Dunckel, der mit seiner hellen, weiblichen Stimme - etwa bei „Napalm Love“ - ironischerweise wie Charlotte Gainsbourg klingt, für deren letztes Album Air die Musik beisteuerten. Obwohl er seine Stimme angeblich nicht so gern hat, ließ sich Nicolas Godin zumindest zu einer gesanglichen Darbietung hinreißen. Glücklicherweise, denn „Left Bank“ entpuppt sich als die meiner Meinung nach stärkste Komposition des Albums.
 
Die Einflüsse bei diesem sehr puristisch gehaltenen Album reichen von Klassik- und Filmkomponisten, wie Philip Glass oder Michael Nyman bis zu Pink Floyd, die ihre Spuren deutlich im Akustikgitarren-dominierten Instrumental-Opener „Space Maker“ hinterlassen haben. „Once Upon A Time”, die erste Singleauskoppelung, gefällt mit seinen vielschichtigen, glasklaren Arrangements und den gehauchten – bei Tears For Fears´s „Woman In Chains“ entliehenen – Flöten.
 
Air sind seit jeher Meister in der Verschmelzung von elektronischen Klängen und Naturinstrumenten. Letzteren fällt diesmal besonderes Gewicht zu, denn zu den etablierten Elementen Klavier, Akustikgitarre, Streichern und dezentem Schlagzeug gesellen sich erstmals fernöstliche Instrumente wie Shamisen oder Koto, für deren Erlernung sich Nicolas Godin ein Jahr lang in die Obhut eines japanischen Okiwana Meisters begab. Das gelungene Resultat gibt´s in zwei der schönsten Stücken des Albums zu hören. "Mer Du Japon" erinnert vom Beat an „Kelly Watch The Stars“ aus dem Debütalbum und löst sich in der Mitte sehr hübsch im Rauschen des Meeres auf, und treffender als im von Jarvis Cocker gesungenen "One Hell of a Party" kann man eine post Party Katerstimmung wohl nicht intonieren.

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