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musik

Adele - 19

2008-03-19 19:29:57

  • Adele 19 Chasing Pavements
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Adele wechselt Gehsteige und singt dabei mit kraftvoller Stimme über gebrochene Herzen. In England hat sie es damit zum neuen Shooting-Star geschafft. Der Soul bleibt auch weiterhin der neue Pop.

Jemandem viel Lob entgegenbringen, noch bevor überhaupt ein musikalisches Zeichen gesetzt wurde, ist nicht typisch.
Kommt man aber aus England und ist dort beheimatet, stellt dies keine besondere Angelegenheit mehr da, weil es fast schon an ein schnelles und alltägliches Phänomen grenzt.
Der englische Hype hat auch vor Adele Adkins nicht Halt gemacht. Die junge Britin wurde als neue Soul-Königin nach der Winehouse gefeiert, mit dementsprechendem Charterfolg und einer Ehrung mit einem der begehrten Preise bei den diesjährigen Brit Awards. Für eine Neunzehnjährige eigentlich ein gewaltiger Druck, den es zu tragen gilt. Für Skandale blieb noch keine Zeit, aber vielleicht nähert sich ja noch was nach so vielen Komplimenten und Lobhudeleien.

Nur keine falsche Bescheidenheit


Dass die heutigen Heranwachsenden mit vielen Problemen konfrontiert sind und kein 'Easy Living' betreiben, zeigt auch Daydreamer, der abgeebbte Opener des Albums. Der Song, der um die bisexuelle Neigung von Adeles Ex-Freund kreist, versucht es noch mit windstillen Klängen auf die leichte Schulter zu nehmen. Best For Last spart sich nicht bis zum Schluss auf und lockert äußerst clever den musikalischen Songrahmen. Das Tempo wird behutsam angezogen. Die bekannte, im Refrain richtig aufgehende und fordernde Single Chasing Pavements verbleibt in einer unentschlossenen Situation: Should I give up, or should I just keep chasing pavements, even if it leads nowhere? Or would it be a waste even If I knew my place, should I leave it there?
Das flotte und zügige Cold Shoulder bedient sich bei Massive Attack und klaut den Beat von Unfinished Sympathy. Das Resultat klingt äußerst belebt und locker beschwingt, auch wenn die Sängerin die Eifersucht plagt.
Es scheint endlich richtig loszugehen, doch es wird gebremst. Crazy For You ist eine typische Ich-kann-nicht-ohne-dich-Nummer ohne jegliche Dynamik oder Dramatik, Melt My Heart To Stone macht zwar noch ein bisschen Dampf, steht dem aber im Großen und Ganzen in Nichts nach. Unschuldig vertont ist First Love, ein Andenken an die erste große Liebe.
Pepp bringt dann der groovy Vintage-Flair von Right As Rain wieder ins Spiel.

Love me do


Das zentrale Thema von Adeles erstem Album: Die Liebe.
Nicht die sorglose, fröhliche, zufriedene Form der Zuneigung, sondern die von Liebeskummer betrübte und bekümmerte Art der Hingezogenheit. Leider haben sie die Gefühle so stark übermannt, dass sie in sich zusammengesackt ist. Nur selten reicht es zu wahrer Größe. Der grandiose Ausklang Hometown Glory, ein an Sia erinnernder und berührender Klaviermoment, weiß es zu vollbringen.
Besonders die aufgeweckten Augenblicke auf 19 lassen ihre reife Stimme brillieren, weil diese beiden Pole eine besondere Liaison eingehen.
Wenn sie uns die kalte Schulter zeigt ist das immer noch besser als das sie uns mit Schmachtfetzen zutextet, schmucklos Bob Dylan covert (Make You Feel My Love) oder in die Belanglosigkeit abdriftet (Tired). Aber das alles ist okay und verschmerzbar. Weil Adele noch jung ist, sie nicht perfekt sein will und Fehler machen darf. Das ihr gutes Recht.
Die propagierte Unschuldsnummer ist jetzt aber erst mal abgehackt und soll nicht wieder Verwendung finden.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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